Kirschkernweitschnipsen

Unten im Garten am Teich sitzen sie bequem auf der Liegebank, die mit zwei Polstern versehen ist, essen Kirschen und schnipsen die Kerne in hohem Bogen über das Wasser. Manchmal trifft auch der eine oder andere das Sonnensegel, wird umgelenkt und landet mit einem Plöppgeräusch im Teich. „Hoffentlich wird kein Fisch getroffen“, meint die Mitbewohnerin. Herr Nipp glaubt das eher nicht, er denkt allerdings auch gerade darüber nach, wie es wohl wäre, wenn man im Kino Kirschen essen würde und versuchte, jedes Mal die Leinwand hinterher zu treffen. Was würde wohl passieren, wenn die anderen Besucher bei einem spannenden Film so ein feuchtes, glitschiges Teil im Nacken oder an der Wange spüren würde…

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Kirschkernweitschnipsen

weise

„Ich erkenne Sachverhalte, von denen ich nichts weiß und weiß von solchen, die für mich nicht zu erkennen sind.“ Ganz im Vorbeigehen bei der Betrachtung einer Blume ist ihr das herausgerutscht. „Ist das ein Sprichwort oder dein eigener Einfall?“ , fragt Herr Nipp. „Woher soll ich das wissen „, meint die Freundin verschmitzt, „manchmal ploppen solche Sätze einfach aus mir heraus, ohne dass ich mir Gedanken darüber mache.“

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für weise

Beim Frühstück amüsiert sich der sonntäglich mitfrühstückende Freund über den Namen der Teichfische: „Moderlieschen wäre ein toller Name für eine Frauenpunkband der 80er Jahre gewesen.“ „Moderlieschen kommt von Mutterlose, weil die Eierschnüre von Enten an den Füßen von Teich zu Teich transportiert werden.“ Auf dem nachfrühstücklichen Spaziergang, den die drei Herren (Zwischenzeitlich ist ab neun der Dritte im Bunde dazu gestoßen.) zum Gedankenaustausch unternehmen, begegnet ihnen auf der Ruhe eine entflohene weiße Hausente mit drei gelbbraunen Küken. „Ah, das ist dann wohl deine Ente, die dir die Fische gebracht hat.“ „Nein, die habe ich gekauft, aber es wäre der Stoff für eine Geschichte mit biografisch-fiktionalem Anspruch.“

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für

Popcornkino

Die heimischen Lichtspielhäuser können nichts dafür, dass er nur noch selten Filme auf der Leinwand sieht. Sie müssen überleben und das scheint nur mit sogenannten Blockbustern möglich. Neben dem aktuellen Aktionsklamauk werden animierte Geschichten und ein Horrorfilm gezeigt. Immerhin ein Streifen könnte vielleicht was sein. Spätvorstellung um elf. Also trifft er sich mit drei Freundinnen viertel vor elf vor dem Lichttheater. Der Anfang ist schlüssig, den Mittelteil bekommt Herr Nipp nur teilweise mit, da er immer wieder einnickt, zum Ende hin ist er ausgeschlafen, versteht aber nicht mehr alles. Die Freunde, zumindest die zwei, die aufgrund des Dauerlärmteppichs gar nicht die Äuglein schließen konnten, bestätigen ihm die mittelmäßige Handlung. „Immerhin hat das Popcorn gut geschmeckt.“

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Popcornkino

Nebenan

Nebenan schimpfen zwei Amseln aufgeregt. Naja, denkt Herr Nipp, die streiten sich. Es hört aber nicht auf, so dass er aufsteht zu schauen. Da eine Elster dort herum läuft, ist es wohl deren Anwesenheit, welche die kleineren Singvögel auf die Palme bringt. Dann fängt der schwarzweiße Rabenvogel an zu schimpfen, sofort springen ihm drei weitere bei. Das muss wohl etwas dringlicher es sein. Weniger Minuten später taucht Nachbarskatze bei Herrn Nipp im Garten auf, legt sich friedlich neben ihn, lässt sich kraulen und schaut mit unschuldigstem Blick. Nur die kleine Feder, die ihr im Gesicht klebt verrät die Missetat.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentare deaktiviert für Nebenan