Schreiben

Er hat ein Buch geschrieben, in einer Nacht. Er hatte warten müssen und hat es einfach gemacht. Die Blätter lagen vor ihm, die Stifte ebenfalls, also ging es leicht von der Hand, denn vorher war kein Gedanke daran verschwendet worden. Nach einigen Stunden wurde er abgeholt, er war noch ganz entrückt. „Was ist passiert?“ „Ach, eigentlich nichts. Ich hatte auf dich gewartet und es dauerte länger als erwartet. Da habe ich unerwartet angefangen zu schreiben und es kam einfach aus mir heraus, als würde die Nase bluten oder so. Und jetzt habe ich ein ganzes Buch fertig.“ „Liest du es mir vor?“ „Irgendwann mal, vielleicht. Jetzt noch nicht, es muss noch reifen.“

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warum er im Bett nicht mehr liest

Hätte jemand ihn früher gefragt, was er so in Zeiten vor dem Einschlafen mache, hätte Herr Nipp geantwortet, dass er liest, ja, liest, bis er vor Ermüdung nicht mehr kann. Das hat sich geändert, jetzt liegt er vielleicht noch einige Minuten im Bett und liest nicht, bevor er einschläft, mehrfach war es ihm passiert, dass er vergessen hatte, die Brille abzusetzen und das sah am nächsten Morgen dann gar nicht so lustig aus.

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Eines Tages

„ich höre.“ „ich will von ihnen was hören.“ „weil sie ihn am besten kennen.“ „ja.“ grünes Licht von draußen, blaues Licht drinnen . Eine Leuchte an der Hauswand.“ich will nur wissen.“ „ok.“ „ich muss wissen.“ Die Lichter gleiten über die Frontscheibe des Autos. Eine Tür fällt zu, Gläser klingen. „sag mal, das ist doch erbärmlich.“ Sie sitzt auf dem Sofa und hört anderen Menschen zu.

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Lesen

Er hat in einem dieser Bücher gelesen, die er normalerweise nicht in die Hand nehmen würde, einem jener Lebensweisheitenverteiler, die überall dort ausliegen, wo Menschen sich in Grenzzuständen befinden. In Kirchen etwa, in Krankenhäusern oder palliativmedizinischen Einrichtungen, in Hospizen oder Altenheimen. Tatsächlich legen sich zunehmend auch Ärzte solche leichteingängige Ware zunehmend in ihre Wartezimmer. Sobald sie anfangen abgespeckt auszusehen, werden sie durch neues Material ersetzt. Da finden sich kitschig vertraute Bilder der Gartenlandschaft mit darübergedruckten Sinnsprüchen. Und nach dem ersten Text kann man sich kaum dem nächsten entziehen, bis du aufgerufen wirst, denkt Herr Nipp. Er legt das Buch beiseite und kann verstehen, warum sich diese Büchlein im Quadratformat so gut verkaufen. Die Wartezeit, die Zeit des Zweifels wird gefüllt mit angenehmer Leere und sobald das Druckwerk beiseite gelegt worden ist, sind sämtliche samtweichen Texte schon vergessen.

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könnte sein

Vielleicht ein Durchleuchten
oder Erkennen
einiger Zusammenhänge

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