{"id":8471,"date":"2022-09-01T07:30:00","date_gmt":"2022-09-01T05:30:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=8471"},"modified":"2022-08-08T08:03:01","modified_gmt":"2022-08-08T06:03:01","slug":"ausraeumen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=8471","title":{"rendered":"Ausr\u00e4umen"},"content":{"rendered":"\n<p>Erst als er die Treppe erklimmt und das ist genau so gemeint, denn die ist steil und hat schmale Stufen, auf die gerade mal der halbe Fu\u00df passt, stellt er fest, wie marode und alt dieses Bauwerk ist. Alles knartzt und irgendwie hat er das ungute Gef\u00fchl, dass die Stufen morsch sind und jeden Moment brechen k\u00f6nnten. Unten ist das Haus bis auf Weniges ausger\u00e4umt, nicht gereinigt, aber leer. Die zweite Etage vermittelt einen \u00e4hnlichen Eindruck. Dabei haben bis vor kurzen hier Menschen gewohnt. Die sind ausgezogen, mussten wohl ausziehen, so genau wei\u00df er das nicht. Wenige abgeschabte M\u00f6bel verlieren sich noch in den engen Zimmern, fast wie dahin gestellt, um zu zeigen, wie trostlos ein Leben hier gewesen sein muss. Ein Leben vor 150 Jahren mag das anders gesehen haben. Vielleicht wurden ja auch gro\u00dfe Feste gefeiert, das kann Herr Nipp allerdings nicht wissen. F\u00fcr ihn und seinen Freund ist auch hier nichts zu finden, was auf dem Tr\u00f6delmarkt zu ver\u00e4u\u00dfern w\u00e4re. <br>Bevor jetzt weiter erz\u00e4hlt wird, muss gesagt werden, dass sich Erz\u00e4hler wie Autorenteam von den Machenschaften des jungen Herr Nipp aus dem Jahren 1986 bis 1989 absolut distanzieren. Ein solches Verhalten, n\u00e4mlich ungebeten in kurz vor dem Abriss stehende H\u00e4user einzudringen und dort nach verwertbarem Kram zu schauen, kann nicht gutgehei\u00dfen werden. Wobei anzumerken w\u00e4re, dass es in erster Linie um Abenteuer und nicht um Profit ging. Im \u00fcbrigen sei darauf verwiesen, dass diese Geschichten erstens vollkommen fiktiv sind, ihnen also ein biografischer Bezug fehlt und zweitens jegliche Handlung, sollte sie doch geschehen sein, das k\u00f6nnen wir ja wirklich nicht wissen, verj\u00e4hrt ist.<br>Der Freund greift sich einen der St\u00fchle und pr\u00fcft ihn fachm\u00e4nnisch mit Kennerblick. &#8222;Bugholz, meiner, der ist von Thonet.&#8220; Herr Nipp kennt sich zu dieser Zeit weder mit M\u00f6beln, noch mit echten Stilikonen aus. Er nimmt Dinge, die er f\u00fcr verkaufbar ansieht. So nimmt er die Wahl des Freundes ohne Wimpernzucken hin. Ist dann eben so. Im Gegenteil, er freut sich f\u00fcr den Begleiter. Auf dem Dachboden finden sie eine Menge unn\u00fctzen Plunders, bei dem man sich fragen k\u00f6nnte, warum jemand das alles aufgehoben hat. Wahrscheinlich irgendwelche Sentimentalit\u00e4ten, die von anderen Menschen nicht nachvollziehbar sind. Einige Vasen mit Sprung, verbogene L\u00f6ffel, einen vermotteten Teppich und massenhaft Obstkisten aus sehr d\u00fcnnem Holz. Ein Bekannter hatte ihm einst gesagt, nur arme und reiche Menschen leben in Massivholzm\u00f6beln, die einen sehr teuer, die anderen aus Apfelsinenkisten gezimmert. Dar\u00fcber nachdenkend sucht er nach seinem Schatz dieses Ausflugs. In den vergangenen Wochen und monaten hatten alle seine Bekannten die alten Abrissh\u00e4user dieser Stadt nach und nach durchst\u00f6bert und manchmal auch Sachen f\u00fcr den gro\u00dfen Tr\u00f6del auf dem Ring gefunden. Lampen, B\u00fccher, Kram. Nur er war immer gl\u00fccklos dabei gewesen. Zu langsam, zu oberfl\u00e4chlich oder zu wenig Ahnung vom Wert der Dinge. Heute sollte es aber endlich gelingen. Ganz versteckt in der Dachschr\u00e4ge sieht er etwas, ein Glas. Er b\u00fcckt sich und kriecht dorthin, dass er dabei schmutzig wird, nimmt er in Kauf. Es stellt sich nicht nur als Glas heraus, ein altes Weckglas voller Reichspfennigeund zweier Notgeldm\u00fcnzen aus seiner Stadt. Das nimmt er mit. Auch wenn er keine Ahnung davon hat, wei\u00df er, Sammler finden sich \u00fcberall. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erst als er die Treppe erklimmt und das ist genau so gemeint, denn die ist steil und hat schmale Stufen, auf die gerade mal der halbe Fu\u00df passt, stellt er fest, wie marode und alt dieses Bauwerk ist. 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