übergänglich

Ein zarter Farbton liegt über den Mittelgebirgsbergen des Sauerlandes, die von den Borkenkäfern entfichtet sind. Lichte Heidelandschaften sind entstanden, von den unendlich vielen Fingerhüten mit rotviolett behaucht. Dazwischen Birken und andere angeflogene Laubbäume, Espen, Ebereschen. Neue Perspektiven und Sichtachsen ergeben sich. Alles erscheint Herrn Nipp fröhlich und lichtdurchflutet. Nur der Platzregen, der gerade unerwartet über ihn hereinbricht, stört da etwas.

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Unwissen

Während in der Wohnung noch Türen geklappert werden, von den letzten Gästen, die jetzt ganz eigenständig das Haus verlassen, vielleicht noch einige Verabschiedungsfloskeln murmelnd, während jetzt also langsam Ruhe einkehrt, liegt Herr Nipp schon lange im Bett. Er war irgendwann mit einem „So!“ auf den Lippen aufgestanden. Alle hatten gewusst, dass er jetzt geht, ob sie nun ebenfalls aufbrechen oder noch Stunden da sitzen und die letzten Getränke- und Knabbervorräte plündern, über ihn oder alle möglichen Wesenheiten und die tatsächliche Erscheinung des Seins diskutieren oder schwandronieren. In seinem Unwissen darüber konnte er herrlich in Morphois Armen liegen und würde morgens früh früh aufwachen und glücklich in den Tag starten.

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du-weißt-schon-Momente

Eigentlich, denkt Herr Nipp in einem dieser besonderen du-weißt-schon-Momente, habe ich mein ganzes Leben letztlich immer darüber geschrieben, dass ich nicht weiß, worüber ich eingentlich schreiben sollte. Immerhin aber hat die Suche nach einem Thema dazu geführt, dass ich alle Themen, die mein Leben betreffen irgendwie dann doch gestreift habe.

Er klappt in dieser Nacht seinen Rechner zu, zufrieden, und ist froh, dass er diesen Gedanken doch noch eingefangen hat, bevor der Schlaf ihn gleich überwältigen wird.

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Wald

Zuweilen regnet es draußen, mal ganz beschauerlich, mal als Platzregen, zuweilen kommt es Herrn Nipp so vor, als hätte der Regen weder Anfang noch Ende. Aber letztlich ist er doch immer ganz froh darüber, in einer Gegend zu wohnen, die nicht völlig ausgetrocknet erscheint. Nach solchen Ergüssen geht er gerne in den Wald. Die Luft ist herrlich, irgendwie hat er das Gefühl, dass alles gereinigt ist. Gute Gerüche. Die Vögel geben Laute von sich, überall gluckert es. Die riesigen orangefarbigen Schnecken kreuzen die Wege, frisches Laub liegt dort zuhauf. Manchmal kann er dann sogar große Säugetiere erblicken, Rehe, Sikas, Rotwild oder auch Amphibien, Insekten, Spinnentiere. Es ist kaum zu glauben, wenn man nur in der Stadt lebt, was in den Wäldern alles kriecht, läuft und fliegt. Auf seinen Spaziergängen gerät er immer in Gedankenströme, die ihn wegtragen. Und trotzdem fühlt er sich geerdet.

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Beizeitig

Es gab Zeiten, meint der Rentner, da hast du noch lämgere Texte geschrieben. Es gab Zeiten, antwortet Herr Nipp, da hatte dein Zynismus Witz.

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