{"id":6189,"date":"2017-05-06T08:31:12","date_gmt":"2017-05-06T06:31:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=6189"},"modified":"2017-04-17T08:32:11","modified_gmt":"2017-04-17T06:32:11","slug":"6189","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=6189","title":{"rendered":"Jugendfreund"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Seien wir ehrlich, eigentlich gibt es ja gar nicht so viel zu erz\u00e4hlen. Also erfinden wir uns unsere Inhalte. Wir f\u00fcllen das Erleben mit W\u00f6rtern und schon wird daraus eine Geschichte. Das ist wie Bildermalen, auch da gibt es gar nicht so viele Motive. Jetzt kann man sagen, dass es doch so viele Millionen B\u00fccher gibt, dass doch jeden Tag neue B\u00fccher hinzukommen, dass all die guten B\u00fccher letztlich irgendwann auch verfilmt werden, dass dass dass. Abgesehen davon, dass eine ganze Industrie davon abh\u00e4ngt, dass neue B\u00fccher publiziert werden, ganze Heerscharen von Verk\u00e4uferinnen leben mehr oder weniger gut davon &#8211; und nicht zu vergessen all die Autoren, die sonst \u00c4rzte w\u00fcrden oder Lehrer, oh Gott, oder noch schlimmer als sozialarbeiter durch die Lade streiften &#8211;\u00a0 oder hei\u00dft es striffen. Es geht aber um die Grundlagen des Erz\u00e4hlens, warum finden wir immer wieder Anl\u00e4sse? Die Grundlage aller Geschichte hat denn auch das Gilgamesch-Epos gesetzt. Worum geht es letztlich denn? Um die Beantwortung von Fragen, grundlegenden Fragen &#8211; nach dem Sinn des Lebens, nach Freundschaft und Liebe, es muss etwas vorangehen, niemals nur an einem Ort, oder wenn, dann muss dieser Ort verdichtet werden, immer weiter verdichtet. Die H\u00f6lle ist von Menschen gemacht. Hast dur dir eigentlich schon mal Gedanken ar\u00fcber gemacht, was die H\u00f6lle ist?&#8220; Herr Nipp kann dem Vortrag seines Gegen\u00fcbers kaum folgen, so schnell wechselt sein Gegen\u00fcber, ein gleichaltriger Mann, den er von fr\u00fcher kennt und den er wirklich mag, die Themen, indem dieser geschickte Br\u00fcckenstellen einsetzt, so geschickt, dass ein Wechsel von der Betrachtung eines R16 zum schwarzen Bilsenkraut, jenes mit den wundervollen gelben gefleckten ge\u00e4derten Bl\u00fcten, ohne Probleme m\u00f6glich ist. Vom Bilsenkraut zu schlitzbl\u00e4ttrigem schwarzen Holunder und die Schwierigkeit der Nachz\u00fcchtung, zu den Telekien, einem Vergleich mit den echten Alant und dann \u00fcber fleischfressende Pflanzen zur Reparatur von Lampen der Marke Kaiser-Idell. Fragen des Strukturwandels am derzeitigen Standort werden konfrontiert mit dem Problem des rechts- und linksdrehenden Wassers &#8211; und was wohl besser ist. H\u00e4lt er in der einen Sekunde noch einen Vortrag \u00fcber die Herkunft der Geschichten an sich, belegt er dies beispielhaft mit irgendeinem konkreten Werk und findet darin einen Aspekt, den er zum Vorwand nimmt, ein neues Thema zu beginnen. Das hat den Vorteil, dass er selber am Ball bleibt, er selber die Marschrichtung vorgeben kann.\u00a0 Er nutzt im Gespr\u00e4ch die innere Fernbedienung, derer wir uns vor dem Fernseher bedienen. Er schaltet um, und genau diese Stele des Programmwechsels wird geschickt mit einem Nebensatz gef\u00fcllt, einem Wort, welches Verbindung herstellt. Diese Br\u00fcckenstellen sind es, die Herrn Nipp fast mit den Ohren schlackern lassen. Er ist \u00fcberzeugt von der \u00fcberlegenen Intelligenz seines Gegen\u00fcbers, von der fast metaphysischen Vertiefung in ein Thema. Doch unterschwellig hat er auch die Ahnung, dass er hier manipuliert wird, die n\u00e4chste halbe Stunde gebannt zuzuh\u00f6ren, nicht zu gehen und vielleicht doch noch eine Zigarette zu drehen. Ein tiefe Sympathie \u00fcberflutet ihn in solchen Momenten und erst wenn er gegangen ist, erst nachdem er von dem folgenden Spelunkenbesuch nach Hause zur\u00fcckgekehrt ist, bemerkt er pl\u00f6tzlich, dass er den ganzen Abend \u00fcber nichts mehr gemacht hat, erst musste er zuh\u00f6ren, danach nachdenken. Es ist gut, solche Freunde zu haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Seien wir ehrlich, eigentlich gibt es ja gar nicht so viel zu erz\u00e4hlen. Also erfinden wir uns unsere Inhalte. Wir f\u00fcllen das Erleben mit W\u00f6rtern und schon wird daraus eine Geschichte. 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