so Tage

Es gibt diese Tage, da stimmt nichts, so gar nichts, um genau zu sein. Es fängt mit dem Aufstehen an, irgendwie weiß Herr Nipp dann, dass er besser liegen geblieben wäre. Natürlich wird er sich den kleinen Zeh am Bettpfosten stoßen und humpelnd zum Bad gehen, wor genauso natürlich der Wasserstrahl der Dusche lkalt bleibt. AB dieser Stelle soll auf das Wort „natürlich“ verzichtet werden, Selbst dem unaufmerksamsten Leser ist ja wohl klar, dass es bei jedem weiteren Satz eingefügt werden könnte, naja, bei fast jedem. Der Kaffe schmeckt laff, das Brot hat leider einen Hauch von Schimmel und ist nicht mehr zu genießen und das drei Tagfe, nachdem er es gekauft hat. Er kommtr unpünktlich, dafür mit schmutzigen Händen zur Arbeit, weil die Kette des Fahrrads ist dazu entschieden hat, abzuspringen. Begegnet dann auch noch dem diesen Morgen schlecht gelaunten Chef, den er mehrere Tage nicht gesehen hatte und alles, was er im Folgenden anpackt läuft schief. Als er nachmittags nach Hause kommt, muss er feststellen, dass sein Blutdruck wesentlich zu hoch ist und die Medikamente nicht ansprechen. Selbst die halbe Stunde am Gartenteich bringt ihm keine Beruhigung. Da hilft nur eins: früh ins Bett gehen und darauf hoffen, dass morgen alles besser wird. Ja, wenn er das nicht auf noch beziehen müsste, denn morgens hatte er überflüssigerweise selbiges abgezogen und in die Wäsche gegeben. Erst als er liegt, bemerkt unser Alltagsheld, dass alles auf links gedreht ist. „Das ist jetzt einfach mal egal“, denkt er, „Morgen ist auch noch ein Tag.

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die Königin

Da liegt sie so, zufrieden das Gesicht,
wenn man es denn so nennen will.
auf ihrem Kissenthron.
Hat den Überblick von ihrer Position
und weiß in darum ganz still.

Nur wenn die Treppe mal verdächtig bebt,
schaut halb gelangweilt sie, halb fasziniert
und weiß doch eigentlich,
dass ihr hier nichts passiert.

Ihr Fell, gepunktet, kleiner Leopard,
lächelt sie dich an.
Sie hat die Macht im Haus, im Gart-
-en, regiert die Frau, den Mann.

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Kirschkernweitschnipsen

Unten im Garten am Teich sitzen sie bequem auf der Liegebank, die mit zwei Polstern versehen ist, essen Kirschen und schnipsen die Kerne in hohem Bogen über das Wasser. Manchmal trifft auch der eine oder andere das Sonnensegel, wird umgelenkt und landet mit einem Plöppgeräusch im Teich. „Hoffentlich wird kein Fisch getroffen“, meint die Mitbewohnerin. Herr Nipp glaubt das eher nicht, er denkt allerdings auch gerade darüber nach, wie es wohl wäre, wenn man im Kino Kirschen essen würde und versuchte, jedes Mal die Leinwand hinterher zu treffen. Was würde wohl passieren, wenn die anderen Besucher bei einem spannenden Film so ein feuchtes, glitschiges Teil im Nacken oder an der Wange spüren würde…

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weise

„Ich erkenne Sachverhalte, von denen ich nichts weiß und weiß von solchen, die für mich nicht zu erkennen sind.“ Ganz im Vorbeigehen bei der Betrachtung einer Blume ist ihr das herausgerutscht. „Ist das ein Sprichwort oder dein eigener Einfall?“ , fragt Herr Nipp. „Woher soll ich das wissen „, meint die Freundin verschmitzt, „manchmal ploppen solche Sätze einfach aus mir heraus, ohne dass ich mir Gedanken darüber mache.“

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Beim Frühstück amüsiert sich der sonntäglich mitfrühstückende Freund über den Namen der Teichfische: „Moderlieschen wäre ein toller Name für eine Frauenpunkband der 80er Jahre gewesen.“ „Moderlieschen kommt von Mutterlose, weil die Eierschnüre von Enten an den Füßen von Teich zu Teich transportiert werden.“ Auf dem nachfrühstücklichen Spaziergang, den die drei Herren (Zwischenzeitlich ist ab neun der Dritte im Bunde dazu gestoßen.) zum Gedankenaustausch unternehmen, begegnet ihnen auf der Ruhe eine entflohene weiße Hausente mit drei gelbbraunen Küken. „Ah, das ist dann wohl deine Ente, die dir die Fische gebracht hat.“ „Nein, die habe ich gekauft, aber es wäre der Stoff für eine Geschichte mit biografisch-fiktionalem Anspruch.“

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