Fremde Freunde

Vielleicht ist das auch ganz normal, das muss an dieser Stelle ja gar nicht geklärt werden. Herr Nipp bleibt an diesem Gedanken kurz hängen als stolpere er über eine vorwitzige Wurzel im Wald. Aber um ehrlich zu sein, er bewundert die meisten seiner Freunde, entweder wegen ihres Wissens, ihrer Intelligenz, ihrer Bildung, ihres Könnens oder letztlich wegen der Freiheit ihres Denkens und Tuns. Einer von ihnen, der gefühlt jede Pflanze und jedes Tier erstens erkennt und zweitens auch noch beim wissenschaftlichen Namen rufen kann, als sei er damit aufgewachsen oder habe dieses Wissen mit der Muttermilch aufgenommen, meinte dieser Tage, nachdem Herr Nipp wieder einmal über den Zustand des Waldes lamentiert und gehadert hatte, er müsse sich immerhin bewusst sein, dass er zur letzten Generation gehöre, welche diesen unglaublichen Fichtengeruch im Wald hier wahrnehmen könne. Das hatte ihn zum Schweigen gebracht und zum Nachdenken. Ja, die Welt verändert sich und wir haben die Aufgabe, an das Vergangene zu erinnern, wenn es soweit ist. Auch das ist wichtig; die fremden Perspektiven der besten Freunde schätzen zu lernen.

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