{"id":6900,"date":"2020-08-06T07:52:43","date_gmt":"2020-08-06T05:52:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=6900"},"modified":"2020-08-06T09:21:11","modified_gmt":"2020-08-06T07:21:11","slug":"andere-welten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=6900","title":{"rendered":"Andere Welten"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Leben an sich ist sehr schwer zu verstehen. Wenn man in einer Wiese liegt noch mehr. Sich auf die Abl\u00e4ufe einzulassen und wertfrei zu beobachten kann schon eigene Grenzen aufzeigen. Da fangen Spinnen Insekten und werden von Eidechsen verspeist, K\u00e4fer fressen Bl\u00fcten und deren Samen und wenn eine Kuh vorbei kommt, bleibt von all dem nicht viel \u00fcbrig und trotzdem scheint dieses Prinzip zu funktionieren. Alles regeneriert sich in stetem Wandel. Es w\u00e4re ein Trugschluss, zu erwarten, irgendjemand k\u00f6nne k\u00fcnstlich den Staus Quo erhalten. Herr Nipp hatte sich auf eine der sch\u00f6nen Allg\u00e4uer Bergwiesen begeben, dort einige zehn Seiten eines mitgebrachten Buches mal wieder gelesen, manchmal geschmunzelt, einmal sogar herzlich gelacht. Die &#8222;per Anhalter&#8220; Reihe von Douglas Adams ist einfach hintergr\u00fcndig witzig und wird bei jedem Lesen besser, auch weil die Figuren so wunderbar daneben sind und die Welt offenkundig anders erkl\u00e4rbar ist. Wer sich also mit diesem Buch in die Natur begibt, wird zwangsl\u00e4ufig erkennen, dass alles auch v\u00f6llig diffus entr\u00e4tselbar sein k\u00f6nnte. Wir wissen ja, dass die scheinbare Idylle der Bergwiesen in Wahrheit ein \u00dcberlebenskampf ist. Was aber w\u00e4re, wenn das gar nicht stimmte, sondern alles nur Theater w\u00e4re, um uns etwas zu denken zu geben, zu t\u00e4uschen, w\u00e4hrend im Untergrund ganz Verborgenes geschieht? An dieser Stelle \u00fcbrigens einen sch\u00f6nen Gru\u00df an alle Verschw\u00f6rungstheoretiker, die mit \u00e4hnlich konfusen Gedankenspielen unsere Welt erkl\u00e4ren. Vielleicht manchmal Dinge erkennen, meistens jedoch eigenes Missverstehen in die Realit\u00e4t projizieren, sie produzieren dabei eben oft falsche Syllogismen nach dem Prinzip: 1. Die Geburtenrate ist zum Ende der sechziger Jahre in Deutschland signifikant eingebrochen. (Das stimmt \u00fcbrigens auffallend) 2. Die Population der Klapperst\u00f6rche (in Fachkreisen auch Wei\u00dfst\u00f6rche genannt) ist seit Ende der sechziger Jahre ebenfalls signifikant eingebrochen (auch das stimmt) 3. Wegen des Einbruch der Storchpopulation ist ein signifikanter Geburtene\u00fcckgamg zu verzeichnen (da liegt der Trugschluss). Aber jene Theoretiker sagen etwas anderes: ihr seid verblendet, weil ihr nicht bereit seid, hinter das Wesen der Dinge zu schauen und zwar genau aus meiner Perspektive. Sie glauben an ihre Wahrheiten und mal ehrlich, frei nach einem der Slogans des jdav: lieb doch, was du willst. W\u00e4hrend Herr Nipp also da sitzt, das kleine Leben um sich herum beobachtet, wird ihm klar, wir leben alle in verschiedenen Welten. Jeder Einzelne baut sich seine eigene Erscheinungs-, Erkl\u00e4rungs-, und Erlebenswelt und an bestimmten Punkten \u00fcberschneiden sich diese mit denen der anderen. In solchen F\u00e4llen kann dann so etwas wie Freundschaft entstehen. Nur die Welt der Bergwiesen ist Herrn Nipp so komplex, dass er nur staunend da liegt. Aber eines wird ihm bei all den Beobachtungen zu Kr\u00e4utern, Fliegen, weiteren Insekten, Eidechsen und allem was da so herumkreucht und fliegt klar. Er wird keine Freundschaft mit jenem braunfl\u00fcgligen Schmetterling schlie\u00dfen, der eben noch auf dem Hundekot sa\u00df und sich nun anschickt, den Schwei\u00df auf seinem Bein zu saugen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Leben an sich ist sehr schwer zu verstehen. Wenn man in einer Wiese liegt noch mehr. Sich auf die Abl\u00e4ufe einzulassen und wertfrei zu beobachten kann schon eigene Grenzen aufzeigen. 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