{"id":3591,"date":"2013-12-08T23:19:03","date_gmt":"2013-12-08T22:19:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=3591"},"modified":"2013-12-09T08:19:07","modified_gmt":"2013-12-09T07:19:07","slug":"alte-klange","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=3591","title":{"rendered":"Alte Kl\u00e4nge"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Per Zufall hatte er bei youtube.de einen alten Namen wiedergefunden, der wieder die fast versch\u00fctteten Sehnsuchtswunden aufrei\u00dfen sollte. Tats\u00e4chlich klickte er dieses K\u00fcnstlers Album an und wurde von verschachtelter Musik umsp\u00fclt, die vor gut achtzehn Jahren alles aufger\u00fcttelt hatte, alles infrage gestellt. Dieses geniale Werk, das sein musikalisches Weltbild nachhaltig pr\u00e4gen w\u00fcrde \u00fcber Jahre. Wie oft hatte er damals diese CD geh\u00f6rt, bis zum Abwinken und dann wieder, eine gef\u00e4hrliche Droge, die in wenigen Sekundenbruchteilen abh\u00e4ngig machte. Ja, h\u00f6ren war wichtig gewesen. Mit Kopfh\u00f6rern jedem Ton nachgehen, jede Nuance erschlie\u00dfend. <span style=\"mso-spacerun: yes;\">\u00a0<\/span>Er hatte dabei gelesen, geschrieben und war dar\u00fcber eingeschlafen, hatte tausende an Kilometern in seinem kleinen wei\u00dfen Kastenwagen zur\u00fcckgelegt. Hatte heftig gelacht und ersch\u00fctternd geweint, weil diese Einsamkeit immer wieder tiefe Stiche in sein Herz gab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?attachment_id=3592\" rel=\"attachment wp-att-3592\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-3592\" title=\"Stra\u00dfe\" src=\"http:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3030-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"426\" srcset=\"https:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3030-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3030-400x266.jpg 400w, https:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3030-148x98.jpg 148w, https:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3030-31x20.jpg 31w, https:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3030-38x25.jpg 38w, https:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/IMG_3030-322x215.jpg 322w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a>Nur Sex war nie m\u00f6glich gewesen, nicht bei dieser Musik. Und jetzt spielte dieser Tricky also wieder seine Kl\u00e4nge, ein Universum tat sich auf. Stimmenfragmente, Sirenenstimmen, seine zerbrochenen Wortgebrabbel und in strengem Sinn misslungenen Singversuche, die einfachen Gitarrenriffs, das schleppende Schlagzeug. Die atonalen Loops. Diese Platte mit dem Namen Maxinquaye konnte ihm physische Schmerzen bereiten wie Seelenlust und geh\u00f6rte zum Genialsten, was Herr Nipp jemals zu Ohren gekommen war. Es gab solche Jahre, solche T\u00f6ne, die einfach nur brutal in die Hirnwindungen kriechen, sich ganz tief verankern und niemals wieder loszul\u00f6sen sind von der eigenen Geschichte. F\u00fcr ihn vielleicht noch vergleichbar mit solch wahnwitzigen Alben wie Haus der L\u00fcge, wie Ich-Maschine, wie from her to eternity, wie debut, wie dummy, wie nevermind, wie ok computer, wie isn\u00b4t anything, wie psychocandy, faith, closer, the sky\u00b4s gone out, try to be mensch . Herr Nipp hatte immer das Gef\u00fchl, wenn diese Musiken \u00fcber ihn kamen, er w\u00fcrde v\u00f6llig devot. An diesem Abend aber sorgte der gute alte Freund Tricky daf\u00fcr, dass er doch nicht fr\u00fch ins Bett gehen w\u00fcrde, dass er wieder einmal nach H\u00f6ren der Kl\u00e4nge voller nachdenklicher Energie in die Nacht wandern w\u00fcrde, die feuchten Stra\u00dfen zu riechen und das Leben zu erleben, wenn alle anderen schlafen. Zufrieden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Per Zufall hatte er bei youtube.de einen alten Namen wiedergefunden, der wieder die fast versch\u00fctteten Sehnsuchtswunden aufrei\u00dfen sollte. 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