{"id":5576,"date":"2017-05-22T09:57:46","date_gmt":"2017-05-22T07:57:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=5576"},"modified":"2017-01-22T10:23:51","modified_gmt":"2017-01-22T09:23:51","slug":"fruehstueck-zwei-entwuerfe","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=5576","title":{"rendered":"Fr\u00fchst\u00fcck &#8211; zwei Entw\u00fcrfe"},"content":{"rendered":"<p>Der Plan des Tages: Fr\u00fchst\u00fccken und dann den Tag planen.<\/p>\n<p>Er ist gerade aufgestanden, hat sich die ihm fremden Hotelpuschen angezogen und schlurft halb verschlafen zum Bad. Man m\u00f6chte sagen zum Badekomplex seiner wirklich viel zu gro\u00dfen Suite. Er wei\u00df selber nicht, wie genau er daran gekommen ist, aber so sieht es nun mal aus. Eine Wohnlandschaft, in welcher ohne Probleme einige Familien Platz finden w\u00fcrden, f\u00fcr eine Person und das nur aufgrund eines Missverst\u00e4ndnisses, nur aufgrund einer Beschwerde, die er schriftlich auf dem im Altpapier gefundenen Briefpapier eines k\u00fcrzlich verstorbenen Anwalts verfasst und abgeschickt hatte. Die Hotelkette wolle sich f\u00fcr diese Unzul\u00e4nglichkeit auf das H\u00f6flichste entschuldigen und biete ihm als Zeichen der G\u00fcte einen Urlaub in einer der besten Wohnungen an. Wo er wolle.<br \/>\nSchon allein das Aufstehen ist f\u00fcr ihn zur Qual geworden, hatte er sich doch am vorigen Abend mit einigen teuren und dabei auch noch gut mundenden Weinen die selbst gew\u00e4hlte Einsamkeit vers\u00fc\u00dft. Also duscht er, vertreibt mit abwechselnd kaltem und hei\u00dfen Wasser die M\u00fcdigkeit, den Anflug von Kater aus den Poren. Das prickelnde Duschgel hat eine anregende Wirkung. Der Elektrorasierer macht sein Werk. Diese Vibrationen auf der Haut lassen ihn daran denken, wie es eigentlich ist zu leben. Wie es ist, wenn der Wind weht, wenn es regnet und man trotzdem oder gerade deshalb gl\u00fccklich ist. Nach einer halben Stunde wird er schon mit ganz neuer Tageszuversicht die Kleidung anlegen, die in der Zwischenzeit eine fremde Kammerzofe auf das Bett gelegt hat. So kann man es sich gut gehen lassen. Er schlendert oder besser flaniert in den gro\u00dfen, sehr gut ausgestatteten Fr\u00fchst\u00fccksraum, in dem schon alles gerichtet ist. Blick auf das Meer, die M\u00f6wen ziehen ihre Wege, der Himmel blau. Man muss das Leben genie\u00dfen. Aber erstmal einen Kaffee.<\/p>\n<p>vielleicht war es aber auch so:<\/p>\n<p>Der Tagesplan sieht zun\u00e4chst vor, zum Fr\u00fchst\u00fcck zu gehen und ausgiebig zu essen. Mit Ruhe, die Nacht in diesem kleinen Zimmerchen war schon schlimm genug. Nicht eigentlich schlimm, denkt er, aber unerwartet gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig. Einige Tassen Kaffee trinken und sich dann im Verlauf der Zeit Gedanken zum\u00a0 weiteren Tag machen, vielleicht eine andere Unterkunft f\u00fcr die restliche Woche suchen. Die Landschaft allerdings liegt in aller Weite vor dem Fenster und eigentlich ist das Zimmer doch gar nicht so wichtig. Es wird sich ein selten gegangener Weg finden, ein Pfad. Diesen wird er sich ersinnen zu gehen, vielleicht noch einmal einen alten Weg, den er schon fast vergessen hatte in dieser Erinnerungslandschaft. Doch zuerst muss dieser unruhige Schlaf mit einer langen Dusche aus den Knochen vertrieben werden, der Bergwind weht dabei bis unter den flattrigen Duschvorhang und l\u00e4sst die Haut dort fr\u00f6steln, wo gerade kein hei\u00dfes Wasser hinkommt. Das Kinn befreit der Nassrasierer schnell und gr\u00fcndlich von seinen Stoppeln, er zieht sich an, geht die Treppen zum kleinen Fr\u00fchst\u00fccksraum und genie\u00dft schon wenige Sekunden sp\u00e4ter den starken schwarzen Kaffee, den freundlichen Blick der alten Wirtin und das Panorama des Tals.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Plan des Tages: Fr\u00fchst\u00fccken und dann den Tag planen. Er ist gerade aufgestanden, hat sich die ihm fremden Hotelpuschen angezogen und schlurft halb verschlafen zum Bad. Man m\u00f6chte sagen zum Badekomplex seiner wirklich viel zu gro\u00dfen Suite. 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