{"id":2347,"date":"2013-06-04T08:41:32","date_gmt":"2013-06-04T06:41:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=2347"},"modified":"2013-06-04T14:54:38","modified_gmt":"2013-06-04T12:54:38","slug":"apfelbaume","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=2347","title":{"rendered":"Apfelb\u00e4ume"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 12.0pt; font-family: 'Arial','sans-serif'; mso-fareast-font-family: 'Times New Roman'; color: black; mso-themecolor: text1; mso-fareast-language: DE;\">Abends sitzt er bei lauem Wetter gerne an der nahen Ruhr, die einst so tot dalag, nun aber ein neues Leben erhalten hat. Wenn in den anderen Teilen der Republik die Fl\u00fcsse \u00fcber ihre Ufer treten und die Innenst\u00e4dte fluten, kann er hier sitzen. Renaturierung macht es m\u00f6glich. Am Strand, wie er es gerne nennt. \u00dcber ihm fliegen die n\u00e4chtlichen Flederm\u00e4use, drehen ihre ausgezackten Runden und schnappen all die Insekten, die in der Hoffnung der Dunkelheit dort flattern. Neben sich hat er eine Flasche Rotwein stehen und eine nette Frau sitzen. Eine echte Freundin, von denen gibt es nicht viele. <\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?attachment_id=2348\" rel=\"attachment wp-att-2348\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-large wp-image-2348\" title=\"Apfebl\u00fcte\" src=\"http:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/IMG_4593-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"426\" srcset=\"https:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/IMG_4593-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/IMG_4593-400x266.jpg 400w, https:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/IMG_4593-148x98.jpg 148w, https:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/IMG_4593-31x20.jpg 31w, https:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/IMG_4593-38x25.jpg 38w, https:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/IMG_4593-322x215.jpg 322w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto; line-height: normal;\"><span style=\"font-size: 12.0pt; font-family: 'Arial','sans-serif'; mso-fareast-font-family: 'Times New Roman'; color: black; mso-themecolor: text1; mso-fareast-language: DE;\">Die Worte wechseln, unterbrochen von einigen Telefonaten lassen die beiden die letzten Tage, ihre Erlebnisse und Taten Revue passieren. Gem\u00fctlich aneinander gelehnt k\u00f6nnen sie ihre N\u00e4he sp\u00fcren, wissen, dass dies wahrer Luxus ist. Der Wein aus dem Friaul schmeckt herb und gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig. Mit dem zweiten Schluck allerdings hat sich der Gaumen an diesen Genuss gew\u00f6hnt, will mehr. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"mso-margin-top-alt: auto; mso-margin-bottom-alt: auto; line-height: normal;\"><span style=\"font-size: 12.0pt; font-family: 'Arial','sans-serif'; mso-fareast-font-family: 'Times New Roman'; color: black; mso-themecolor: text1; mso-fareast-language: DE;\">Herr Nipp hat vor einigen Tagen einige Apfelb\u00e4umchen gekauft, nicht einfach so, das k\u00f6nnten wir uns bei diesem Kauz auch kaum vorstellen. Er muss hiervon erz\u00e4hlen und l\u00e4sst sich durch keine Unterbrechung davon abhalten. \u201eDie beiden z\u00fcchten alte Apfelsorten, die kennt man noch nicht einmal von Namen. Habe sie gefragt, ob sie was f\u00fcr meinen Vorgarten haben und tats\u00e4chlich wurden mir verschiedene Sorten angeboten. Da ich nicht wei\u00df, wie sie schmecken k\u00f6nnten, Geschmacksbeschreibungen sind schlie\u00dflich immer fraglich, musste ich wohl oder \u00fcbel nach den Namen gehen und die finde ich so klasse, dass ich nicht anders konnte. Da gibt es dann keinen Braeburn oder Cox Orange, keine Pink Lady. Die kann man schlie\u00dflich auch in jedem Kaufhaus erwerben. Die schmecken alle gleich \u2013 gleich langweilig und geben uns nur eine Erinnerung an das, was Apfel eigentlich ist: eine Geschmacksexplosion.\u201c Er steht auf, geht n\u00e4her an das in der Nacht blinkende Wasser heran, betrachtet eingehend die Reflexionen und ihren Rhythmus. Verliert sich in der eint\u00f6nigen Vielfalt, denkt an seine neuen Vorgartenb\u00e4ume und wie er sie gepflanzt hat. Die Hibiskusb\u00fcsche waren im Winter eingegangen, hatten das Zeitliche gesegnet. Bis Ende Mai hatte er ihnen noch die Chance gegeben, sich zu erholen, zumindest einen Trieb zu zeigen. Dann w\u00e4ren sie stehen geblieben, so aber musste er endlich handeln. Die Str\u00fcnke wurden ausgegraben und der Boden durch Pflanzerde ersetzt, dann die neuen B\u00e4umchen eingepflanzt und eingeschl\u00e4mmt. Der eine Z\u00fcchter hatte ihm noch den Tipp gegeben, den Boden gut zu d\u00fcngen, damit die neuen Mitbewohner auch gut gedeihen k\u00f6nnten. Im Herbst sollten sie zum ersten Mal beschnitten werden und St\u00fctzen w\u00fcrde er noch schwei\u00dfen lassen, damit die Form erhalten bleibt. Zumindest f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre war das wichtig. \u201eIch habe mich also f\u00fcr eine Rote Walze und eine Wei\u00dfe Schnauze entschieden, alte seltene Sorten. Bin total gespannt auf die Fr\u00fcchte. Und als ich sie abgeholt habe, stand da noch so ein sch\u00f6ner U-f\u00f6rmiger Baum herum, den habe ich gleich auch noch genommen. Einen Zuccal Magglio aus dem Rheinland.\u201c Dass seine Gespr\u00e4chspartnerin zwischendurch ein langes Telefonat gef\u00fchrt hat, ist ihm gar nicht aufgefallen. Inzwischen ist es beiden kalt geworden, sie stehen auf und schlendern langsam den Wohnungen entgegen. Pl\u00f6tzlich gleitet Herr Nipp aus, verliert den Halt und liegt lang auf dem Boden. Irgendjemand hat einen Apfeln\u00fcrsel weggeworfen. Granny Smith.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abends sitzt er bei lauem Wetter gerne an der nahen Ruhr, die einst so tot dalag, nun aber ein neues Leben erhalten hat. 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