Absoluter Bilderfluss

So einen Traumn hatte Herr Nipp schon lange nicht mehr. Die Bilder fließen in einander, es ergibt nichts Sinn, aber völlig fasziniert wacht er zwischendurch auf, um sofort wieder in den Schlaf, in diesen Bilderrausch zu fallen. Als er am nächsten Morgen erwacht, ist nicht viel geblieben, nur die Erinnerung daran, dass es ein Zuviel an Bildern war, aber kein Alb.

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Hirschzunge

in einem Kellerschacht
in einem Felsental mit Bach
im Blumenladen
im Garten selten

ein ganzer Rand
nicht gefiedert
Hellgrün bis dunkel
herber Duft

urtümliches Wesen
scheinbar nicht hierher gehörend
ehemaliges Wundermittel

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gedanklich woanders

gedanklich…

. im Wald

in den Bergen

. im Fluss oder See

. am Meer

. durch die Felder streifen

gedanklich bei dir

. in die Musik eintauchen

oder in den Text, ein Buch vielleicht

gedanklich zum Bild werden

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Bücher

Einen ganzen Stapel Bücher hat er mal wieder in den Rucksack gepackt, von schmalen 60seitigen Bändchen, das es in sich hat, bis zum 1000seitigen Pageturner (wie es heute heißt, früher sagte der Wissende wohl Schmöker). Seine Regale zu Hause sind übervoll und die meisten von ihnen wird er kein zweites Mal lesen. Entweder bekommt Herr Nipp die Schriftstücke verteilt oder er wird sie in den öffentlichen Bücherschrank in der Hoffnung einstellen, dass es dort einige Interessenten gibt. Schließlich besorgt er sich ja auch manchmal spätnachts, wenn die Unruhe ihn umtreibt, dort etwas zum Schmökern.

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Apfelsuche

Früher wurden, das hatte seine Mutter immer berichtet, von den Städten und Gemeinden die Apfelbäume am Straßenrand verpachtet, genauer gesagt verlost. Jeder hat dementsprechend über seine Bäume gewacht und aufgepasst, dass in der goldenen Ernezeit niemand Fremdes daran ging und frevelhaft erntete. Zur Not gab es wohl bei Erwischen des sogenannten Mundraubs durchaus eine derbe Tracht Prügel. In jenen Zeiten hatte jede Kalorie ihren Wert, jedes Stück Obst war eine Bereicherung des manchmal wohl dürftigen Speiseplans. Inzwischen gibt es kaum noch Interessenten. Die Supermärkte bieten ihre drei vier gängigen Sorten von irgendwo auf der Welt zu günstigem Preis, niemals scheint es zu wenig davon zu geben. An den Straßen liegt das Obst, wird von Wespen gefressen oder von Autos zermatscht. Manchmal packt es allerdings Herrn Nipp, dann sucht er sich einige Apfelbäume oder Birnen, die selbst auf ganz guten Wochenmärkten ausgestorben scheinen. Die völlig runden deutschen Nationalbergamotten etwa, leckere Birnen, oder rote Walzen, Schafsnasen, Glockenapfel, Zucchal Magglio, verschiedene Renettensorten oder Jakob Fischer, nicht alle kann er benennen, nicht alle so roh essbar oder besser schmackhaft, aber als Apfelmus oder im Apfelkuchen eine Köstlichkeit. Was zu viel gesammelt wurde, gibt er einem befreundeten Jäger, die durch das Wild verdelten Äpfel sind ebenfalls eine Delikatesse.

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