Schatten

Klar, eine Großstadt ist nun mal kein Wald. Wenn die Sonne scheint, wird es schnell heiß und es gibt in den Straßenschluchten kaum ein Entrinnen. Da Herr Nipp nun zu früh angekommen ist, muss er zwei Stunden warten. Die automatische Wohnungstür öffnet einfach nicht vor drei. Jetzt hat er in einem winzigen Park ein wenig Schatten entdeckt. Er sitzt auf der Treppe, lässt Menschen und Zeit an sich vorbei ziehen, döst ein wenig zufrieden, manchmal singt oder summt er ihm bekannte oder völlig neue Melodie. Irgendwer hat ihm eine Münze zugeworfen, das ist dann zum Selbstläufer geworden. In zwei Stunden kommen so 30 Euro zusammen. Gegen 15 Uhr kann er das Feriendomizil beziehen. Als es soweit ist, kennt er jeden Stein in der Umgebung und die meisten Anwohner kennen ihn. Mit fast jedem hat er kurz geredet. Über dies und manchmal auch das. In Städten, denkt er, ist es wahrscheinlich einfacher, wenn man keine Hemmungen hat.

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Ruhe

Völlige Stille um ihn. Kein Knistern zu hören. Kein Krabbeln und schon gar kein Rauschen aus einer Wasserleitung. Seit mehr als dreißig Jahren steht er wieder in dieser fantastischen Tropfsteinhöhle, die sie als gerade Volljährige oft aufgesucht hatten, um sie als absoluten Rückzugsort zu nutzen. Aber jetzt hört er nicht einmal ein Tröpfeln. Auch die Begleiter kennt er nur aus völiig anderen Zusammenhängen. Da wird ihm klar, es muss ein Traum sein. Schon im direkt folgenden Aufwachen hat er fast alles vergessen

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entspannt

Bisher war er es gewohnt, sich früh morgens ins Auto zu werfen. Alle Gepäckmöglichkeiten wurden ausgenutzt, jede Ecke ausgestopft. Schuhe für jede Gelegenheit, anderes Zubehör, das natürlich letztlich nicht gebraucht werden sollte. Dieses Mal hat er nur leichtes Gepäck mit, ein Rollkofferchen. Oder sollte das mit Umlaut geschrieben sein? Er sucht sich einen Platz in einem Zugabteil, legt das Gepäck ins Gepäckfach, setzt sich, betrachtet die Landschaft und ist schneller als gedacht eingeschlafen. Mit dem Aufwachen läuft der Zug in Berlin ein. So entspannt ist Herr Nipp noch niemals in den Kurzurlaub gekommen.

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Heimliche Freude

Nein, ich lass mich nicht mehr treiben, ich bin nicht auf der Flucht. Das wird er später sicher schreiben, in das Buch, das er grad sucht. Er will nicht mehr und kann es nicht, wo ist denn da der Spaß? Zu dies und jenes und auch das, wenn alles wird zur Pflicht. Den eigenen Weg, man glaubt es kaum, hat er erst jetzt entdeckt, in einem halb verschlafnen Tagtraum, lag dieser gut versteckt. Alles, was bisher geschah, ist ihm nun ganz egal. Und wenn er sich das recht besieht, ist nichts mehr eine Qual. Was soll es, sagt er, jagt mich doch, macht ihr nur so weiter. Ich gehe dann, es bleibt ein Loch, doch ich zieh glücklich weiter.

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Wählerisch

Wenn er zwischen Orchideen und Tulpen zu wählen hätte, würde er Farn wählen. Zwischen Jaguar und Porsche? Ein Rad.

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