Zwischenzeitliches

Immer wenn Herr Nipp seine kleinen Pausen macht und anstatt in dem Pausenraum zu sitzen, in das naheliegende Wäldchen geht, dann ist er wirklich zufrieden. Er genießt die Luft, die ihm um das Näschen weht. Er genießt auch die Sonnenstrahlen, die ihn durch das freiliegende Geäst erreichen. Er genießt vor allem aber die Bewegung und dabei nicht das Geschwätz der Kollegen hören zu müssen, die wieder einmal über solch weltbewegende Themen wie das letzte Bundesligaspiel ihres Lieblingsvereins debattieren. Die Kolleginnen, sich Gedanken über ihre jeweilige Taschenkollektion machen oder diese neumodischen Ponchos, die aussehen wie gehäkelte Omatischdecken mit Loch. Und zwischendurch immer wieder lautes Gelächter, nicht motiviert, dafür so wahnsinnig gemeinschaftsstiftend. So wahnsinnig kollegial. So echt.
Er stakst über die winterlichen Wege, freut sich seines Seins. Ganz versonnen tritt er kleine Zweige und Steinchen als wären sie Fußbälle und hat großen Spaß daran, wenn er damit einen Baum oder Baumstumpf trifft. Nur einmal passt er nicht so genau auf. Der vermeintliche Ast ist eine Hinterlassenschaft eines Bernhardiners. Den kennt er.

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