Molch

Nachts kommt Herr Nipp in heiterem Gespräch zufällig mit einer Nachbarin nach Hause, die er unterwegs getroffen hat. Beide waren auf einer Veranstaltung und hinterher mit anderen in einem Lokal in der Nähe. Einem der letzten verbliebenen nach dem allgemeinen Kneipensterben. Aus dem Augenwinkel nimmt er eine Bewegung auf dem hellen Straßenbelag wahr. Tatsächlich quert mit unsicheren Schritten ein kleiner Bergmolch den Betonstreifen zwischen den Häusern, ganz nah einem abgestellten Auto. Kurzentschlossen greift Herr Nipp das zarte Amphibium und trägt es in den eigenen Garten. um ihm die Möglichkeit zu geben, sich einen Platz im Teich zu suchen. Kaum berührt das Tier die Wasseroberfläche verlässt es die Hand und lässt sich in die Tiefe gleiten. Zwar weiß der selbst erkorene Retter nicht, ob die Tat wirklich angemessen oder klug war, aber zumindest, dass er den Bergmolch am nächsten Morgen nicht als plattgefahrenes Straßendekor finden wird.

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