Wann ist er gegangen

„Wenn er denn wirklich gegangen ist, wann kann das denn dann gewesen sein, oder anders gesagt, was gibt uns die Gewissheit, dass jemand wie er überhaupt gehen will oder gegangen sein könnte, wenn er die Möglichkeit sähe, zu bleiben oder uns ein Bleiben oder Gehen vorzutäuschen?“ Herr Nipp folgt dem Gedankengang und besinnt sich der Wurzel des Streites, fragt das Recht und die Wirklichkeit und je mehr er sich in der Fragestellung verstrickt, desto weniger kann er glauben, dass seine Wahrnehmung an einer beliebigen Stelle auch nur ansatzweise in ähnliche Verstrickungen geraten wäre. Er beißt in den Apfel, der schon seit geraumer Zeit von ihm geknetet wird und Saft spritzt an seine frisch geputzte Brille.

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Zurückhaltend

Wenn denn jemand, ausgerutscht beim Verfolgen eines mehr oder weniger unerreichbaren Ziels, nun lahmte und einen Arzt aufsuchte. Wenn der ihm sagte, was gewesen sei oder aber gewesen sein könnte, so sollte er lieber warten, was bei der Untersuchung wirklich heraus kommt, bevor er selber ausspricht, was er vermutet. Die Sicht des Arztes könnte sonst dem Weg folgen, den der Ausgerutschte einmal eingeschlagen hat. Der Lahme aber kann gewisse Wege nicht mehr gehen.

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Kalt

Kaum traute er sich, die Finger zu bewegen, so schmerzten sie. Die Temperaturen bis weit unter den Gefrierpunkt gesunken. geht der Wind eisig. Er hat den linken Handschuh irgendwo verloren und wechselte nun den rechten immer wieder hin und her. Das wäre ja kaum auszuhalten, denkt Herr Nipp und freut sich am Ofen stehend und sich den Hintern wärmend.

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Zufall Schicksal Glück

Natürlich, denkt Herr Nipp im Auto sitzend auf der Fahrt nach irgendwohin, ist es überflüssig bis blödsinnig mit fremden Menschen über den Zusammenhang der drei Felixbedeutungen zu diskutieren, gar zu streiten, vor allem dann jedoch,wenn man selbst an Schicksal nicht zu glauben vermag. Und doch ist es ihm wieder einmal mit wachsender Verstricktheit passiert, so als sei er ein naiver Schuljunge, unfähig der Evaluation eigenen Seins und Handelns, was wieder einmal durchaus fatale, hier jedoch nicht weiter zu benennende, Auswirkungen hatte. Er hört von REM „Loosing my Religion“ und gerade als Michael Stipe zum Refrain anhebt, überholt ihn ein schwarzer Wagen mit dem Nummernschild RE- M …

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Dröhnen

Seit geraumer Zeit schon wundert er sich. Da ist keine Ruhe, kein Zustand der Lautlosigkeit im Raum. Ständig scheint ein Motor zu laufen, niedertourig zwar und so gesehen (was eigentlich das falsche Wort ist,er hõrt es ja und sieht es nicht) relativ leise im Vergleich zu vielem anderen. Je mehr sich Herr Nipp jedoch darauf konzentriert, desto lauter scheint das Geräusch zu werden. Auch die Unregelmäßigkeiten fallen ihm irgendwann auf, dieses leicht An- und Abschwellen. Als habe der Motor irgendeine Unwucht. Mit der Zeit scheint ihm das Geräusch zu einem Dröhnen zu werden. Doch was ist es, wo kommt es her? Er steht auf und verlässt den Raum, summt eine einfache Melodie, entspannt und weiß plötzlich, das war kein Motor, sondern sein eigener Blutdruck.

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