{"id":4431,"date":"2015-02-04T00:29:01","date_gmt":"2015-02-03T23:29:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=4431"},"modified":"2015-02-01T10:31:20","modified_gmt":"2015-02-01T09:31:20","slug":"gezeitengespraech-xxii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=4431","title":{"rendered":"Gezeitengespr\u00e4ch XXII"},"content":{"rendered":"<p><b><i>Zeitfern:<\/i><\/b> Die Eiszeit kommt. Wir denken an Urlaub vermehrt. Weil dort die Sonne lacht. Keine Bl\u00e4ssh\u00fchner. Aber Strand, Kormoran. M\u00f6wen sowieso. Das Ger\u00e4usch der Eisw\u00fcrfel im Glas. Dort wo die Nacht endet. Das Herz raschelt, in meinen Schlafb\u00e4umen. Der Winter radikal, wird erwartet. Eisblumen k\u00f6nnten bl\u00fchen.<\/p>\n<p>Die Jalousien geschlossen. Die Augen schieben sich durch die Spalten. Es liegt Schnee. Ich h\u00e4tte was anderes erwartet. Diese Stille schl\u00e4gt wie ein Stachel, wei\u00dfe Striche vor Augen. Und Lots Frau ist ein entfernter Schneemann. Erinnerst du dich, Zeitnah, an dieses Lichtgef\u00fcge beim \u00d6ffnen des Fensters am Morgen. Dieses fremde Wei\u00df. Das Herz wurde weit, ob dieser Fremdheit. Und Spuren im Schnee. Und darunter gekehrt die toten Bl\u00e4tter, das Ger\u00f6ll. Das Meer im Traum. Wir kriechen nicht mehr mit Kniesch\u00fctzern, wir brauchen jetzt dicke Winterschuhe. Die Liebe wird enger im heimischen Raum. Man r\u00fcckt zusammen. Haut auf warmer Haut. Wir kuscheln und bleiben ineinander, aneinander. Die Rests\u00fc\u00dfe zieht unsern Gaumen zusammen, von der Liebe, die wir hatten. Fr\u00fch ist es dunkel. Sch\u00f6n. Wir sch\u00fctten mehr Licht aus. Du h\u00f6rst auf Farben. Formen flie\u00dfen, lieber Zeitnah, ich wollte eigentlich \u00fcber den Sommer reden. Doch diese Jalousien Blendwerk Blicke haben mich zur\u00fcckgeworfen. Also nochmal, die Eiszeit kommt. Trotzdem: Da schwimmen Eisberge, wei\u00df und sauber. Doch nochmal hier genau hinsehen: Da gibt es auch Staub, der Geruch wei\u00dfer W\u00e4nde, Blaue Schatten. Hitze. Salz. Eine S\u00e4ttigung liegt \u00fcber den Stra\u00dfen, der kurze Waffenstillstand des Sommers? Hoppla, doch Sommer. Du bist dran, schreib was. Ich bin etwas verwirrt. Winter oder Sommer?<\/p>\n<p><b><i>Zeitnah (jetzt wieder jetzt)<\/i><\/b><b>: <\/b>Hatte gescheut zu schauen, zu lesen sowieso, brauchte Abstand von unserem Gespr\u00e4ch, du magst das entschuldigen bitte. Zu viele Bilder im Kopf. Bilder, die geh\u00e4ngt werden wollen oder etwas gehangen? Ausstellung. Und genau dann die Frage, ob wir unsere Bilder \u00fcberhaupt dem Anderen mitteilen k\u00f6nnen. Die Assoziationen teilen? Der Schein der Flammen aus dem Kaminofenfenster dieser Tage auf ihrer Haut vielleicht. Was sehen wir da und was, bittesch\u00f6n, f\u00fchlen und riechen wir? Den Geschmack der k\u00f6rperlichen Liebe sicherlich, aber immer die Vergleiche mit einem Damals. Wei\u00dft du noch, wie sie sich anf\u00fchlte? Ich habe es vergessen, versuche trotzdem manchmal dem nachzusp\u00fcren, zu fassen, was mich begeistert gebunden hat. Dieser K\u00f6rper, dort in feuchter Erwartung und Seligkeit. Was bitte war das? Nur Lust, unsere absolute Lust nach Vereinigung, v\u00f6llig, oder spielte auch das Ausleben von Fantasien eine Rolle, auch von Macht und Abh\u00e4ngigkeit? Schon allein der Gedanke l\u00e4sst mich, angestachelt durch die treibend bunte Hippiemusik und ein Glas Wein, err\u00f6ten.<\/p>\n<p>Du versuchst mich mit deinen Ankl\u00e4ngen an einen virtuellen Urlaub, gemeinsam nie, du auf der Insel in der N\u00e4he eines wogenden oder tr\u00fcgerisch ruhigen Meeres, ich auf einem Berg, zwischen Himmel und den gr\u00fcnen Matten, die winzige Bl\u00fctenwunder in sich bergen. Ja, jetzt kommt der echte Winter, endlich. Endlich, aber nicht f\u00fcr immer, auf die Zeit zu warten, die wir in der Ferne wandeln k\u00f6nnen. Urlaubserlebnis zur Seelenerholung. Alles l\u00e4sst die Bilder fluten in uns und da sind wir dann gemeinsam weg, irgendwo und ganz konkret wird der Stift, der Pinsel, der sein Zeichen setzt. Als Andenken unseres Denkens.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zeitfern: Die Eiszeit kommt. Wir denken an Urlaub vermehrt. Weil dort die Sonne lacht. Keine Bl\u00e4ssh\u00fchner. Aber Strand, Kormoran. M\u00f6wen sowieso. Das Ger\u00e4usch der Eisw\u00fcrfel im Glas. Dort wo die Nacht endet. Das Herz raschelt, in meinen Schlafb\u00e4umen. 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