Am Tisch

Irgendwie schmeckt das Brot an diesem Morgen nicht so wie sonst. Dabei hatte er es am vorigen Tag erst gekauft. Vielleicht liegt es am Bäcker? Nein, so unterschiedlich bäckt keiner, schließlich bekommen die meisten von ihnen doch Fertigmischungen vom Großlieferanten. Wer macht sich denn heute noch die Mühe, selber neue Rezepte zu erfinden? In einem Land, das hunderte von Brotarten hervorbringt, ist das auch gar kein Wunder. Vom Weißbrot, das vielleicht das langweiligste ist, über die verschiedenen Graubrote, von einfach gebacken bis dreifach, die Schwarz- und Körnerbrote, die Eiweißbrote, Urkorn und wie sie alle heißen. Brot hat sogar Gesundheitsfaktoren, die nicht zu unterschätzen sind. Aber all das ist völlig egal, denn sein Brot schmeckt heute seltsam. Er untersucht die Verpackung und findet nichts Auffälliges, ebenso das Aufbewahrungsbehältnis, eine Brotkiste aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, nichts. Aber irgendetwas muss es doch sein.
Erst am nächsten Tag wird sich herausstellen, dass ein Freund, der kürzlich zu Besuch war, das Brotmesser dazu verwendet hat, eine sehr scharfe Salami zu schneiden.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.