Zwischenzeitliches

Immer wenn Herr Nipp seine kleinen Pausen macht und anstatt in dem Pausenraum zu sitzen, in das naheliegende Wäldchen geht, dann ist er wirklich zufrieden. Er genießt die Luft, die ihm um das Näschen weht. Er genießt auch die Sonnenstrahlen, die ihn durch das freiliegende Geäst erreichen. Er genießt vor allem aber die Bewegung und dabei nicht das Geschwätz der Kollegen hören zu müssen, die wieder einmal über solch weltbewegende Themen wie das letzte Bundesligaspiel ihres Lieblingsvereins debattieren. Die Kolleginnen, sich Gedanken über ihre jeweilige Taschenkollektion machen oder diese neumodischen Ponchos, die aussehen wie gehäkelte Omatischdecken mit Loch. Und zwischendurch immer wieder lautes Gelächter, nicht motiviert, dafür so wahnsinnig gemeinschaftsstiftend. So wahnsinnig kollegial. So echt.
Er stakst über die winterlichen Wege, freut sich seines Seins. Ganz versonnen tritt er kleine Zweige und Steinchen als wären sie Fußbälle und hat großen Spaß daran, wenn er damit einen Baum oder Baumstumpf trifft. Nur einmal passt er nicht so genau auf. Der vermeintliche Ast ist eine Hinterlassenschaft eines Bernhardiners. Den kennt er.

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Protokoll

Sollte es irgendwelche Fragen zur Organisation geben, bitte ich darum, diese zur Diskussion zu stellen. Spätere Fragen können natürlich nicht berücksichtigt werden.

 

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Hände

Er schaut auf seine Hände, sieht die Spuren seiner Geschichte. Fast wie damals beim Technorave schweben sie über seinem Kopf, zappelnd. Blöd nur, dass er sie auf der Streckbank nicht bewegen kann.

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Der Jäger

Ja, jetzt werden die einen mal wieder sagen, das sei doch alles eine Riesensauerei mit der Jagd und sich eine Gabel voll Gehacktes auf das Brötchen schmieren, die anderen haben irgendetwas anderes zu kritisieren an den Jägern. Zur Not kann auch hervorgetan werden, dass die Bleikügelchen aus den Schrotflinten die Umwelt verseuchen. Die Argumente gegen das Jagen sind vielfältig. Jäger werden geradezu zu Bestien abgestempelt, vor allem dabei von eben jenen, die ganz problemlos auf jeder längeren Autofahrt mit einem mehr oder weniger umweltschädigenden Wagen ein paar hundert Insekten, ein zwei Vögel, diverse Mäuse und andere Nagetiere und zuweilen auch mal einen Marder, Igel oder Hasen ganz unbemerkt zu Matsch fahren; neuerdings kommt es übrigens auch immer wieder vor, dass die possierlichen Wildschweinfrischlinge Opfer jener Fahrer werden. Das aber seien dann eben Kollateralschäden.

Dabei geht es hier gar nicht um die Jagd auf wilde Tiere, die übrigens nebenbei bemerkt meist viel besser schmecken als ein Schwein aus der Massenhaltung. An dieser Stelle soll nun wirklich nicht über Rehrücken und gefüllten Fasan geschwärmt werden, wo sind wir denn? Aber nein, darum soll es hier gar nicht gehen. Es soll einfach nur um Herr Nipps Neigung gehen, auf alles Mögliche Jagd zu machen. Auf Trödelmärkten findet er seine begehrten Trophäen, Graphiken oder Bücher, manchmal auch Fotoalben oder alte Lampen, ein Silberbesteck, aber eigentlich geht es ihm einfach nur ein interessantes Gespräch mit einem Verkäufer, der, wie sich meist dann doch herausstellt, gar keine Ahnung von dem hat, was er verkauft. „Das ist übrigens eine Lithographie von der Inge Schlagmichnichttot, sehr fein gearbeitet in der Linienführung und sehr dekorativ. Das war übrigens eine Schülerin von Johnny Friedmüller, dem berühmten Friedmüller, den kennen sie doch bestimmt.“ „Hmm.“ Er nickt ganz zufrieden. Nimmt das Bild in Betracht. „Ich mache ihnen auch einen guten Preis.“ „Hmm.“ Er verfolgt die Linien mit den Augen, entdeckt Unstimmigkeiten, Irritationen, sieht die Rhythmen und kleinen Inventionen. „Da ist die Wertsteigerung vorprogrammiert.“ „Hmm.“ „Also, ich kann da wirklich eine Menge für sie am Preis machen, sie scheinen doch wirklich Interesse daran zu haben.“ „Hmm.“ Jetzt beugt er sich herunter, studiert die Verarbeitung und ist wirklich begeistert. Eine wirklich gute Arbeit, die knapp am rein Dekorativen vorbeirauscht. „Also, gucken sie nicht nur auf den Preis, sehen sie sich die Kunst dahinter an. Das ist wahre Kunst. Die haben zusammen in Hamburg gearbeitet. Das waren ganz große Graphiker, die haben den Expressionismus revolutioniert.“ „Brigitte Coudrain, Schülerin von Friedländer, nicht -müller, haben in Paris gelebt und das ist eine Radierung.“ „Kann ja sein, aber am Preis können wir was machen.“ Herr Nipp geht weiter, Wild erlegt, Blattschuss.

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Zwei

Der Nachteil am Zweigespann ist, dass man den Karren allein aus dem Dreck ziehen muss, wenn der andere ausfällt.

 

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