Herbstmorgen

Herr Nipp hat seinen Kaminofen entzündet, kurz nachdem er aufgestanden ist. Diese Routine gehört für ihn zur kalten Jahreszeit. Die Heizung ist noch nicht in Funktion. Nach dem darauf folgenden Duschen mit einer Tasse Kaffee davor zu stehen, ist ihm immer ein Vergnügen. Den Hintern, die Beine gewärmt zu bekommen, eine Wärme, die langsam immer höher kriecht, was kann es in dieser Situation besseres geben? Na, denkt er, wahrscheinlich neben einem Menschen aufzuwachen, den man liebt.
Draußen ist es noch dunkel und weitere Geräusche im Haus sind nicht zu hören. Bisher scheint außer ihm niemand wach zu sein. Er zieht sich die Jacke über, denn ein frischer Wind zieht durch die Häuserzeilen, stark gemischt mit Regen. Ein feines Fieseln fliegender Feinsttröpfchen. Sie setzen sich in jede erdenkliche Ritze der Kleidung und ziehen langsam ein. Er mag dieses Wetter, das zeigt, hey, du lebst noch. Das Laub fällt, Walnussblätter liegen inzwischen massenhaft im Garten und decken die reichlichen Nüsse zu. Jeden Tag muss Herr Nipp fegen, damit er auflesen kann. Die Blätter kommen auf einen der drei großen Haufen, die er eingerichtet hat, damit dort Igel und andere Tiere überwintern können. Die Sammelschüssel füllt sich täglich dann.
Wenn es allerdings noch so dunkel ist, lohnt alles Suchen nicht. Wichtiger ist ihm das Frühstück und so läuft er zu seinem Bäcker des Vertrauens, holt sich ein Kartoffeldinkelbrot und freut sich auf das Frühstück. Er wird dieses Mal wohl nicht alleine frühstücken, das allein macht ihn Schon glücklich.

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