Maschine

Die Maschine läuft gut

Die Maschine läuft gut

Die Maschine läuft immer noch gut

Die Maschine läuft

Die Maschine ist kaputt

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Monolog

Nein, bewusst hatte er ihre Stimme vorher nie wahrgenommen, ihr Gesicht wohl. Sie schaute meist ganz unverholen desinteressiert, nicht boshaft, sondern als wenn sie kein Wässerchen trüben könnte. Ja, manchmal hatte sie auch mit ihm gesprochen, aber das war höchstens vier mal im Jahr vorgekommen, in den letzten zwei Jahren, die er sie kannte.

Heute sitzt sie in ihrer Gruppe und redet. Sie redet ohne Unterbrechung zehn Minuten lang. Dreizehn Minuten, um genau zu sein. Er weiß nicht, worüber sie spricht, muss irgendwas mit unglaublich günstig erworbenen Markern zu tun haben. Aber das ist auch egal, tut ihm nichts zur Sache. Ihre Stimme hat einen ganz eigenen Klang! Fast einen Singsang, Wellenbewegungen im Raum. Als sie geendet hat, geht er vollig verblüfft zu ihr. „Du kannst ja reden. In Zusammenhängen. Ich habe deine Stimme zum ersten Mal richtig gehört.“ Sie schaut ihn an, wieder mit dem verschlossenen Gesicht und zuckt mit den Schultern.

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Blicke

Diese Blicke, die auf ihn geheftet sind, treiben ihn um. Die ganze Nacht hat er davon geträumt. Ist aufgewacht, hat nachgedacht, konnte nicht wieder einschlafen, hat im Dämmerzustand fantasiert. Diese wachen und aufmerksamen Blicke, die jede Bewegung, jeden Schritt und jeden Arbeitsgang verfolgen. Wissend, ahnend, so gar nicht dämmernd. Er kann sich ihnen nicht entziehen. Nur noch wenige Tage wird er sie ertragen müssen. Dann sind sie endlich weg. Aber er wird sie nie vergessen, jeden Tag, jede Nacht. Sie werden ihn verfolgen. In wenigen Tagen werden sie verladen, diese Schweine, dann geht es zum Schlachthof.

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Durch Raum und Zeit fallen

Noch während er auf diesem schwarzen 60er Jahre Ledersofa sitzt,seine Augen durch das bisher ungewohnte Zimmer schweifen lässt, neben sich ein Holztablett mit Ofenkäse und vor sich den Bildschirm, wundert er sich. Da ziehen Gedanken vor seiner Nase von rechts nach oben links als Figurationen ihre Bahnen. Da füllt sich der ihn umgebende Luftraum mit den Hirngespinsten der letzten Nacht. Der Blick zieht sich zusammen, die Farben leuchten gleich den nordkoreanischen Malereien und Massenaufläufen. Er weiß natürlich, was gleich kommen wird, dann wenn die Haut zu prickeln beginnt, der Körper sich zusammen zieht, wenn sich die Muskeln verhärten. Die Tränen werden unkontrolliert über das Gesicht laufen und der Sturz durch Zeit und Raum endet im absoluten Schmerz. All das weiß Herr Nipp und er hat nur die Möglichkeit dieses Jetzt zu genießen, diese Einheit von Klang, Farbe und Form. Diese unerwarteten Sekunden ohne Angst anzunehmen. Das hat er immerhin in all den Jahren gelernt.

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Theorien

Mit einigen jungen Leuten sitzt er im Zug. Eine tiefgehende Unterhaltung hat sich entsponnen. Es beginnt damit, dass einer fragt, warum Schaum immer weiß sei. Herr Nipp sagt, dass er auch schon farbigen gesehen habe. Aber sicher sei Schaum wegen der Lichtbrechungen heller als die Umgebung. Viele andere Fragen kommen auf und werden diskutiert. Widersprüchlich klar. Die jungen Leute verteidigen ihr Wissen, Herr Nipp glaubt nicht immer und hinterfragt. Und dann rutscht ihm ein Satz heraus, der alle in Verwirrung versetzt. Glaubt an keine Theorie oder sogenannte wissenschaftliche Wahrheit, stellt lieber infrage und überprüft. In diesem Moment kommt der Zug an, er steigt aus und hinterlässt fragende Gesichter.

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