Umsatzstark

An seinem Rechner sitzt er gerade, hat sich auf der Datenbank eingelockt und stolpert, unerfahren, wie er nunmal mit solchen Sachen ist, im Backendbereich über die Anmerkung, dass noch niemals Umsätze generiert wurden. So ein Mist, denkt er, noch keine Umsätze. Aber wovon, verdammt noch mal, soll er denn seinen Lebenswandel finanzieren. So kann es doch nicht weitergehen. Ist er bereits im Minus? Immer nur für lau gelebt und jetzt bekommt er die Quittung? Er schaut genauer hin und bemerkt, dass er ja gar kein Geschäft eingerichtet hat und eigentlich gar nichts zu verkaufen hat. Es geht hier doch gar nicht um seinen Beruf, nur um die netten kleinen Texte, die er zuweilen ins Netz stellt. Nicht weil es so viele Menschen interessieren würde, sondern weil es einfach Spaß macht zu schreiben. Umsatzstark, das mögen andere besser können, das ist nicht seins. Und seien wir ehrlich, Herr Nipp braucht ja auch gar kein Geld. Da er nach wie vor nur digital existiert, so wie das große Geld der Welt, kann er sich davon nehmen, jederzeit soviel er braucht, denkt er, nimmt das Bündel 100 Euro-Scheine aus der linken Hosentasche, das eben noch gar nicht da war, entzündet das Feuerzeug und hält es darunter. Seitdem das Geld lediglich auf dem Glauben der Menschen daran beruht, ist es flüchtig geworden und kann jederzeit real werden.

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