Bauarbeiten

Über Monate hatte er alte, nicht mehr gebrauchte Natursteinplatten gesammelt, solche die man auf den Abfallplätzen der Friedhöfe finden kann. Randsteine, Trittplatten und Zuwegungen, die durch andere, moderne Materialien ersetzt werden. Im Zweifelsfall Beton. Er aber hatte sich in mühevoller Arbeit all die Steine aus dem sonstigen Schutt geklaubt, die sorgsam dann in der eigenen Hauszufahrt geschichtet und gelagert wurden. Seine Nachbarn hatten bereits begonnen, sich über ihn lustig zu machen. An Sprüche wie „Baust du ein Mausoleum?“ oder „Dein Garten wird auch immer schwerer.“ hatte er sich irgendwann gewöhnen müssen.
Nun ist aber das Wetter gut geworden, er hat sich einige Tage Urlaub genommen, hat die Werkzeuge gerüstet, einen Gummihammer dazu gekauft. Seinen einst verliehenen hat er niemals wieder bekommen. Er hat die Betonplatten aufgenommen, den Untergrund geprüft. Er hat gemauert, geglättet, gelegt, geklopft. In der Mitte seines Hofes befindet sich nun eine Feuermulde mit Luftzufuhr von unten. Darum herum sind die rötlichen Sandsteinplatten, welche irgendwann in den siebziger Jahren gebrochen wurden, als große viereckige Spirale verlegt. Ja, auch er musste Mörtel und Beton einsetzen, aber immerhin hat er den alten Unterbau wiederverwenden können. Was er allerdings mit den Betonplatten machen soll, ist ihm wirklich nicht klar.

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