{"id":5057,"date":"2016-02-29T08:55:25","date_gmt":"2016-02-29T07:55:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=5057"},"modified":"2016-02-29T08:55:25","modified_gmt":"2016-02-29T07:55:25","slug":"kunstgenuss","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=5057","title":{"rendered":"Kunstgenuss"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Der Weg war an sich sicherlich nicht ungebedingt einer der interessantesten, asphaltiert, vorausschaubare Biegung. Aber die Landschaft drumherum konnte ihn immer wieder begeistern. Seit vor einigen Jahren diese immer wieder debattierte Renaturierung der kleinen Fl\u00fcsse eingesetzte hatte, gefiel dieser Weg. \u00dcberall wucherte die Natur endlich wieder, lie\u00df einige Flecken von Kiesstrand frei, auf denen die Kinder Kinder sein durften, mit Steinen spielten und Dreckkl\u00fcmpchen lustvoll zerdr\u00fcckten, Hunde gerne herumtollten und ganz nebenbei ihre Notdurft verrichteten. Vorbei an einigen Kunstwerken, die sich ganz harmonisch in die Landschaft einf\u00fcgten,\u00a0 Die allgemeine Entwicklung abbildeten, denn man hatte beschlossen, Plastikstelen, die normalerweise als Anzeiger von unterirdischen Gas- oder Stromleitungen dienten, als naturgegeben hinzunehmen. Quasi als Kommentar darauf, dass sich auch in den flie\u00dfenden Gew\u00e4ssern an allen m\u00f6glichen und unm\u00f6glichen Stellen Plastikt\u00fcten und seltsam verformte andere Polimerteile verfingen. So konnte man in Trockenzeiten solche Wasserstandsanzeiger schlie\u00dflich wie lustig winkende F\u00e4hnchen in allen B\u00e4umen finden, die sich auf kleinen Inselchen inmitten der Fluten befanden. Als freundlichen hinweis auf die Fr\u00fchlings- und Herbst\u00fcberschwemmungen, die es unm\u00f6glich machten, diesen Weg zu benutzen. Diese Kunst, und hier sind eben nicht die Flutreste in den B\u00e4umen gemeint, die das Intellektuelle behauptete, ohne es jedoch auch nur im entferntesten einzuhalten, hatte genau in dem Moment nur noch wenig Spielerisches oder gar Ironisches, wenn ein Radfahrer einem freilaufenden Hund, der doch nur spielen wollte, ausweichen musste und in solchen Stelenkaskaden h\u00e4ngen blieb, aber das w\u00e4re sicherlich auch in einem Baum nicht besonders sch\u00f6n. Und was sollte es, dass man am Flussufer auch noch durchbohrtes Altholz zu Stapeln aufgeh\u00e4uft hatte? Ja klar, durch die L\u00f6cher konnte man sich Ausschnitte der Landschaft anschauen. Besser gesagt, h\u00e4tte man k\u00f6nnen, h\u00e4tte man sich anschauen k\u00f6nnen, wenn nicht in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden, das hei\u00dft vor allem nach durchtrunkenen Wochenenden, ebenjene Trinker ihre leeren Flaschen und die \u00dcberreste der Junkfoodexzesse dort zielsicher und vor allem fest hineingestopft h\u00e4tten. Tats\u00e4chlich bildete sich so ein unerwartet nat\u00fcrlicher Anblick, der uns seit Jahrzehnten an allen Fl\u00fcssen dieser Republik begeistert, ja geradezu euphorisiert und immer wieder zu romantisierenden Bemerkungen wie &#8222;Saustall&#8220; hinrei\u00dfen lie\u00df, dieses Wort eine fast sehns\u00fcchtige Hinwendung zur Landwirtschaft. Hier bildete sich eine Einheit von Kunst und M\u00fcll, wie man sie in jeder mittelm\u00e4\u00dfigen Galerie f\u00fcr viel, f\u00fcr sehr viel Geld erwerben konnte. Hier zeigte sich also an den Ufern der noch jungen Ruhr, dass die Menschen des Sauerlandes sehr wohl etwas von der Kunst verstanden, die Trinker verschafften einfachen Objekten den beuysschen Nimbus der Sozialplastik.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Weg war an sich sicherlich nicht ungebedingt einer der interessantesten, asphaltiert, vorausschaubare Biegung. Aber die Landschaft drumherum konnte ihn immer wieder begeistern. 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