kalt

Es ist so kalt, er wundert sich und schaut so aus der Wäsche. Am nächsten Tag, es wundert nicht, ist er so kalt wie Eis.

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Glück

Eines Tages erzählte ihm eine Frau folgende Geschichte: „Ich habe den Mönch gefragt, warum er immer so glücklich wirke, denn jedesmal, wenn ich ihn sehe, hat er dieses etwas entrückte Lächeln auf seinen Gesichtszügen, das ich nicht anders deuten kann, als Glück. Der Mann sagte mir: „Wenn ich liege, liege ich. Wenn ich stehe, stehe ich. wenn ich gehe, gehe ich. Wenn ich ankomme, komme ich an. Wenn ich dann koche, koche ich. Wenn ich esse, esse ich und nachmittags wenn ich zum dritten Mal an diesem Tag bete oder meditiere, dann bete oder meditiere ich.“ Darauf habe ich gesagt, dass ich selbiges mache. Und er wiederholte seine Antwort und ich meine. Da sagte er: „Es ist so: Wenn du liegst, willst du aufstehen, wenn du stehst, willst du gehen, wenn du gehst, willst du ankommen und so weiter.“ Das hat mich nachdenklich gemacht.“ „Und?“ „Er hat recht.“ „Und jetzt?“ „Jetzt rede ich mit dir.“ Herr Nipp musste nachdenken und verstand, dann gab auch er eine kleine Geschichte zum Besten: „Mir hat einmal ein Mönch, gesagt, das Geheimnis ewigen Glücks sei, niemals mit Idioten zu diskutieren. Ich hatte ihm damals geantwortet, dass ich das anders sehe. Sein Blick in meine Augen war sehr lang. Ganz ruhig kam folgende Antwort: „Du hast recht.““

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Erfolg

Eines Abends, es ist noch gar nicht so spät und in der Runde wird gerade das erste Bier gebracht, kommt das Gespräch auf Erfolg. Ein Freund erzählt von einem kürzlich erlebten Geschehnis: „Dieser Mann fragte mich doch tatsächlich, was er tun müsse, damit sein Sohn auch richtig erfolgreich werde. Ich habe ihm folgendes gesagt und er war richtig zufrieden damit: Erstens ermöglichen sie ihm die beste Ausbildung, die Sie sich leisten können. Zweitens: lügen Sie ihn an und erklären ihm glaubhaft, dass jeder in unserer Gesellschaft die gleichen Chancen habe und es an jedem Einzelnen liegt, wohin er oder sie kommt. Drittens statten Sie das Kind mit Selbstvertrauen und der Selbstverständlichkeit des Geldes aus. Ein stattlicher finanzieller Grundstock in Form eines Fonds, der regelmäßig ausschüttet, wäre schon gut. Viertens vermitteln Sie ihm die wichtigsten Eigenschaften, die Sie selbst bereits zu Genüge besitzen: unbedingte Empatielosigkeit; Mut zum Risiko, das andere tragen; absolute Rücksichtslosigkeit gegenüber jeglichen Konkurrenten, Treue nur sich selbst gegenüber; das Bestreben, reicher zu werden; Gier; Ausnutzung jeglicher Beziehungen, so sie zum eigenen Vorteil gereichen und letztlich natürlich völlige Gewissenlosigkeit. Sie werden sehen, Ihr Kind wird Ihnen in allem nacheifern, ja vielleicht sogar noch erfolgreicher werden als sie selbst.“ Herr Nipp ist etwas perplex, schaut sein Gegenüber fragend an: „Hast du das wirklich gesagt? Das ist echt mutig.“ „Naja, ich habe außerdem folgendes gesagt: Wenn Ihr Sohn allerdings ein großer Mensch werden soll, dann lassen sie dessen Geist wachsen, indem sie ihn anregen, alles das infrage zu stellen.“

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viel los

das Wetter ist so lala. Nicht mehr so bitter kalt wie am Tag zuvor, nur noch kühl. Es regnet ein wenig vor sich hin und die Luft hat einen guten Geschmack. Geruch und Geschmack überschneiden sich nach Meinung von Herrn Nipp. Ein Kaffee lebt durch seinen Duft, Herbstluft aber schmeckt meistens, meint er. Warum auch immer. Aber Synästhesie verstehen auch nur Synästheten, Menschen, deren Sinne verschränkt sind. Er hat sich mit einem Freund verabredet zum jagdlichen Ansitz. Es wäre schön, meint der Freund, wenn sie mal ein Wildschwein schießen würden. „Die schmecken einfach gut.“ Der Jagdgast oder Beisitzer muss zustimmen, Wildschweinqulasch ist fein im Herbst oder Winter. Noch im Hellen steht ein kleines Rudel Rothirsche vor ihnen auf dem Wildacker. „Das sind keine Hirsche“, meint der Jäger,“sonder zwei Tiere, ein Schmaltier und zwei Kälber.“ „Ach so.“ „Hirsch heißt nur das männliche Rotwild.“ „Wenn es so ist in eurer Jägersprache, OK. Aber trotz dem: ganz schön viel los hier heute Abend. Die reinste Partygesellschaft.“ „Manchmal frage ich mich wirklich, ob du das hier wirklich ernst nimmst oder mich einfach nur verkaspern willst.“

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nächtig

plötzlich fällt die Nacht herunter

deckt ihn dunkel zu

nanu, denkt er wenig munter

was machst da denn du

plötzlich fällt der Tag ganz raus

denn da wird es dunkelkalt

er besinnt sich, so ist’s halt

geh jetzt besser wohl nach Haus

Ganz knapp nur er den Weg noch findet

da die Sicht auf alles schwindet

doch noch grad so angekommen

so ist er müde, ganz benommen

…reimt er für sich hin, ganz nebenbei und muss plötzlich laut lachen, nicht wegen der naiv einfachen Wortwahl und Struktur, nicht nur ob der klaren Voraussehbarkeit und eher platten rhetorischen Figuren, aber die Vorstellung die Feingeister der literarischen Gesellschaft beim nächsten offenen Leseabend damit zur kritiklosen Verzweiflung zu treiben, amüsiert ihn schon jetzt außerordentlich.

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