{"id":6384,"date":"2017-06-09T07:11:34","date_gmt":"2017-06-09T05:11:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=6384"},"modified":"2017-06-09T07:11:46","modified_gmt":"2017-06-09T05:11:46","slug":"6384","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=6384","title":{"rendered":"Garten"},"content":{"rendered":"<p>Ganz zufrieden nach Hause gefahren war er abends. Mit Blick \u00fcber die vom Sonneruntergang beleuchtete Landschaft. Die B\u00e4ume hatten sich gestaffelt erhoben und durch die Geschwindigkeit verschoben, als g\u00e4be es keine \u00dcberg\u00e4nge. Solide Landschaftsmonolithen. Immer wenn die Sonne untergeht und hinter den Objekten steht muss das so sein, denkt Herr Nipp, das hat irgendetwas mit dem Licht und der Farbwahrnehmung zu tun. Er wird es sich demn\u00e4chst auf jeden Fall einmal durchlesen. Dann n\u00e4mlich, wenn er sich durch die v\u00f6llig bl\u00f6dsinnigen Gartenratgeber gelesen hat, die ihm wirklich nicht weiterhelfen werden. Schon allein daher, weil diese meist von Ordnungsprinzipien ausgehen, denen er nicht folgen kann. Von Reihen und Abst\u00e4nden, von freiem Boden, der st\u00e4ndig gew\u00e4ssert werden muss. Dort fand er auch die Bezeichnung Unkraut wieder, die wirklich unsachlich war, wurden durch dieses Wort doch gerade Kr\u00e4uter bezeichnet. Nachher hatte er mit einer guten Freundin im Garten gesessen, die laue Luft genossen, den Flederm\u00e4usen zugesehen und sich dar\u00fcber gewundert, dass es so leise war. \u00dcber Alles oder als Floskel \u00fcber Gott und die Welt hatten sie sich unterhalten. \u00dcber Politik auch, \u00fcber den Garten an sich nat\u00fcrlich, man sa\u00df dort ja schlie\u00dflich, diese wilde Vielfalt, die sich in den letzten vier Jahren entwickelt hatte &#8211; aus einem gehegten und gepflegten und teils totgespritzten Gr\u00fcnbetonghetto. \u00dcber den sehr speziellen Geruch der bl\u00fchenden Pflanzen. Die eingef\u00fcgten Mauern und Hochbeete, das Wachsenlassen, ohne dass der Boden zu sehen war. Die kleinen Tiere, die sich inzwischen angesiedelt hatten, den Beobachtungen, die er immer wieder gemacht hatte. \u00dcber die Entdeckungen, die ihn jeden Tag \u00fcberraschen konnten. Den st\u00e4ndigen Wechsel von Blattfarben und Formen, das Nebeneinander von Gem\u00fcse und Kr\u00e4utern. Unkr\u00e4uter sah er nicht. Die Obstb\u00e4ume, in denen die L\u00e4use noch leben durften, um von V\u00f6geln und anderen Insekten gefressen zu werden. Da konnten die Ameisen sch\u00fctzen wie wollte. Das gro\u00dfe Problem, welches andere Hobbyg\u00e4rtner darin sahen, wenn Rosen nicht gespritzt werden, wurde eingehend und mit viel Gel\u00e4chter kommentiert. Wirklich gro\u00dfes Problem, wogegen eigentlich musste unbedingt gespritzt werden? Seine Rosen jedenfalls bl\u00fchten pr\u00e4chtig. Nur die hochgez\u00fcchtete dahinten in der Ecke hatte damit zu k\u00e4mpfen, dass sie sich ihren Raum selbst erobern musste. Doch auch die w\u00fcrde sich irgendwann mit der Situation arrangieren. Ihm war es immer, als verst\u00fcnden die Pflanzen sehr schnell, dass das Prinzip dieses Gartens ein Mit- und Nebeneinander ist. Das einzige echte Problem hatte er im Bereich des B\u00fcrgersteigs ausgemacht, weil dort die Passanten regelm\u00e4\u00dfig jene bunten Blumen pfl\u00fcckten, die von den Hunden der Nachbarn, die regelm\u00e4\u00dfig mit Bunsenbrennern und Salzlohe gegen das \u00fcble Gr\u00fcn zwischen den Betonplatten vorgingen,\u00a0 immer gro\u00dfz\u00fcgig ged\u00fcngt wurden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ganz zufrieden nach Hause gefahren war er abends. Mit Blick \u00fcber die vom Sonneruntergang beleuchtete Landschaft. Die B\u00e4ume hatten sich gestaffelt erhoben und durch die Geschwindigkeit verschoben, als g\u00e4be es keine \u00dcberg\u00e4nge. 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