Als er in das Zimmer kommt…Nein, so kann man nicht anfangen als Erzähler, denn das hieße ja, dass die eigentliche Vorgeschichte, der Ursprung des Problems sozusagen, nicht in die Erzählung aufgenommen wird. Also zurück zum Anfang.
Seit einigen Wochen hat er das Arbeitszimmer, welches in der Zeit vorher zur reinen Rumpelkammer verkommen war, nicht mehr betreten. Er weiß, welche Arbeit sich da auftun wird. Abgründe oder besser Berge, deren Erklimmen fast unmöglich erscheint, wollte man nicht in Gefahr geraten, unter Lawinen von Zetteln und Belegen, von Büchern und Heftern, von Ordnern oder besser Unordnern begraben werden. Er weiß um seine Erfahrungen mit diesem Zimmer, das vor Urzeiten so ordentlich war. Auf irgendeine unüberschaubare Art ist es zu einen Dschungel degeneriert. Er hat sogar Angst, dass die Akten inzwischen als Lianen von der Decke wachsen und ihn erwürgen werden, wenn dieser Raum nur betreten wird. Allen Mut aber hatte an diesem Morgen zusammen genommen, mit aller Kraft die Tür aufgedrückt und feststellen müssen, dass es gar nicht so schlimm aussah, ja, da lagen einige Papierstapel, da stapelte sich auch einiges an Büchern, aber alles musste tatsächlich nur schnell umstrukturiert werden. Die Bücher in die Regale geordnet, die Zettel gelocht und abgeheftet. Und ebenso tatsächlich ist die Arbeit schon nach anderthalb Stunden getan. Der Raum sieht arbeitsfähig aus, nein, sogar geleckt. Der Schreibtisch ist geleert, ja, sogar das Sideboard macht einen ordentlichen Eindruck. Nerr Nipp geht kurz in die Küche, kocht sich einen Kaffee und verzehrt dazu einige Haferplätzchen, die viel zu süß aber lecker sind.
Da hört er ein Poltern, kein Geist ist das, eines der Regale ist unter dem neuen Gewicht zusammengebrochen. Es wird Monate dauern bis er den Raum wieder wird betreten können. Herr Nipp, nicht der Geist.