Thresengespræche

Schon alleine die Ligatur æ findet Herr Nipp schœn, wie viel schœner aber ist das œ. Aber an das ū kommen beide nicht heran. In solchen Gedanken schweigend sitzt er ziemlich angetrunken an der Theke seiner Lieblingskneipe.Vor sich ein frisch Gezapftes, als sich ein junges Paar dazu gesellt. Sie seien neu hier in der Stadt und das erste Mal abends raus, weil die zweijährige Tochter zum ersten Mal bei den Großeltern übernachtet. Sie Arzt, er auch im medizinischen Bereich tätig als Physiotherapeut, was unser Protagonist natürlich sofort wieder vergisst. Nicht so wichtig. Die Gespræche beginnen zu rotieren,man duzt sich und wie jedes Mal, wenn Herr Nipp Menschen kennen lernt, wird er auch an diesem Abend vergessen haben, nach den Namen oder sonstigem Status zu fragen. Viel wichtiger scheint ihm, den Andern oder die Andere oder jenes Gegenüber gleich welchen Geschlechts als Person anzunehmen, gleich welchen Geschlechts eben.

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