Gartenguppys

Nach knapp fünf Monaten im Gartenteich, hat er jetzt die Fische wieder eingefangen, sie haben es aller Unkenrufe zum Trotz gut überlebt und machen einen sehr vitalen Eindruck. Es scheint Herrn Nipp sogar so, als ob es mehr geworden sind. Der Gartenteich, wie das Becken von einigen Bekannten genannt ist, ist eigentlich nur ein Kunststoffcontainer mit einem Kubikmeter Inhalt, dort leben auch einige eigenständig zugereiste Molche und Libellenlarven. Da zu überleben, ist schon eine Herausforderung, die sich aber auszahlt.
Irgendwie fühlt er sich, als er mit dem Kescher über dem Becken hukt, an seine Kindheit erinnert, als er mit einigen anderen Blagen, die er jeden Mittwoch oder Dienstag in einem Nachbardorf traf, im Dorfteich Stichlinge fing. Ganz unsystematisch war diese Fischerei, jeder Erfolg ein Jubel, ganz systematisch dann allerdings die Zucht, die zum Herbst hin dann wieder in verschiedene Gewässer ausgesetzt wurde. Aus den ursprünglich drei Pärchen waren bis dahin Massen an Fischchen geworden. Kürzlich hatte er geschaut, ob noch Stichlinge in jenem Teich zu finden sind, was nun allerdings leider verneint werden muss. Dafür fand er dort immerhin einige Plastikverpackungen, die er noch nicht kannte. Es ist doch erfreulich, wenn es schon keine Tiere mehr gibt, dass die Menschen in der Lage sind, Neues zu schaffen.
Sowohl die Entlerguppys als auch die Panzerwelse sind jetzt wieder ins Innenaquarium gezogen und harren dort der Dinge, entdecken ihr neues Terrain. Eines allerdings weiß zumindest Herr Nipp schon jetzt; er wird auch im kommenden Jahr den Fischen eine Chance auf mehr Freiheit und mehr Platz geben. Mal sehen, vielleicht gibt es dann ein größeres Becken.

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Salz in der Suppe

Kochen gehört zu den kleinen Leidenschaften des Herrn Nipp. Nein, nicht diese Rezepte interessieren ihn, die unglaublich umständliche sind und Stunden der Muße bedürfen. So etwas realisiert er nur sehr selten, wenn es ein schönes Stück Wild gibt. Ein Rehrücken etwa oder eine Hirschkeule. Dann kocht er auch nicht für sich, sondern direkt für vier oder sechs Leute, damit es sich auch lohnt. Im Alltag interessieren ihn die einfachen Sachen, die schnell zubereitet sind und lecker. Da kommt es auf Gemüsereichtum und Vielfalt an. Dazu braucht es kein Fleisch, keine Wurst oder Speck. Dazu braucht es gutes Gemüse, leckere Gewürze und Reis oder Nudeln und Kartoffeln. Immer wieder nutzt er dafür Zutaten aus dem Garten. Aber auch auf dem Markt findet er bei den verschiedenen Ständen frisches Gold. Geschmacksbomben sozusagen. Aber das Allerwichtigste ist ihm dabei ein leckeres Salz, das nicht schon riecht, wie aus der Fabrik. Erst das veredelt die Speisen, jedes etwas anders. Salz ist ihm das Salz in der Suppe.

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Kochen

Er hat gelesen und dabei völlig die Zeit vergessen. Jetzt merkt er, dass der Magen grummelt. Er wird sich gleich an den Kühlschrank begeben und feststellen, dass nichts mehr da ist, was zu kochen wäre. Da er außerdem keine Lust hat, einkaufen zu gehen, wird er sich wieder in den Sessel setzen und weiterlesen. Er weiß ja, dass dieses Hungergefühl nach einer Stunde vorübergeht. Erst gegen Abend rafft er sich auf und begibt sich zum Supermarkt, kauft Gemüse und griechische Reisnudeln. Das Gericht wird lecker werden. Und den ganzen Sonntag wird er den Knoblauchgeruch, der ihn dann wie eine Wolke umgibt, genießen. Am Montag ist der wieder verschwunden.

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Impfen

„Ich lasse mich nicht impfen.“, sagt ein erwachsener Mann wie ein bockiges Kind. „Ich finde es auch schlimm, wenn ich getestet werden muss.“ sagt ein anderer. Sie stehen vor dem Tor und wollen auf das Festivalgelände. „Hm, das geht leider nicht, wir wollen die Menschen schützen, die hier ihre Musik und Freiheit feiern. Lasst euch testen, dann kommt ihr rein.“ Die junge Frau im Einlassbereich ist konsequent, lieber zwei Besucher weniger als das Risiko. Herr Nipp wünschte sich, alle würden so reagieren.

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Liebe(r) Leserin, Leser

An dieser Stelle möchte dir danken, dass du dir jeden Tag eine Minute Zeit für Herrn Nipp nimmst.

Tatsächlich freue ich mich darüber, auch dass du nicht die kleinen Fehler bemängelst, die sich manchmal einschleichen, da viele Texte via smartphone geschrieben werden. Auch da ich meist nicht auch noch korrigieren will, das muss ich oft genug bei anderen machen. Man kann sich gar nicht vorstellen, welcher Segen und gleichzeitig auch Fluch so ein Autokorrektur-Programm sein kann. Manchmal entstehen dabei völlig sinnentstellende Neukombinationen, die ich nicht sofort bemerke. Dann kann man sich schon einmal wundern, was da so hinterher im Netz steht.
Ich hoffe inständig, die Neologismen und teilweise verwendeten Fremdwörter sind halbwegs erträglich, ebenso der schlechte Humor, der in meiner Familie eben so gepflegt wird. Die versteckten oder offenliegenden Verweise auf meine Lieblingsmusik und die Literaten, die ich schätze magst du einfach als kleine Tipps verstehen. Sehr schön finde ich es, wenn ich irgendwo auf bestimmte Geschichten angesprochen werde und jemand hat sie völlig anders verstanden, als sie gemeint waren, das zeigt mir dann, dass Sprache eben nicht eindeutig ist, ebenso wenig wie Bilder und Verhalten.

Es mag für einige Leser der Eindruck aufkommen, dass da ja keine andere Figuren auftauchen, die eindeutig erkennbar sind. Das stimmt, denn hier soll sich niemand direkt angegriffen fühlen, sondern vielleicht auch über sich selbst schmunzeln können. Und die Menschen, die ich eindeutig erkennbar mache, sind entweder frei erfunden, aber häufig wiederkehrende Abziehbilder aus jeder Gesellschaft, die anderen sind echte ***, aber das sage wie schreibe ich natürlich nicht.

Weiterhin wurde schon häufiger gefragt, ob Herr Nipp einsam sei. Das weiß ich ehrlich gesagt nicht so genau, aber wenn er manchmal allein ist, findet er das wohl ganz korrekt so. Letztlich ist und bleibt er lediglich eine Figur, ist fiktiv.

Besonderer Dank geht übrigens an meine Kinder, die es immer wieder einmal ertragen müssen, in den Geschichten verwurstet zu werden und plötzlich Kinder von einem Anderen sind. Natürlich nur im wörtlichen Sinn, nicht im wörtlichen versteht sich.

Dank auch an alle Freunde, Nachbarn und Ex-was-auch-immer, die manchmal herhalten müssen.

Eine Bitte um Entschuldigung an alle, die sich je angegriffen fühlten, ebenso entschuldige ich auch alle E-Biker, die mit ihren Motorrädern im Wald eigentlich nichts zu suchen haben, schon allein, weil sie sich zu laut unterhalten; alle Autofahrer, die Radfahrer und sonstige Menschen übersehen und erst bremsen, wenn es gar nicht mehr anders geht; Hauptsache, sie bremsen überhaupt. Ich entschuldige auch all diejenigen, die dazu beigetragen haben, dass ich sie nicht mag. Sie können ja nichts dafür, dass sie so sind wie sie sind. Wer weiß denn schon, was dahinter steckt, wenn man Kunst und Dekoration verwechselt. Liebe Schottergartenbesitzer, Gabionengärtner, zu laute Motorradfahrer, Impfverweigerer und liebe was auch immer, was soll euch sagen?

Ehrlich gesagt, bin ich sogar ganz froh, dass es all diese Menschen gibt, denn sie liefern den Stoff für Geschichten.

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