Große Sätze

Es sind die großen Sätze, die die Welt verändern, denkt Herr Nipp. Leider fällt ihm gerade keiner ein.

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kleine Sätze

Es sind die kleinen Sätze, die uns im Gedächtnis bleiben, denkt Herr Nipp. Sätze von echter Relevanz wie „Ich will.“ Die uns motivieren oder zum Aufgaben zwingen. Sätze, die wie ein Stimulanz den Körper und Geist fluten oder eben zutiefst hemmen, vielleicht sogar betäuben.
Vielleicht, denkt er, sind die erfolgreichen Menschen diejenigen, die solche Sätze, wenn sie gebraucht werden, an- und ausschalten können.

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Regeln

„Es gibt Regeln des Marktes, an die musst du dich halten, wenn du in der Kunst erfolgreich sein willst!“, hört er gerade am Nachbartisch einen unglaublich intellektuell daher kommenden Mann mit toupierter Frisur dozieren. Tatsächlich hören diesem ein rundes halbes Dutzend fast noch junger Menschen gebannt zu. Der Redende mach eine Pause, senkt seine Stimme etwas ab und spricht in leisem wie verschwörerischem Ton (Lieber Leser, entschuldige bitte die Häufung der Adsjektive, hier lässt es sich leider kaum vermeiden.). „Du musst natürlich auffallen, durch dein Aussehen, deine Sprachwahl und den Duktus des Sprechens, du musst jedem begreiflich machen, dass DU DER bist.“ Sein fast irritierender Blick (Fast, weil Herr Nipp nicht weiß, ob der Typ einfach irre in die Gegend glotzt oder die Fliege an der gegenüberliegenden Wand hypnotisch zu fixieren trachtet.) kreist durch den Raum, bleibt an einer Stelle kleben und bewegt sich nicht weiter, sie scheinen größer zu werden. „Brich alle Regeln, die zu brechen sind, sei peiiinlich, aufsääässig und lass dir von niiiiemandem etwas sagen. Provoziere mindesteeens einen schweheren SKANDAL in deinem Leben…“ Herr Nipp steht auf und räumt dem Schwätzer das Feld. Von dem kann er nichts Neues erfahren, all diese Erfkenntnis sind ihm bereits seit Jahrzehnten vertraut.

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Gut

Immer wenn irgendwo ein Schallplattenladen auftaucht, kann Herr Nipp nicht anders, er überschreitet die Schwelle und taucht ein. Es gibt solche Läden, die braucht niemand, solche mit Fantasiepreisen, die sich ansonsten nur auf Sammlerseiten im Zwischennetz für Vinyl der Kategorie „mint“ finden, was heißt, dass die Platte so aussieht, als komme sie frisch aus dem Presswerk. Wenn allerdings normal gebrauchte Scheiben so bepreist sind, ist das schon eine Frechheit. Die meisten Läden allerdings bieten ihre Ware zu recht guten Preisen zwischen 2 und 8 Euro an. Gut, es gibt auch Ausreißer, dann wenn etwa Erstpressungen von wegweisenden Bands im Angebot stehen. Kürzlich fand Herr Nipp eine deutsche Erstpressung des berühmten Albums von Velvet Underground & Nico aus dem Jahr 1967 mit Warhols gelber Banane für 250 Euro, überlegte kurz und wusste, auch dieses Mal würde er die Rarität nicht erwerben, auch wenn es in den Findern juckte. Aber immerhin hat er eine Platte der Band Matador (mit Gudrun Gut, die auch bei Malaria!, Einstürzende Neubauten und DIN A Testbild mitgespielt hatte) für schlappe 8 Euro gefunden und einen günstigen 12 Euro Velvet Underground Sampler mit einigen Versionen, die er so noch nicht im Besitz hatte. Natürlich lassen sich alle Sachen auch irgendwo im Netz finden, aber das stöbern im Plattenladen hat doch immer noch einen besonderen Reiz. Niemals ist klar, was du entdeckst und die meisten Bands sind dir sowieso unbekannt.

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Und dann

Klar, musste jetzt sein, denkt Herr Nipp. Jetzt, da er Alles zur Kunst erklärt hat, kommen wieder all die altbackenen Schlaumeisen und langbärtigen Oberlehrer daher und reden von der Rose, die eine Rose, die eine Rose, die eine Rose, die eine Rose sei. (Das mag ja auch beim ersten Mal ganz witzig sein.) Und jetzt kommen all die Besserwisser, die meinen, das könne man doch nicht einfach so sagen, dass alles Kunst sei, dann würden ja auch Tiere Kunst machen und die Kunst habe gar keinen ideellen Wert, wer könne das denn verantworten, das bedeute doch letztlich die Auslöschung der Kunst und so weiter. Er bleibt aber stur. Da es keine eindeutige semantische Füllung des Wortes Kunst gibt, hat er dieses nun zum Begriff beschlagnahmt und ihn mit Alles gefüllt (man beachte die grammatikalische Finesse, die zunächst stutzen lässt). Alles ist Kunst und Kunst ist Alles.

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