Nichts

Eigentlich sollte hier und heute nichts stehen, aber das geht ja nicht.
Eigentlich soll hier und heute nichts stehen, aber das geht ja nicht.
Eigentlich soll hier und heute nichts stehen, aber das geht nicht.
Eigentlich soll hier heute nichts stehen, aber das geht nicht.
Eigentlich soll hier nichts stehen, aber das geht nicht.
Eigentlich soll hier nichts, aber das geht nicht.
Eigentlich soll nichts, aber das geht nicht.
Eigentlich nichts, aber das geht nicht.
Eigentlich nichts, das geht nicht.
Eigentlich nichts, geht nicht.
Eigentlich nichts geht nicht.
Eigentlich geht nicht.
Eigentlich nicht.
Eigentlich

Nichts

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Besuch

Er hat gerade eine alte Schallplatte aufgelegt, als es an der Tür klingelt. Eigentlich hatte er geplant, in aller Gelassenheit im Wohnzimmer zu sitzen (vor dem Kaminofen), in dem neuen Roman zu lesen und den Alltag eben Alltag sein zu lassen und nun steht da jemand vor der Tür und will wahrscheinlich irgendetwas von ihm (Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um jemand handelt, der sich im Haus vertan hat oder dass es ein Paketbote ist, gestaltet sich als unglaublich unglaublich und damit höchst unwahrscheinlich. – sind solche Sinnloskonstruktionen von Sätzen nicht wirklich schön?) Im schlimmsten Fall ist es ein Freund oder gar Verwandter, der mit ihm sprechen will, du weißt schon, eines dieser wirklich wirklich langen Gespräche, die irgendwann in der Nacht enden und dann liegt man sich zum Ende in den Armen und drückt ein paar Tränen heraus. Echt, dicke Kullertränen. Nicht weil alles so traurig ist, sondern weil man wirklich glücklich ist. Die eine Seite, dass die andere Seite nun doch endlich mal abhaut und man zwar nicht mehr lesen kann, dafür aber ins Bett, die andere, weil sie zumindest für die letzten sieben Stunden offene Ohren eines so sensiblen Zuhörers gefunden hatte, der auch noch zwei richtig gute Flaschen Wein auf den Tisch gestellt zu haben, sich gemüßigt gefühlt hatte.

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verschwommen

Zuweilen sehe ich wirklich verschwommen, dachte der Schwimmer.

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Von Hölzchen und Stöckchen

Die Vögel zu füttern ist heute wohl kaum noch umstritten. In den Städten dieser Republik würden sie wahrscheinlich heute sonst verhungern. In den Stein- und Schotterwüsten unserer Zeit wächst einfach kaum etwas Fressbares. Nein, hier soll jetzt wirklich kein Lamento über die Baumarktopfer folgen, die ihre Gärten mit der Ästhetik und den martialischen Materialien von Strafgefangenenlagern gestalten. Herr Nipp glaubt sogar, dass die Gartenplkaner der heutigen Zeit früher einmal für ganz andere Zwecke eingesetzt worden wären, was aber nicht weiter ausgeführt werden sollte, da würde sich sicherlich ein neuer Verschwörungsmythos bilden, den hier niemand befeuern will. Offenbar braucht der moderne Mensch, der selbst entscheiden darf, diese Form der Selbstinternierung. Hier ist mein Reich, dort am mit Plastikstreifen durchwirkten Doppelstegmetallzaun endet mein selbst gewählter Horizont. Wer will schon über den eigenen Tellerrand hinausschauen. Ich als Schottergärtner nicht, es ist eh schon ziemlich warm hier im Sommer. Ja, Vögel müssen gefüttert werden und mancherorst wohl auch das gesamte Jahr über. Herr Nipp hat es sich angewöhnt, auch die Eichhörnchen zu füttern, irgendwie hat er gerade das Gefühl, dass trotz der Begrünung der Straßen durch Archtiektenpetersilie wie etwa Amberbäume die hiesige Fauna keine Vorteile von dieser Maßnahme hat. Man könnte auch von städtischem Greenwashing sprechen. „Liebe Mitbürger, wir begrünen die Straßen für Sie und entfernen Ihre uns lästigen Parkplätze im öffentlichen Raum.“ Anders gesagt: „Leute, entfernt eure Gärten zugunsten eigener Parkplätze, das ist für die öffentliche Hand erstens billiger und zweitens habt ihr doch eh keine Lust auf Gartenarbeit.“ Das führt übrigens nebenbei bemerkt zu einer zusätzlichen Überhitzung der Stadt. Aber an dieser Stelle bin ich wohl mal wieder vom Thema abgekommen und über das Ziel, das ich nicht kenne, herausgeschossen. Von der Fahrbahn abzukommen hilft im künstlerischen Bereich übrigens wirklich, weil sich manchmal, wenn man Glück hat, neue Wege und Perspektiven ergeben. Natürlich wollte der Erzähler keine Kritik über, wo doch alles gut ist. Er liebt Amberbäume und Tulpenbäume, sie machen auch weniger Dreck. Ziel erreicht.

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Was du heute siehst

Es ist alles vergänglich, das ist den Menschen wohl nicht erst seit dem Barock bewusst, auch wenn kaum eine andere Epoche dies so sehr in den Mittelpunkt des Denkens erhoben hat. Der heutige Mensch geht wohl eher vom Augenblick aus. Ja, es ist alles im Werden und Vergehen begriffen, das wissen wir, aber was interessieren uns gestern und morgen? Es ist die Zeit der Hedonisten, der Egoisten, der Jetztgläubigen, die sich und ihre Problemchen im Blick haben. Da erzählt Herrn Nipp ein Kollege im vollsten Unschuldsbewusstsein, dass er sich morgens eigentlich kaum entscheiden könne, ob er nun den BMW fahre, der habe ja schließlich ein Cabrioletdach oder den Mercedes, er mache sich aber auch manchmal Gedanken darüber, ob es nicht viel umweltfreundlicher sei, das Motorrad mal wieder aus der Garage zu holen, das sei doch bei einer Person wohl das Beste. Des Herrn Nipps Vorschlag, häufiger das Fahrrad zu nutzen oder zu Fuß zu gehen, wird augenblicklich verworfen. Welch eine Zumutung. Auch seine Idee bei einem anderen Kollegen, doch näher zum Arbeitsplatz zu ziehen, was energetisch und zeitlich durchaus vorteilhaft wäre oder sich einen Arbeitsplatz in der Nähe des eigenen Zuhauses zu suchen, erscheint dem Gegenüber fast ketzerisch. Als er kürzlich einen Autofahrer darauf hingewiesen hat, er könne doch zumindest im stehenden Modus vielleicht den Motor ausmachen, der nun schon seit einer viertel Stunde vor sich hin brummt, wurde er angebrüllt. Wenn er dann sogenannt liberale oder konservative Politiker hört, es sei doch wohl schwachsinnig, perspektivisch auf Verbrennermotoren zu verzichten oder gar ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen einzuführen, muss er sich die Frage stellen, was im Kopf solcher Menschen herumspukt. Liberal heißt, auch die Freiheit der Anderen, das heißt auch die Freiheit folgender Generationen, zu achten. Konservativ heißt, nicht alles, sondern das Gute zu bewahren für die folgenden Generationen. Ja, alles ist vergänglich, auch der nutzlose Verbrauch, spätestens dann, wenn nichts mehr zum Verbrauchen da ist. Aber dann muss er sich auch an die eigene Nase fassen, seinen Diesel fährt er tatsächlich immer noch manchmal.

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