{"id":5601,"date":"2017-01-28T19:08:36","date_gmt":"2017-01-28T18:08:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=5601"},"modified":"2017-02-07T18:22:55","modified_gmt":"2017-02-07T17:22:55","slug":"fensterbaenke","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=5601","title":{"rendered":"Fensterb\u00e4nke"},"content":{"rendered":"<p>Irgendwann hatte eine \u00e4ltere K\u00fcnstlerin ihm gesagt, er solle nicht so viele Tische aufstellen, man habe sonst immer einen Platz, dort irgendwelchen Unfug zu deponieren. Dinge, die irgendwann gefunden nun zu Erinnerungsst\u00fccken an eine verwirrende Zukunft gerinnen k\u00f6nnen. Nein, er hat nicht falsch gedacht, die Erinnerung richtet sich immer aus der Vergangenheit in die Zukunft. Man soll nicht glauben, sie richteten sich an die Gegenwart, denn in der gibt es meist nur eine Erwartungshaltung. Tats\u00e4chlich hat er sich auch mit dem Aufstellen von Tischen hart beschr\u00e4nkt. Nicht dass zu wenig Platz in seiner Wohnung w\u00e4re.\u00a0 Einen Gro\u00dfteil machen tats\u00e4chlich neben den Regalen die leeren Lauf- , Liege- und Sitzfl\u00e4chen aus. Es ist eine klare Entscheidung, dass es lediglich drei Tische gibt. Der eine ist in der Essk\u00fcche plaziert und sollte eigentlich nur zum Essen dienen, aber nirgends ist es sch\u00f6ner zu arbeiten als am K\u00fcchentisch, der zweite steht im Arbeitszimmer, auf ihm liegen wichtige Papiere, die zustauben d\u00fcrfen bis zu dem Zeitpunkt, da sie wirklich gebraucht werden, einen dritten Tisch, dieser mit Glasplatte, sieht man im Wohnzimmer, der ist lediglich als Tr\u00e4ger der diversen Fernbedienungen im Dienst. Meist sind die beiden Gebrauchstische tats\u00e4chlich frei, das muss auch so sein, sonst kann man kaum leben und Spritzer vom Essen auf den Bl\u00e4ttern und Schreibsachen sind einfach unsch\u00f6n. Daf\u00fcr hat Herr Nipp in den letzten Jahren seine Fundst\u00fccke aus allen Ecken dieses Europas an anderen Stellen deponiert, so dient die Wand im Treppenhaus mit vielen Kistchen und R\u00e4hmchen als Erinnerungsst\u00fctze an Begegnungen mit anderen werten Menschen. Die Fensterb\u00e4nke aber beherbergen wahre Sch\u00e4tze, ohne die er kaum noch leben k\u00f6nnte. Gro\u00dfe Kieselsteine von der ligurischen K\u00fcste oder Kristalle aus den Bergregionen, einige Fragmente eines Fu\u00dfbodens aus dem neunzehnten Jahrhundert, viele Flaschen mit diversen Verschl\u00fcssen, Kerzen nat\u00fcrlich, einige Pflanzen, die aber nur im Winter und fr\u00fchen Fr\u00fchjahr, danach werden sie wieder nach drau\u00dfen gebracht, wenn sie diese Zeit denn \u00fcberlebt haben. Dort liegen auch einige B\u00fccher, die er gerade liest. Nein, er muss immer verschiedene B\u00fccher gleichzeitig lesen, so hat er die M\u00f6glichkeit, wirklich nach Lust und Laune der W\u00f6rter ansichtig zu werden. So gibt es keine Ausrede. In jedem Zimmer findet sich ein aktuelles Leseexemplar. Nat\u00fcrlich kann man auch einige Holzst\u00fccke und eine Skulptur entdecken, die er vor einigen Jahren ganz unvorhergesehen erworben hatte, eine ganze Sammlung an alten Chemiegl\u00e4sern aus einer aufgegebenen Schule. So etwas kann nur aus dem Container gesichert werden. Dann stehen da noch Beh\u00e4ltnisse, Karaffen, die eigentlich f\u00fcr edle Tropfen gedacht waren, aber nie genutzt werden. Er trinkt einfach zu wenig hartes Zeug.<\/p>\n<p>Die alte K\u00fcnstlerin h\u00e4tte ihm vielleicht sagen m\u00fcssen, dass Fensterb\u00e4nke der Tod f\u00fcr jede sinnvolle Ordnung sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Irgendwann hatte eine \u00e4ltere K\u00fcnstlerin ihm gesagt, er solle nicht so viele Tische aufstellen, man habe sonst immer einen Platz, dort irgendwelchen Unfug zu deponieren. 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