Krebse

Im zurückfließenden Wasser zwei Einsiedlerkrebse in ihren besiedelten Schneckenhäusern hat er entdeckt. Er hat sie aus dem Wasser geholt, sie besser betrachten zu können. Zuerst wichen sie ganz in ihre Kalkbehausung zurück. Schutzsucher. Später, als sie bemerkten, dass das Wasser fehlt, kamen sie jeweils sehr ähnlich hervor, man könnte wahrscheinlich eine Statistik führen und würde feststellen, dass die Dauer des Versteckens fast gleich lang ist. Sie versuchten, sich gegen den Angreifer zu wehren. Sie dauerten ihn, um es mit alten Worten zu sagen; behutsam ins Wasser gesetzt, krabbelten sie schnell von dannen. Wahrscheinlich wurden beide später von einer Möwe entdeckt, wenn sie sich nicht gut eingegraben haben.

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zikadenartig

Das Zirpen mutet geradezu lieblich an, wenn man unter einer provencalischen Eiche sind und die Zikaden stimmen ihr Lied an? Rhythmisch, ja. Jede für sich rhythmisch wohlgemerkt, aber jede mit anderer Taktung. Irgendwann nähern sich einige von ihnen an einander an und einige Sekunden schein so etwas wie Harmonie in die schrillen Klänge zu kommen. Dann geht die Kakophonie weiter, stundenlanges Getöse von frühen Morgen bis zum späten Abend. Herr Nipp hat sich Ohrstöpsel besorgt und genießt die Stille.

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drei Sprüche

Wenn dich müde Hunde anschauen, möchtest du auch am liebsten Schlafen oder manchmal weinen, so traurig wirken sie.

Perfektion ist niemals relativ.

Egal wie tief die Ebbe sinkt, der Horizont bleibt gleich hoch, du siehst nur weiter.

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Freunde

Wenn er die Paare so beobachtet, kann er sich nur freuen. Junge Menschen Hand in Hand. Zwischen ihnen geht er durch den Park. Mal zwei Mädchen, mal gemischt, mal zwei Jungen. Das hätte es zu seiner Jugend nicht gegeben. Das ist Freiheit. Er ist der Einzige wohl, der alleine geht, sich zufrieden ohne Partner seinen Weg sucht. Nicht dass er sich selbst genügt, er freut sich auf seine Freundinnen und Freunde, die unten am Fluss schon auf ihn warten.

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Wolken, Wellen, Grenzen

Die Wolkenschlieren dieses Tages ziehen sich breit über den sonst milchigblauen Himmel. Sie scheinen die weißen Schaumkronen des Meeres spiegeln zu wollen. Dabei aber sind sie nicht in der Lage so schnell über die Fläche zu rasen. Zumindest wirkt es optisch so, ist die Fläche doch ungleich größer, in Wahrheit sind sie viel schneller als die Wellen. Herr Nipp kann verstehen, dass früher die Menschen dachten, hinter dem Horizont sei irgendwann die Welt zu Ende. Er selber hatte nie das Bedürfnis die Grenzen zu sprengen, wohl aber, die Zusammenhänge zwischen den Grenzen zu verstehen.

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