Kindergeschrei

Kindergeschrei kann uns zur Weißglut treiben, ja, aber stellen wir uns eine Welt ohne vor. Wir müssten vor Langeweile aussterben.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Kindergeschrei

Kleinigkeiten

Es sind die Kleinigkeiten, die dem Leben Würze verleihen. Die groben Zutaten blieben sonst oft recht laff.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Kleinigkeiten

Städte

„…da wird einem dann immer gesagt, die sei die Einkaufsstadt, die andere die Sportstadt und die letzte dann die KLulturstadt.“ „Ja, aber jede hat ihre Vereine im sportlichen und kulturellen Bereich, jede hat ihre Sport- und Kulturstätten und in jeder kann man einkaufen. Es kann also nur um Schwerpunkte gehen und ob die nun von der Politik gewünscht sind oder nicht…ltztlich bestimmen die Menschen darüber, wohin sie gehen.“ „Dann stimmt das alles also nicht?“ „So ist es nun auch wieder nicht. Die eine hat eben die institutionelle Kultur mit öffentlicher Förderung, die andere hat die besseren Sportstätten und eine die beste Einkaufsstraße, aber das sind eben Schwerpunkte, mehr nicht. Das heißt nicht, dass es etwas ausschließlich hier oder dort gibt.“ Herr Nipp hört im Bus einem Gespräch zwischen einer Lehrerin und einem Referendar zu. Am liebsten würde er mitdisputieren, ob das eine oder andere denn nun Sinn ergebe oder nützlich sei, aber er hält sich besser zurück. Das letzte Mal ging es dank seiner verschärfenden Einwürfe bis zu einem Bus-Tumult und er war froh, dass daraus keine handfeste Schlägerei wurde.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Städte

losgehen

Hat er alles bei sich? Herr Nipp überprüft noch einmal seine Sachen und muss feststellen, dass noch ein Apfel fehlt. Ohne Apfel geht es einfach nicht. Morgens pflückt er sich noch schnell einen oder gleich mehrere vom Baum, dann geht es los. Flott, aber innerlich beruhigt. Und irgendwie hat er dann den alten englischen Spruch im Kopf: „An apple a day keeps the doctor away.“

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für losgehen

Türöffner

All seine Schlüssel klimpern in der Tasche. Vor vielen Jahren hatte er darüber einmal ein Gedicht geschrieben. Damals im Studium, als er jeden Tag von der Uni den steilen Berg absteigen musste, denn diese lag ganz oben oberhalb der Stadt und dann auf den anderen Seite des Tals wieder hinauf musste, denn auch dort lag seine Wohnung ein ganzes Stück weit oben. An manchen Tagen hörte er bei jedem Schritt dieses Klappern und Klimpern, manchmal konnte er das allerdings auch gut ausblenden. Wenn er durch den Herbstmatsch stapfte etwa oder wenn er durch die Stadt ging. Immer irgendwie auf der Suche nach irgendetwas, immer mit dieser Unzufriedenheit gestraft, die sein gesamtes Leben begleitet. Nicht Unglücklichkeit wohlgemerkt. Glücklich war er eigentlich immer gewesen, konnte Glück bei den kleinsten Ereignissen empfinden und gleichzeitig diese rastlose Unzufriedenheit. Es musste raus, irgendwas musste er machen und schaffen, irgendwas musste entstehen. Was es genau war, konnte er nicht erklären. Und immer war er froh, nach Hause zu kommen, zumindest für ein paar Stunden, dass er sich ins Zeichnen, Lesen oder Musikhören versenken konnte, dass er mit seinen Freunden reden konnte. Nur einmal hatte er damals irgendwo seinen Schlüssel liegenlassen und niemand konnte ihm öffnen, da hatte er in einem kleinen Raum in der Uni übernachtet und war glücklicherweise nicht erwischt worden.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Türöffner