Der Apfelprinz

Vor langen Jahren, da lebte in einem engen Tal, gar nicht weit von hier ein einsamer kleiner Prinz. Der war zwar niemals König geworden, weil einer seiner Brüder dieses Amt erhalten hatte, aber immerhin wohnte er in seinem eigenen schönen Schloss und hatte so große Ländereien, dass er ein gutes Auskommen hatte. Doch irgendwie war er immer ein bisschen unglücklich, denn er fand nirgends eine Frau, die ihn heiraten wollte, denn die meisten edlen Fräuleins sahen nur sein Äußeres und er war nun einmal sehr sehr klein. “Ach wäre ich doch größer, dann fände ich auch eine Frau, die ich lieben und heiraten könnte.“ Doch er wuchs einfach nicht. Und keine Frau wollte mit ihm sprechen, denn alle dachten, wer so klein ist, der muss auch wahnsinnig dumm und langweilig sein.
Irgendwann gewöhnte er sich an sein Alleinsein und begann damit, neue Apfelsorten zu züchten. Oft sah man ihn in einem Baum herumklettern und niemand kam auf die Idee, dass er zu klein sein könnte. Als eines Tages eine Prinzessin zufälligerweise an seinem Lieblingsapfelbaum mit den 50 Sorten vorbeiritt, sah sie den Mann da oben, der offensichtlich mit seinem Baum sprach, und fragte ihn, welche Bewandtnis es damit haben könnte. Und der Prinz erzählte ihr mit Begeisterung von seinen Apfelbäumen und wie man züchtet und veredelt. Da war die Prinzessin so begeistert, dass sie sich ganz spontan in ihn verliebte. Auch später, als die beiden geheiratet hatten, fiel ihr niemals auf, dass der Prinz ein ganzes Stück kleiner war als sie, denn einen so interessanten Mann hatte sie niemals vorher in ihrem Leben kennengelernt. Und wenn die beiden nicht gestorben sind, dann kochen sie heute noch zusammen das leckerste Apfelmus, das ihr euch vorstellen könnt.

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Klarheit

Die einleuchtendsten Antworten
brauchen keine Frage.

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Möglichkeiten

Ich könnte, denkt Herr Nipp bei sich in einem stillen Moment, als gerade gar nichts zu tun ist und andere sich des Sinns des Michttunkönnens hartnäckig vergewissern würden, auch ganz anders. Dann stünde mir die Welt offen. Ganz frei wäre ich, den Waghalsigkeiten des Lebens offen gegenüber tretend. Ja, aber all die Ungewissheiten, die dann doch auch mich zukommen oder schlimmer noch über mir hereinbrächen, wären wohl zuviel. Und so bleibt er lieber gelangweilt wartend sitzen.

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Medienkunde

„Wusstest du eigentlich, dass heute mehr ernstzunehmende Literatur auf dem Handy, als mit allen anderen Möglichkeiten zusammen verfasst wird? Dass fast kein echter Autor mehr auf Papier schreibt? Sowieso kaum noch jemand mit Hilfe der Schreibmaschine arbeitet? Bleistifte und Füllfederhalter völlig out sind und wenn schon auf Papier, mit Kuli oder Ballpen gearbeitet wird? Aber häufiger mit Pad oder Laptop und ganz selten Mal mit einem stationären Rechner?“ „Was du alles weißt. Ist das irgendwie nützlich?“ „Das habe ich in einer Kultursendung des Deutschlandfunks gehört. Ist doch spannend.“ „Also ich bin da eh eine Randnotiz, wenn überhaupt, und schreibe weiterhin mit dem harten Bleier ins Notizbuch.“ „Siehste?“ „Was? Siehste!“ „Du machst eben einfach keine ernsthafte Literatur.“

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Titelei

„Ich hab es. Das ist doch Mal ein echt geiler Titel für das Buch, das du schreiben willst.“ „Was?“ „Solange die Erlen noch stehen!“ „Das hört sich nach einem drittklassigen Heimatroman an.“ „Ja, eben.“

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