Weiter gedacht

Wir brauchen keine Museen mehr, keine Galerien, nix. Alle, die an den Wert der Kunst glauben, sind Gläubige, es sei ihnen gestattet. Alle, denen das alles egal ist, dürfen auch so weiter leben.

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Alles

Herr Nipp hat gerade alles zu Kunst erklärt. Alles. Ab jetzt ist Alles, was jeder macht, Kunst. Alle Dinge, das Weltall sind Kunst und alles andere auch. Fertig.

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im Überfluss

Es gibt Tage der Enthaltsamkeit, da macht er lange Wanderungen oder liest eine Buch, wahrscheinlicher noch die Zeitung, dann fühlt er sich sehr entspannt. Nichts kann ihm etwas anhaben, um ihn fließt alles und er fühlt sich mit der Welt verbunden. Einen solchen Zustand muss erstmal jemand erreichen, denkt Herr Nipp dann. Geradezu buddhistisch wähnt er sich dann. Aus diesen seltenen Tag geht er seltsam erschöpft, legt sich meist früh ins Bett und schläft. Und wenn sich noch so viel in seinen durchweg abstrusen Träumen abspielt, er wacht am nächsten Morgen erfrischt und munter auf. Ganz an den Tagen überflüssigen Digitalkonsums. Da geht es ihm immer schlecht am nächsten Tag.

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Bei dir

um ehrlich zu sein:

es ist mir egal

es ist mir egal, was du denkst

was du sagst und fühlst

wie du die Welt,

die andern und mich erlebst

ich werde es nie verstehn

um ehrlich zu sein

war alles gelogen

ich werde dich nie verstehn

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aalglatt

„Na, der vielleicht.“ „Geht gar nicht. Und bevor du was sagst, der blonde Typ an der Bar auch nicht. Zu Andro.“ „Sag ja schon gar nichts mehr. War nur ein Vorschlag.“ Herr Nipp geht schnell an den beiden halbgaren Teens vorbei, er mag solche Gespräche einfach nicht. Andere nur nach dem Äußeren bewertend. Er bestellt sich an der Theke ein Bier, probiert den ersten Schluck. Kühl, dunkel, malzig. Das geht ja gar nicht, denkt er. Drei Adjektive hintereinander.Neben ihm steht ein junger Mann mit mach hinten gegeelten Haaren, etwas gruselig, seine Mutter hätte damals gesagt:“ Schmierläpp.“ Oder was vergleichbares. Egal jetzt, die ersten Worte sind gewechselt und über den Abend haben beide tiefreichende Gespräche. Vor allem aber einfache philosophische Gedanken und sogenannte Kopfnüsse interessieren das Gegenüber. Herr Nipp steigt bereitwillig darauf ein, kann mithalten, bringt eigene Gedanken und Gelesenes ein. Mit jedem Bier bekommen die Themen mehr Fleisch einerseits und werden abstrakter in der Bewertung andererseits. Na Guck mal einer an, was so ein Typ doch alles drauf hat. Erst als sie sich verabschieden, erfährt Herr Nipp, dass der Schmierlapp eine ordentliche Professur für angewandte Philosophie hat und gerade eine Feldstudie in Kneipen des Sauerlandes macht

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