Spinnen

In der Zeit seines Zivildienstes hatte er einen Mit-Kriegsdienstverweigerer, den Spinnenpeter, der tatsächlich in ihrer gemeinsamen Unterkunft verschiedenste Arachnien hielt und züchtete. Zum Beispiel hatte er eine Metallica, die faustgroß und sehr zahm war, die auch später noch gerne auf dessen Rücken saß, wohl weil es dort so schön warm war. Allerdings gab es auch eine Bombardierspinne mit dem schönen Namen Lasiodora, die war durchaus aggressiv und sah mit ihren langen Celizeren, den Fangzähnen, an denen oft ein Gifttropfen hing, durchaus gefährlich aus. Die war größer als eine Hand und hatte einen massigen braunen und kräftig behaarten Körper, verspeiste gerne mal eine Maus und könnte angeblich einen Meter hoch springen. Spinnenpeter erzählte solche Sachen ganz lakonisch und konnte sich daran erfreuen. Heute leitet dieser die arachnologische Abteilung des Senkenberg Institutes und hat angeblich über zweihundert neue Spinnenarten entdeckt. Irgendwann war ein Kokon geschlüpft und einige hundert dieser reizenden Zeit- und Zivibunkergenossen hatten sich in der ganzen Unterkunft verteilt. Alle sechs Ersatzdienstleistenden beteiligten sich am Einfangen und Suchen oder umgekehrt. Eine Folge war, dass Herr Nipp eine gewisse Zeit ebenfalls Spinnen hielt, auch eine schwarze Witwe. Komisch, was einem so alles einfällt, geht es ihm durch den Kopf, nur weil dort neben dem edlen Haupt der Mitbewohnerin ein fast lächerlich kleine schwarze wie haarige Winkelspinne sitzt, die gerade Mal eine Beinspreize von sieben Zentimeter hat..

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