Nachklapp

Nachklapp

Im Vorbeigehen hatte sie Herrn Nipp einen leichten und wohl eher freundschaftlichen denn anmachenden Klaps auf den Hintern gegeben. Niemand würde auch nur entfernt behaupten wollen, er habe zwei Gesäßmuskeln, die besonders dazu Anreiz böten. Ganz im Gegensatz zu möglichen ähnlichen Erlebnissen in rauchgeschwängerten Schankstuben mit halbtotgesoffenen Dörflern oder Städtern durchaus ein Moment gegenseitiger Achtung und freundschaftlicher Zuneigung. Vor Jahren hatte er ähnliches bei seiner damaligen Geliebten gemacht. Unwirsch hatte diese sich damals herumgedreht und ihn böse, bitterböse angefunkelt (Hurra, eine Correctio). Ein Blick, der ganze Rinderherden hätte vaporisieren können (Man soll es nicht glauben, aber tatsächlich arbeitet der Autor mit bestimmten Möglichkeiten der Literatur, hier sollte wohl die Hyperbel gedacht sein), der aber fast ohne Wirkung an ihm abprallte. Der Beobachter hätte in diesem Moment von völliger Gleichgültigkeit eines Mannes gegenüber nonverbaler Kommunikation mit dem weiblichen Partner sprechen können, aber das stimmte wohl einfach nicht. Herr Nipp war so einfach in seinem Gedankenstrukturen gebaut, so dass er niemals hätte sich auch nur ansatzweise vorstellen können, ein solcher Blick auch nur im schlimmsten Gedankenspiel, in der lebensgefährdendsten Situation könne ernst gemeint sein. Er hatte seine Erfahrungen mit Menschen gemacht, solch eine Bosheit konnte sicher nicht ernst gemeint sein. Nein, konnte wirklich nicht. (Der Leser beobachte hier: Ironie und dazu auch noch elliptischer Satzbau, das verweist auf die besondere Wichtigkeit dieser Behauptung.) Das war Schauspielerei auf höchstem Niveau. Später würde er seine Meinung irgendwann noch einmal revidieren, solch eine Bosheit im Blick ist jedem Menschen gegeben, es muss nur die richtige Gelegenheit kommen. Tatsächlich glitt mit den gerade ausgesprochenen Worten doch ein strahlend süßes Lächeln (unglaublich diese Häufung stilistischer Mittel und rhetorischer Figuren, hier Synästhesie) über das eigentlich sanfte, schöne, geradezu engelsgleiche Gesicht (ein Euphemismus beschönigt die Realität und das ist in manchen Fällen wirklich notwendig, diese auszuhalten). Selbst die Sonne wurde regelmäßig blass vor Neid, wenn sie dieses dunkle Strahlen beobachten durfte (Hyperbel). Dann hüllte sie sich in Wolkenschleier und schmollte den ganzen Tag lang (Personifikation). Ja, auch die Götter können sehr neidisch sein (Metonymie).

Alle weiteren Figuren mag sich der Leser bitte selber erschließen, ich wollte nur mal ganz kurz andeuten, dass man einen Text auch wie in der Schule lesen kann. Da unterrichten so benannte Pädagogen und glauben tatsächlich, mit dem Analysieren (Auseinandernehmen / Zerpflücken) könnten die Schüler zu einem höheren Verständnis der Literatur gelangen. Sie vergessen dabei allzu oft, dass all diese rhetorischen Figuren letztlich nur Werkzeuge sind. Sie vergessen, dass die Literatur den Kopf, das Gefühl, poetisch gesprochen DAS HERZ erreichen sollte. (wobei es sich bei Herrn Nipp nicht im Mindesten um Literatur handelt, sondern um Miniaturen) Wenn jungen Menschen auf diese grausame Art die Lust zu lesen vergrault wird, dann werden sie die nächsten Jahre wahrscheinlich freiwillig kein Buch in die Hand nehmen. Erst Jahre später lesen sie dann durch Zufall einige Zeilen und sind ganz plötzlich gebannt vom „Fluss, der gleichzeitig strömt und ruht“ (das ist ein Zitat). Wer weiß, vielleicht wird der vom Lesen künstlich Entfernte, dann sogar mal ein Gedicht lesen. Wenn die Schulen endlich einmal anfangen würden den Kindern Lernorte zu schaffen, die zu eigenständigem Machen Anreiz geben. Wenn die Lehrer den Kindern die Möglichkeit gäben, sich zu entwickeln und nicht das Konkurrenzdenken schon in die frühe Kindheit transportierten. Und jeder, der jetzt sagt, die Schule solle auf das Leben vorbereiten, sollte folgendes bedenken: Da stehen Lehrer vor den Kindern, die mit dem Leben nur recht wenig zu tun haben. Deren Karriere folgendermaßen aussieht: Schule – Studium – Schule.

Vor Jahren konnte man in einer kleinen Stadt am Rande der Sauerlandes (dies bezieht sich auf die wundervolle fünfteilige Trilogie „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams, die inzwischen posthum zu einer sechsteiligen reihe erweitert wurde…) an allen Ecken laminierte und künstlerisch gestaltete Gedichte lesen und durfte diese sogar einfach mitnehmen. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viele Menschen dadurch zum ersten Mal seit Jahren wieder freiwillig Gedichte gelesen haben. Die Künstler sind damals sogar durch die Straßen gezogen und haben völlig fremden Menschen Gedichte vorgelesen. Auch Baumaschinen, wenn den Arbeitern das zu peinlich war. Hier wurden besondere Leseorte geschaffen, mit denen keiner rechnen konnte. So wurde beispielsweise  über den Marktplatz ein Lyrikband gespannt, das alle Bürger auch selbst bestücken konnten.

Meine Bitte: Liebe Lehrer schafft den Schülern die Möglichkeit, Lust auf Lesen zu entwickeln. Veranstaltet Lesenächte, geht mit ihnen in die Bibliothek, lest romantische Lyrik früh morgens im Wald, wenn der Nebel noch feucht auf der Haut zu spüren ist. Setzt euch in die U-Bahnstationen und Fußgängerzonen und lasst dort die Eindrücke für eigenes Schreiben sammeln. Übersetzt gemeinsam in die heutige Sprache und besprecht Möglichkeiten der Verfilmung. Man kann sich gar nicht vorstellen, welche Freude Schüler an Kafka entwickeln, wenn sie die Parabeln als Trickfilme umsetzen dürfen. Die Technik ist einfach und preisgünstig geworden, es gibt keine Ausreden mehr. Spielt mit ihnen Auszüge der zu behandelnden Dramen auf der Bühne, auch wenn die Iphigenie noch so zäh im Lesen ist, wenn die Schüler wirklich spielen dürfen, werden sie sie mögen. Jedes Gedicht ist raptauglich. Wer schon einmal onomatopoetische Lyrik als Soundkollage eines ganzen Kurses gehört hat, der weiß, dass die Ursonate Sinn macht.  Zeigt ihnen, warum ihr Literatur studiert habt. Tatsächlich vergisst der Großteil von euch, dass ihr vor allem deshalb Germanistik studiertet, weil ihr selber gerne gelesen und selber geschrieben habt. Ja, das Studium hat euch ein wenig verbogen.

Entschuldige, lieber Leser, liebe Leserin, dass der Fluss des Lesens so brutal unterbrochen und umgeleitet wurde, aber es musste einfach mal raus.  Nun also wieder zurück zur eigentlichen Geschichte:

Mit der Bemerkung „Das sieht gut aus, wenn es wackelt.“ hatte er allerdings einen schwerwiegenden Fehler gemacht. Keine Frau möchte, dass irgendetwas am Körper wackelt, es sei denn, sie kann es effekthascherisch und gewinnbringend einsetzen. Frauen wie Männer versuchen übrigens ständig, alle ihnen zur Verfügung stehenden Effekte einzusetzen, um Affekte bei den Anwesenden hervorzuzaubern.

Hatte nicht kürzlich noch eine junge Dame gesagt, das sei doch eigentlich ganz in Ordnung, wenn es nur Erfolge zeitige. „Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie effektiv es ist, manchmal den ganzen Körper zum  Einsatz zu bringen, wenn man aufsteigen will. Einige machen dies ganz selbstverständlich, ohne es zu merken und entfachen damit in anderen ein Feuer, das die Röte ins Gesicht und Schauder über den Rücken treibt, andere müssen dies mühevoll lernen und einstudieren.“

„Eben deshalb sollst du das sein lassen. Ich mag einfach nicht, wenn etwas an mir wabbelt.“ Man beachte diese feine Bedeutungsverschiebung. Aus einen mit durchaus positiven Konnotationen versehenen Wackeln wird das äußerst negativ besetzte Wabbeln. Wir wollen immer das verstehen, was uns gerade nützlich erscheint. Dies ist wohl einer der Gründe, warum die meisten Gespräche aneinander vorbei laufen, ohne dass einer der Gesprächspartner dies auch nur ansatzweise erkennt. „Hey, das habe ich gar nicht gesagt. Ich sagte wackeln und das ist ein großer Unterschied, glaub es mir.“ Ein skeptischer Blick war zurückgesandt worden. Keine Frage, die war in die Augen geschrieben und gebrauchte keiner Verbalisierung mehr. „Der Unterschied zwischen Wackeln und Wabbeln? Wackeln ist eine durchaus erotische, meist rhythmische Bewegung von Körperpartien, zum Beispiel den Pobacken nach einer Einwirkung von außen, zum Beispiel einem Klaps. Das ist eine Freude für jeden im Anblick. Wabbeln ist dagegen das schlaffe und unkontrollierbare Schwappen von Körpermassen, denen eine straffe Struktur fehlt. Oft verknüpft mit unkontrollierten Nachbeben infolge allzu großer Fettansammlung oder fehlender sportlicher Betätigung. Das hat für die meisten nichts mit Erotik zu tun.“ Die Szene damals hatte mit einer großen Versöhnungssequenz geendet.

In der Jetztzeit wieder aus den Gedanken angekommen, versuchte sich Herr Nipp erst einmal zu besinnen. Was war das passiert? Er musste lächeln, drehte sich um und stellte fest, dass auch die Bekannte ein breites Grinsen im Gesicht hatte.

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Handtücher oder Gang der Dinge

Wie jedes Mal, wenn er zum Sport ging, nahm Herr Nipp sich ein weißes oder gelbes Handtuch vom Stapel im Badezimmer. Er hatte irgendwann aufgegeben die fünfzehn Tücher in den Schrank zu räumen. Wozu auch. Im Bad lagen sie viel günstiger, immer griffbereit. Fertig. Doch jetzt, im Zugreifen, musste er unwillkürlich zucken, was musste er da feststellen, was hatte er in den letzten Wochen so gnadenlos ignoriert? Zwar wurden die besagten Stoffteile aus Frottee seit über zwei Jahren nun nicht mehr gebügelt und seit mindestens sechs Monaten hatten sie  auch keinen Trockner mehr gesehen. Ja, sie wurden auf der Leine getrocknet. Zunächst, weil beides nicht mehr vorhanden war, dann eine gewisse Zeit auch aus  purer und eingestandener Faulheit. Bügeln ist einfach eine lausige Beschäftigung und sinnlose Vergeudung von Zeitbeständen, wenn man keinen Fernseher nutzt. In einem solchen Fall des visuellen Konservenkonsums ist es ja vielleicht noch ganz nett, vor diesem Gerät den Abend bügelnd zu verbringen. Wir wissen ja, dass ein doppeltes Minus automatisch ein Plus wird.

Er konnte sich auch daran erinnern, dass ihm eine gute Freundin einmal gestanden hatte, die Platte „Nevermind“ von „Nirwana“ sei für diese Tätigkeit das Beste, was die Menschheit je geschaffen hatte. Wobei Herr Nipp nicht ganz glauben konnte, dass Curt Cobain und seine Mannen beim Texten an eintönige Hausarbeiten gedacht hatten. Aber wer konnte das schon so genau wissen, schließlich bestand das Lied „Smells like teenspirit“ auch aus einer fast sinnlosen Akkumulation von Wörtern. Man musste schon ziemlich weggetreten sein, wenn man die inneren Strukturen oder Bezüge entdecken wollte. Und das kam dem Zustand des Bügelns doch recht nahe.

Nach einer gewissen Zeit hatte er neben der Sinnlosigkeit des Bügelns, der puren Zeitverschwendung auch noch erkannt, dass diese Kulturtechnik durchaus zu großen Teilen dafür verantwortlich sein musste, dass gewiefte Sucher mit ausgebildetem Hund oder Schwein demnächst auch Sauerland würden Trüffel ernten können. Eigentlich ja keine schlechte Sache, wenn man weiß, wie gerne Herr Nipp diese unterirdisch wachsenden Pilze doch verspeist, am liebsten ganz dünn gehobelt auf einem Omelette. Der Pferdefuß an dieser Geschichte ist nun wiederum, dass das vermehrte Wachstum dieser Delikatessen einfach mit der Klimaerwärmung zusammenhängt und das stört einfach, denn damit ging auch Kontinentalklima im Winter einher und damit bitterkalte Temperaturen (Wer das jetzt nicht versteht, sollte sich folgenden Erklärungsversuch kurz durchlesen, von dem der Schreiber nun allerdings wirklich nicht weiß, ob er sich den selbst zurecht gereimt hat oder ob er reine Erfindung ist. Er ist, und das kann man wirklich nicht von der Hand weisen immerhin recht plausibel: Der Golfstrom leitet seine Wärme wie eine riesige Zentralheizung nach England oder Irland herüber. – Da wird wohl niemand widersprechen –  Von dort aus weht dann also die erwärmte Luft auch im Winter herüber und stemmt sich gegen die Luftmassen aus dem früher einmal so bösen Osten, den wir inzwischen wahnsinnig nicht nur deshalb lieben, weil unsere liebsten Landsleute von dort kommen oder dort geblieben sind, sondern auch, weil uns die Russen so ganz selbstlos mit Erdgas versorgen. Das Kontinentalklima aus Eurasien kann also nicht völlig zur Geltung kommen. Dieser Golfstrom funktioniert allerdings wirklich nur, wenn im Winter das Nordmeer auch kräftig zufriert, weil das gefrorene Wasser salzfrei ist und im Frühjahr nach unten sinkt und damit die Bewegung des Stroms an der Oberfläche aufrecht erhält. So entsteht also ein Kreislauf. Das kalte Wasser fließt gen Süden nach Mexico oder so und das erwärmte Wasser dann wieder an der Oberfläche zurück. Wenn jetzt aber das Klima in Europa um zwei Grad wärmer wird, dann kann das Nordpolarmeer nicht mehr zufrieren. Also kommt der Strom auch zum Erliegen, ist doch klar. Also kann auch die Luft bei den diversen inselaffenartigen Humanoiden nicht mehr erwärmt werden. Also drückt die östliche Kälte gnadenlos zu uns herein und die Temperaturen sinken weit unter 20 Grad. Und damit können die Russen noch mehr Gas verkaufen. (Vielleicht sollte mal untersucht werden, ob die Bügeleisen nicht von einem Russen erfunden wurden.) So jetzt ist die Kurve doch noch gelungen.) Herr Nipp hatte ja nichts gegen ein bisschen Kälte, aber ständig in der Angst zu leben, dass die Pole abschmelzen, die unteren deichgeschützten Länder überschwemmt werden und sich plötzlich ganze Karawanen von Wohnmobilen und Wohnwagen mit lustig  sprechenden Tütenrauchern im Sauerland niederlassen, das machte ihm schon ein wenig Angst, nein es erfüllte ihn mit der Sorge, dass einer von ihnen einmal die Kippe in den Wald werfen würde und dann niemand würde Trüffel ernten können, weil dieser dann abgebrannt wäre. Und bekanntlich brauchen diese warzenrunden Pilze neben Wärme und Kalkböden auch Bäume um zu überleben  (Herr Nipp hatte einfach die unglaubliche Fähigkeit, die Dinge im Gesamtzusammenhang zu sehen.)

Das allerdings sollte nicht von Herrn Nipps Entdeckung nicht Ablenken, die Tücher waren verschieden dick und fühlten sich auch verschieden an. Zwar hatte er immer wieder mal einzelne Wäschestücke hinzu gekauft, doch nun merkte er, dass die älteren tatsächlich an Masse verloren hatten. Als er diesen Umstand reflektiert hatte (das dauerte immerhin gegen fünf Sekunden), musste er sich unwillkürlich fragen, wie nun zu verfahren sei. Sollte er sich bei den Handtuchfirmen für den allmählichen Schwund beschweren, dies hätte wahrscheinlich wohl wenig Erfolg zeitigen können. Sollte er die dünnen Tücher, die er ja wirklich schon jahrelang in Gebrauch hatte, vielleicht würdevoll bestatten, dabei wäre eine Seebestattung wohl noch die angemessene Variante. Allerdings wäre dies für die Badegäste an den Stränden doch eher ein unschönes Bild, wüssten sie doch beim Anblick der weißen Teile nicht, ob nicht doch vielleicht noch ein ertrunkener Schwimmer sich darein verkrampft hatte. Folglich entschied sich Herr Nipp dafür, sich mit den Varianten inhaltlich auseinander zu setzen, die ihm zuletzt in den Sinn kamen. Sollte er die Handtücher zu den Altkleidern geben oder vielleicht als Putztücher in der Werkstatt gebrauchen? Nach reiflichem Abwägen der verschiedenen Aspekte musste er sich für letzteres entscheiden, denn Tücher sind nur in ganz seltenen Fällen Kleider, nur wenn im Nassbereich der Saunaabteilung lustgewandelt (Oder sagt der hochdeutsche Sprecher besser „gelustwandelt“? Wer kann schon entscheiden, ob das „ge“ nun als Präfix oder als Infix gebräuchlich ist…) wird und Damen wie Herren sich ihre langen und natürlich  breiten Stoffstücke als Wickelrock um die Hüften geschwungen haben.  Folglich hatten sie im Container auch nichts zu suchen. Außerdem weiß ja auch niemand, was damit angestellt wird. Kann ja sein, dass irgendwer auf die tolle bis wahnsinnige Idee kommt, alle Klamotten nach Afrika zu verschiffen und dort als aktuellen parischer Schick zu vermarkten. Dass die dortigen einheimischen Völker die Finte erkennen und aus Wut darüber einen Bürgerkrieg vom Zaun brechen würden.

Nein, die Tücher sollten ein ehrliches Ende finden. In der Werkstatt würde er sich die öligen Hände daran abreiben. Und im nächsten Jahr würden sie beim Osterfeuer verbrannt.

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Wandverkleidung (keine Tapete)

Mehr aus Gewohnheit denn echtem Interesse schaute sich Herr Nipp die Wand im Flur an. Über und unter mit recht kleinformatigen Bildern bestückt, Petersburger Hängung. Ein Prinzip, welches alle hundert Jahre seine Renaissance findet, inzwischen wahrscheinlich alle 20 Jahre, längstens. Keinem der Exponate wird so eine größere Bedeutung eingeräumt, wenn man mal davon absieht, dass die Bilder in Fußtiefe doch nur recht beschwerlich zu betrachten sind. Allerdings haben Dackel ihre wahre Freude daran, endlich können sie mit dem Beinheben relativ einfach ihren Kommentar zur menschlichen Kultur abgeben. (Soweit dies von Interesse ist: Tatsächlich hat vor einigen Jahren ein gar nicht so bekannter Künstler aus Köln berichtet, eine Doppelausstellung gemacht zu haben. Ihm zufolge hingen oben Stillleben von extravaganten Speisen – Gemälde für Menschen, jeweils mit einem Näpfchen Haribos versehen, damit die Betrachter nicht verhungern. Unten auf Foxterrier-Augenhöhe Knochendarstellungen, besprüht mit einem Fleischauszug. Sollte diese Behauptung nicht der Wahrheit entsprechen, wovon der Schreiber dieser Zeilen ausgeht, so ist doch zumindest die Idee durchaus erwägenswert. Sollte also irgendwer nun auf den Gedanken zu einer solchen Ausstellung kommen, bitte ich um die Tantiemen für die grundsätzliche Ideenfindung, lieber aber um Einladung zur Teilnahme. Titel: „Luxus, ein Hundeleben“)

Neben der optischen Opulenz auch ein Spiel mit Wertigkeit und Selbstwert, gar Selbstbewertung. Als unvoreingenommener Seher (nicht Glotzer und schon gar nicht Wahrsager) sucht er sich eine Arbeit heraus und betrachtet sie eingehend. Um sie in Augenhöhe zu bekommen, stellt er sich breitbeinig auf, geht dabei stark in die Knie, als würde er in einer zu niedrigen Küche kochen oder den Abwasch machen, was noch wahrscheinlicher ist. (Sollten sie, geneigter Leser, jemals in einer Ausstellung einen Menschen in solcher Haltung sehen und denken, er habe ein schwerwiegendes Rückenleiden wie Hexenschuss, grinsen sie nicht und gucken sie erst einmal genau hin. Es könnte schließlich sein, dass er in kontemplativer Vertiefung ein Bild visuell ein Bild verschlingt.) Er schwelgt in Erinnerungen, genau genommen wirkt das Bild als Assoziationsfeld. Jedes Einzelteil, jedes Element steht allein und im Kontext aller Teile. So erweitert sich die Bedeutung zusehends.

Zunächst sieht er nur das dunkle Braun der größten Bildfläche, Rahmung, wird an seine eigene Tätigkeit in einer Grafikwerkstatt für Radierungen erinnert, die schon so lange her ist. Eine Zeit, die er meist zu verdrängen sucht. Die Farbe lässt in ihm den typischen Geruch dieser Zeit in die Nase steigen. Einerseits der leicht fiese Geruch des Terpentinersatzes, des Asphaltlacks, andererseits auch die Säuredämpfe, die auch trotz der starken Abzugshaube über den Bädern doch immer leicht in den Raum schwappten. Der Geruch der selbstgedrehten Zigaretten, die damals noch dort geraucht werden durften, des meist alten und abgestandenen Kaffes. Die vielen Abende, wenn seine Kollegen und er dort gemeinsam saßen, gekocht und gegessen hatten. Die schönen Erinnerungen an gute Gespräche und nicht immer guten Wein. Diese Farbe erschließt Herrn Nipp eine wahre olfaktorische  wie visuelle Landschaft, er fühlt sich fast an die Wahnvorstellungen des Grenouille erinnert. (Die Erwähnung dieses Namens sollte im Übrigen nicht als Hybris verstanden werden.) Eine Fotoplatte aus Glas mit einer Gebirgslandschaft und Kühen ergänzt das Bild, stellt die eigentlich Bedeutungsmitte dar. Aber kann es sein, dass eine von irgendwem gemachte Fotoarbeit zum Informationsträger eines Künstlerbildes wird? Hatte nicht der wunderbare Peter Meilchen sich jahrelang mit Kühen jeglicher Art auseinandergesetzt und vorgefundene Fotos verwendet? Und jetzt erkannte Herr Nipp auch tatsächlich, von wem diese Arbeit stammte. Die Signatur verriet die Herkunft. Unter der eigentlichen Bildfläche ein kurzer Bleistiftstummel, mit Tesakrepp aufgeklebt. Mit diesem wohl in den noch feuchten Lack geschrieben: „Landschaftsbildbeschreibung I“. Herr Nipp ist mal wieder verblüfft, mit welch einfachen Mitteln dieser Künstler in der Lage war, den Betrachter einzunehmen und in seinem Denken wie Fühlen zu manipulieren.

Genau hier kann er verstehen, dass das System der Petersburger Hängung durchaus Kraft hat. Wenn bei anderen Präsentationen von Kunst jedem Bild Raum eingeräumt wird, ein Umfeld für sich allein zu wirken, entstehen hier Beziehungen. Verknüpfungen entstehen, die bei jeder Umhängung neue Bedeutungsfelder erzeugen.  Jedes umliegende Bild nimmt Bezug zu dieser Arbeit, verändert sie, nein erweitert sie.

Über eine halbe Stunde hatte er in dieser Haltung gebannt verharrt, als er weiter wollte, musste er feststellen, dass die Beine den Dienst versagten und Herr Nipp sich nicht mehr bewegen konnte.

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Installation

Vor nicht allzu langer Zeit war Herr Nipp in Dortmund gewesen, ein Bekannter von früher (Diese Bezeichnung fragt geradezu nach einer näheren Beleuchtung und Hinterfragung. Siehe hierzu: * am Ende des Textes) hatte ihn eingeladen, zu einer Ausstellungseröffnung zu kommen. Im dortigen Kunstverein hatten einige recht junge Künstler und zwei ältere den Ausstellungsvorraum okkupiert und ihr eigenes Ding gemacht, mit viel Spaß und Hingabe. Frecherweise hatten die Leute vom Salon Atelier weitere Künstler hinzugezogen – aus der sauerländer Provinz.

Alles war mit blauem Licht ausgeleuchtet, eine Situation, die nicht allzu lange auszuhalten ist. Der Eingangsbereich verstellt durch eine Holzkonstruktion, die schon sehr an Schwitters Merzbau erinnerte. Drinnen fanden sich einige nette, verrückte und vor allem richtig gute Arbeiten, fast natürlich experimentelles Zeugs und eine interaktive Rauminstallation eines alten Bekannten(siehe *). Der wiederum hatte einfach einen alten runden Wohnzimmertisch  aus den frühen fünfziger Jahren dort aufgestellt, rundherum einige alte Schulstühle. Auf dem Tisch stand eine Plastikkiste mit Buntstiften, ein Stapel mit Tuschezeichnungen. Als Erläuterung fand sich folgender Text:

„Kannst DU – ja DU – dich noch erinnern? Damals, wenn es bei Oma oder Opa, bei Onkel oder Tante, bei heimlichen Geliebten der Mama, des Papas, die dann auch einfach Onkel oder Tante genannt wurde, je nachdem, welches Geschlecht er oder sie hatte. Damals also hat man dir immer ein Malbuch in die Hand gedrückt und ein paar alte, abgekaute Stifte. Dann musstest DU dich brav ins Wohnzimmer setzen und die Bilder ausmalen. Schön ordentlich, das war wichtig – es sollte ja lange dauern und ordentlich werden. (Auf die Idee mit dem Fernseher und dem Videorekorder sind die erst später gekommen, als sie bemerkt haben, dass sie dann noch länger Zeit für sich haben, ohne dass du aufmuckst.)

Siehst DU, genauso ist es jetzt auch. Ausstellungseröffnungen öden dich an, du bist aber trotzdem mitgekommen, weil dein Liebster, deine Liebste so unbedingt dorthin musste. Mal ehrlich, schon die meisten Reden sind ein Graus, das kann sich doch wirklich niemand mit Freude anhören und geklatscht wird entweder nur aus Höflichkeit und weil der eitle Gockel von Redner sonst persönlich verletzt wäre oder weil die Zuhörer glücklich diese langweiligen und meist völlig überflüssigen Worte überstanden zu haben (entschuldige diesen langen Satz, er war allerdings unabdingbar wichtig, damit du verstehst, wie diese Reden funktionieren).

Außerdem ist die moderne Kunst entweder langweilig oder völlig unverständlich, das hat nun einmal nichts mit deiner Realität zu tun. Jedes und ich meine das genau so, jedes X-Box – Spiel ist da um Lichtjahre (und meine dies als Längenangabe, nicht als Zeit, weil die Zeit ein Jahr ist, ob Lichtjahr, Sabbatjahr oder nicht) interessanter. Was interessiert dich schon, welche Positionierung der Künstler zur Gesellschaft einnimmt oder behauptet einzunehmen. Mal ehrlich, seit wann kann irgendjemandem ein Künstler in irgendeiner Form Lebenshilfe gewähren? Die Künstler reden sich ein, sie hätten eine Bedeutung, das allerdings stimmt nicht – definitiv.

Kunst ist ein geschlossenes System und wer keine Ahnung davon hat, der wird auch keine bekommen. Basta.

Hier am Tisch aber darfst DU dir ein Bild aussuchen, welches dir gefällt. Wenn dir keines gefällt, so wähle eines, welches halbwegs passabel ist. Weiterhin darfst DU wie früher dieses Bild mit Buntstiften ausmalen, DU wirst nicht gezwungen, kriegst die Zeit trotzdem schnell rum und dein Begleiter (egal ob männlich oder weiblich) wird sich wundern, wie sehr DU dich von der Kunst fesseln lassen kannst. Damit hast DU sicherlich einige Punkte ergattert. Wer weiß, vielleicht nutzt das zu späterer Stunde noch irgendwem?  Kunst soll schließlich sexy machen…

Wenn du fertig bist, kannst DU das Bild selber signieren und weiterhin vom anwesenden Künstler signieren lassen. Spät abends kannst du deiner Begleitung ganz nebenbei ein Original des von ihm oder ihr verehrten Künstlers [das bin ich – Anmerkung des Verfassers] schenken.

Das ist vielleicht deine erste künstlerische Kooperation – jetzt bist du selber ein Künstler – endlich. Joseph Beuys hatte doch recht.“   Gez. der Künstler

Tatsächlich saßen im Kreis immer einige Leute, die genüsslich ihr Bier tranken und zufrieden Bildchen ausmalten. Manchmal halfen sie sich auch gegenseitig und gaben sich hilfreiche Tipps zu Farbzusammenstellungen oder Bilderweiterungen. Einige von ihnen ließen sich die Arbeit auch tatsächlich signieren. Die meisten allerdings signierten einfach nur selber und hatten erkannt, dass sie wirklich tolle Künstler geworden waren. Sicherlich haben einige von ihnen direkt am nächsten Tag ein eigenes Atelier angemietet.

Wie Herrn Nipp an einem der nächsten Tage berichtet wurde, hatte der Künstler auf diese Weise neben einigen unliebsamen Möbelstücken auch seine mittelmäßigen Zeichnungen endlich unters Volk gebracht.

* Die Bezeichnung „Bekannter von früher“ ist immer wieder in verschiedenen Situationen zu gebrauchen. Allzu glatt erscheint sie als Ausrede, wenn abends mal wieder zu viel Alkohol konsumiert wurde und der trinkend Feiernde erst früh morgens nach Hause kommt, dabei dann auch noch feststellen muss, dass es diverse Gedächtnislücken gibt. Geradezu toll kann man sie gebrauchen, wenn man zwischendurch mal fremdgehen will, dann hat der Gehende zufällig eine alte Bekannte beim Einkaufen getroffen und sich endlich mal wieder eingehend ausgetauscht, was dabei ausgetauscht wurde, muss nicht unbedingt dem Partner auf die Nase gebunden werden. Alte Bekannte trifft man auch schon mal auf sogenannten Ehemailgenpartys, meist will man mit den meistens von diesen aber gar nicht so viel zu tun haben. Die sind einfach auch Falten werfend älter geworden und haben ihren damals schon widerlichen Mundgeruch auch noch exessiv ausgebaut – mit einer Note ins Eitrige. Meistens aber trifft der werte Leser ganz unvermittelt solche „alten Bekannten“ jedoch tatsächlich in allen möglichen und unmöglichen Situationen und sei es bei irgendeiner Bergwanderung durch die südlichen Steilhänge des holländischen Hochgebirges. Dann grüßt man freudig, tauscht Kontaktdaten aus und gibt sich vielleicht einige Tipps. Soweit allerdings dem Schreiber bekannt ist, hat es bisher noch keine Unternehmung gegeben,  ein wissenschaftlich soziologische Untersuchung zu diesem Phänomen zu machen – als Langzeitstudie.

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Postkartenarten

Wie all die Jahre zuvor hatte er sich auch in diesem Urlaub ganz eindeutig und fest vorgenommen, einen ganzen Haufen Postkarten aus der Ferne zu schreiben. Mehr aus einem Gefühl der Tradition als der Pflicht, mehr aus Trotz, denn aus Lust am Verfassen banaler Urlaubsprosa oder ausgefeilter Reiselyrik. Es geht schließlich beim Verschicken solcher Post nicht in erster Linie um den Text.

Der Brief will bestehende oder sich entwickelnde Ansichten oder persönliche Befindlichkeiten dezidiert und vor allem kommentierend mitteilen, die meist nur für einzelne Personen bestimmt sind. Er ist reine Privatsache, wenn einmal von jenen Postsendungen abgesehen wird, welche für Produkte oder Servicedienstleistungen werben, gar dem Konsumenten die Rechnung für seinen Verbrauch präsentieren. Man denke nur an die großen Briefwechsel der Literaturgeschichte, die sich durchaus neben persönlichen Mitteilungen zu längerfristigen theoretischen Abhandlungen zu ästhetischen oder humanistischen, zu ideologischen oder wissenschaftlichen Projekten ausweiten konnten. Schillers Briefe etwa, Grundlage so mancher Gedankengänge vieler Künstler, Philosophen und Literaten. Oder Kafkas Brief an den Vater, der berühmte Chandosbrief von Hugo von Hoffmannsthal, der allerdings tatsächlich nur reine Literatur ist, trotzdem Auswirkungen auf das Nachdenken über die Wirkmechanismen der Sprache hatte und hat.

Die Postkarte allerdings will Grüße übermitteln, zeigen, dass man an den Anderen oder die Andere denkt. Auch wenn sie von einigen wenigen Künstlern als Mail-Art missbraucht wurde. Selbst im Zeitalter minütlich verschickter SMS- Nachrichten und Botschaften aus dem Zwischennetz der digitalen Kommunikation ist die Begreifbarkeit der Karte, die im Briefkasten liegt, etwas ganz Besonderes. Neben den wohl gemeinten Grüßen werden fast standardisiert die üblichen Fakten und Daten übermittelt, die sich wohl jedes Jahr wiederholen. Da schreibt es sich über hervorragendes oder miserables Wetter, Sonne oder Regen. Die Verfasser befassen sich in gedanklichem Schmatzen mit dem Essen und neu entdeckten (alkoholischen) Getränken. Sie schildern in knappen Sätzen von Aktivitäten und Beschreibungen allgemeiner Wohlbefindlichkeit im gewählten Ferienparadies. Höhe der bewältigten Berge, Bläue des Himmels und des Wassers, vielleicht von der Gewalt des Wellengangs. All dies war Herrn Nipp wohl bewusst. Mehr wollte er auch gar nicht.

Vor einigen Jahren hatte ein Soziologe (und ich meine nicht Diana Bauer, die auch ein Buch über Postkarten verfasst hat. Der Name ist leider nicht mehr bekannt, kann aber sicher mit einiger Geduld gegoogelt werden.) für seine wissenschaftliche Dissertation (ja, das ist eine Tautologie, ich weiß) hunderte, wenn nicht tausende von Postkarten aus den letzten hundert Jahren gelesen, studiert und festgestellt, dass sich die Menge geschriebener Wörter verändert hatte. Von ehemals fast 240 Wörtern, die in winziger Schrift auf die Schreibfläche gequetscht wurden, hatte sich die Zahl bis heute auf rund 60 bis 80 geschrumpft. In dieser Arbeit wurde auch die allmähliche Verflachung stilistischer wie inhaltlicher Varianz auf das Schärfste nicht kritisiert, sondern dargestellt. Dies alles ein Spiegelbild unserer Kultur und Gesellschaft – ja, das ist auf jeden Fall der Untergang der abendländischen Kultur. Und auch dies sei vermerkt: die Gesellschaft wird immer bequemer und lascher. Zehn Zeilen mit großen krakeligen, je höchstens zehn Wörtern sind einfach genug. Die Schreibmuskeln sind einfach nicht mehr so trainiert wie früher. Und wer will das ewig gleiche denn eigentlich lesen?

Die Bilder sind viel wichtiger – Projektionsfläche unserer Träume und Sehnsüchte. Zu diesem Zwecke hatte sich Herr Nipp gut zehn Karten besorgt, für jeden Adressaten eine andere. Die Tante sollte mindestens sechs gerahmte Bildchen mit zentralem Schriftzug bekommen. Der Freund aus Berlin den gröbsten Sonnenuntergangskitsch, er würde die distanzierte Selbstironie schon verstehen. Die Verflossene würde um ein sachliches Panoramamotiv bereichert. Jedes Motiv verbindet zwei grundlegende Gedanken: die Selbst- und die Fremdaussage.

Allerdings hatte er bis zum vorletzten Tag wegen der permanenten Aktivitäten keine Zeit zum Schreiben gefunden. Er setzte sich also auf die Terrasse seines Panorama- Ansitzes  und betrachtete die gewählten Karten, war zufrieden. Sein älterer Bruder würde die Abbildung eines Klettersteiges erhalten, den sie gemeinsam vor über zwanzig Jahren geschafft hatten. Auch als Aufforderung der zukünftigen Wiederholung. Mit Bedacht klebte er die inzwischen selbstklebenden Briefmarken auf. Heute muss der Urlauber nicht mehr an den Papierfetzen herumlecken, nicht wissend, welche Schadstoffe der Kleber enthält.

Da die vorherige Wanderung sehr anstrengend gewesen war, glitt sein Zustand langsam aber stetig in einen des Schlummers über den Karten hinüber. Wie jedes vorige Jahr würde er die Karten also mit nach Hause nehmen und sorgsam in die Kiste legen. Dort fanden sich auch die unbeschriebenen, dafür brav mit Wertzeichen beklebten Bildkarten der letzten Jahre, auch aus einer Zeit, als es noch Lira und Franc gab.

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