Spiele

Spiele zu spielen, die andere nicht verstehen können oder wollen oder aber missbilligen, weil sie einfach zu kindisch sind oder zu albern oder zu unverständlich, weil niemand die inneren Bezüge über die Zeit zurückverfolgen kann, könnte ihm eine gewisse oder beeser noch ungewisse Freude bereiten, wenn er nicht wüsste, dass es so wäre, dass diese Spiele letztlich immer zu anderweitigem Missvergnügen führen; so stellt er solche Spiele also lieber zu Gunsten einer weniger angespannten Stimmung ein, nicht immer, aber doch meistens. Er legt das angeblich so intelligente drahtlose Telephon beiseite und nimmt den Stift in die Hand. Er schreibt Wortkolonnen um Wortkolonnen und lässt sich von den Wortbedeutungen gern treiben, vom Gelächter der Menschen, die ganz in seiner Nähe feiern, die ihre achtlosen Kleingespräche führen und sich unterbewusst von Thema zu Thema treiben lassen. Immer dann dieses eine Thema verlassen, wenn es zu anstrengend wird oder das Terrain der Oberfläche verlässt, immer dann, wenn sich andeutet, dass ein Satz oder Beitrag nicht zu einer Pointe führen wird oder kann. Dieses Hopsen von hier nach dort, ohne an einer Sache zu klammern, ohne sie völlig zu hinterfragen, scheint eine ungezwungene erfolgreiche Kommunikation auszumachen. Er zieht sich nach einiger Zeit der Beobachtung, des absichtslosen Lauschens ohne Ziel zurück und stellt sich unter die Dusche. Vielleicht hilft ja das kalte Wasser, das spierische zu beenden und zu gewisser Ernsthaftigkeit zurückzukehren. Sicher aber hilft es, für eine gewisse Zeit die lästigen Mücken abzuwehren, die allein diesen Abend schon drei mal erfoglreich waren.

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unerhörte Fragen

Manchmal stellt er sich Fragen, die besser unbeantwortet bleiben sollten, einfach deshalb, weil die Antwort innere Konflikte auslösen könnte. Zu Unmöglichkeiten des Anstandes und der Höflichkeit. So könnte beispielsweise die Würde des Alters glatt unterhöhlt oder ausgespült werden, wenn man etwa fragte, ob das Portrait eines oder einer Alten auch als Faltenwurf bezeichnet werden kann. Das nämlich denkt er jedesmal morgens, wenn er in den Spiegel schaut. Darf ein amputiertes Bein als Radikaldiät bezeichnet werden? Ist ein Sportler, der gerade Gras geraucht hat, gedopet? Nein, sollte Fragen sollte er sich niemals stellen. Auch nicht, warum die Ökofreunde da unten eine Wurst für 63 Cent grillen; natürlich vor der giften Glut durch eine dicke Aluminiumfolie geschützt. Bitte nicht hinterfragen.

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Perspektiven

Manchmal erzeugt der vorbehaltlose Perspektivwechsel neue Erkenntnisse.

Die Europäer fahren in den Süden, um dort rot und braun zu werden, die Australier erfreiren dort.

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Sprechen

Er muss sich nicht darüber streiten, wie nun ein Wort in dieser oder jener Sprache genau ausgesprochen wird, es reicht ihm zu wissen, es gibt immer wieder Verbindungen der Herkunft und Bedeutung über die Sprachgrenzen hinweg. Keine Kulter, keine Sprache ist so abgeschlossen, dass nichts von außen gekommen wäre. Vor allem aber in Europa. Die Diskussionen, was nun das typisch Deutsche ist, das originäre Französisch oder das echte Spanisch sind obsolet. Dass das Wort „Feige“ nicht ursprünglich aus dem Deutschen kommt, ist ihm wohl klar, denn selten hat man in Deutschland den Anbau, das heißt den wirtschaftlichen Anbau gesehen, nein, garnicht, denn die Bäume können dort die harten Winter (Zumindest die Winter, die dort vor dem Klimawandel herrschten.) kaum erfolgreich überstehen und die richtigen Fliegen, die nötig für die Befruchtung sind, haben sich immer noch nicht angesiedelt. Dass die Spanier „figo“ sagen oder die Franzosen „figue“ist ihm wirklich fast egal, er nimmt es eben hin, so wie man es hinnimmt, dass der Asphalt in jenem Landstrich diese helle Farbe hat und an anderen Orten ganz hell ist. Wer hinterfragt denn da schon, welche Steinsorten Verwendung finden, welche genaue Zusammensetzung es geben könnte. Genauso weiß er, dass Pflaumen und andere Früchte ursprünglich nicht auf deutschem Mist gewachsen sind, sondern die Kultur des Obstanbaus von dern römischen Invasoren mitgebracht wurde. Dass auch die Fachbegriffe des Hausbaus von diesen machthungrigen Eroberern mitgebracht wurden, sollte jedem klar sein, der die Sprachen vergleicht, außerdem gibt es keine germanischen Steingebäude, die zum Wohnen bestimmt waren, sie haben sich auf Holzkonstruktionen beschränkt, ob nun aus Unkenntnis, Interesselosigkkeit oder mystischen Gründen, ist völlig egal, immerhin haben sie das Wort „Wand“ erfunden. Manchmal aber genießt Herr Nipp es, sich mit anderen Leuten über Bedeutungen und die Wortherkunft zu streiten und noch mehr, absichtlich Falschinformationen einfließen zu lassen, welche von den anderen dann gerne übernommen und schließlich dann von ihm selbst auf fulminante Weise wiederlegt werden. Wer weiß, kann manipulieren; wer nicht weiß, sieht sich der ständigen Gefahr ausgesetzt, veräppelt zu werden. Da sind sie weider, die Früchte.

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Sprüche

Die Schönheit liegt zuweilen im Augenblick des Blicks.

Es gibt Tage des Schreibens und Tage des Abgeschriebenhabens.

 

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