Da steht dieses eine Ding, dieser eine Mensch und es kommt über dich, dass dir die Worte fehlen. Genau in diesem Moment reicht das Wort „schön“ nicht mehr. Es grenzt an das Magische, das Übernatürliche, das Übersinnliche, ja vielleicht sogar das Metaphysische. Da ringst du nach Worten wie nach Luft, weil es dir scheint, als lebtest du im absoluten Vakuum. Alles bleibt stehen, die Zeit, der Raum haben keine Bedeutung mehr. Nur um wieder an Sauerstoff zu kommen, um wieder atmen zu können, löst du den oberen Knopf deines Hemdes, entledigst dich deines Jackets und wirst dir kaltes klares Wasser ins Gesicht, das errötete Gesicht werfen, weil der Blutdruck unerwartete Höhen erreicht hat.
Was ist das?
Du drehst dich um, suchst die Weite, entfernst dich, um das mit größerem Abstand betrachten zu können, einen sicheren Standpunkt der Wertung zu haben. Und wieder passiert es dir. All die Symptome einer fast krankhaften Realitätsverdrehung setzen ein. Du streichelst mit deinen Blicken die Oberfläche, entzückt von der Perfektion. Du spürst, dass es dort keine Fehler gibt, geben kann, alles ist stimmig, selbst die Unebenheiten. Jeder Makel ist nur vorhanden, um den Kontrast zu allem Anderen zu zeigen, die Tiefe des Empfindens. Der Boden schwankt. Das ist das eigentliche Wunder, was diese Welt zu bieten hat. Die Undefinierbarkeit dieser Erscheinung. So als habe die Welt alle ihre Teile bis in die entferntesten Winkel der Galaxien bisher nur existiert, ja eine Existenzberechtigung, weil sie dieses Wunder hervorbringen durfte. So als sei deine Vorgeschichte, all die Vorfahren, die letztlich zufällig dich hervorgebracht haben, nur gewesen, um dir die Chance zu geben, in diesem Moment erleben zu dürfen. Und dir fällt letztlich nur ein Wort ein, das es wert wäre, dieses SIE ER ES zu beschreiben:
Wunderschön!