{"id":4913,"date":"2016-03-15T19:09:16","date_gmt":"2016-03-15T18:09:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=4913"},"modified":"2016-02-07T08:27:29","modified_gmt":"2016-02-07T07:27:29","slug":"4913","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=4913","title":{"rendered":"Verfahrensweise"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Es hatte die ganze Nacht lang ununterbrochen geregnet. Kleinst\u00e4dte im Sauerland konnten dabei eine unglaubliche Tristesse entwickeln. Wahrscheinlich war das sowieso eine der wichtigsten Eigenschaften von Kleinst\u00e4dten. Ruhe und eine ordentliche Prise Langeweile. Wer als ein L\u00e4ndler w\u00e4re sonst schon auf den abstrusen Gedanken gekommen, einen Holzvogel hochzuziehen, ihn abzuknallen, den erfolgreichen Sch\u00fctzen K\u00f6nig zu nennen und das auch noch ein ganzes Wochenende zu feiern? Gerade solche Ortschaften, in welchen nur einige tausend oder gar hundert Menschen leben, lebten das ganze Jahr f\u00fcr diese Festivit\u00e4t. Da muss man sich schon etwas einfallen lassen, um nicht innerhalb weniger Monate mit Depressionen in der n\u00e4chsten Selbsthilfegruppe oder beim Psychologen zu sitzen.\u00a0 Kaum einer kann sich vorstellen, wieviele Spiele aus solchen Situationen entstanden sind. So wahrscheinlich auch das beliebte Spiel Flunkyball. Oder auch die immer wieder sch\u00f6nen Dorfpr\u00fcgeleien. Und wer wei\u00df denn schon, dass die Ortsfeuerwehren mehr Br\u00e4nde l\u00f6schen als in jeder Gro\u00dfstadt. Eine Abteilung legt die Br\u00e4nde, die andere l\u00f6scht, immer sch\u00f6n abwechseln versteht sich, damit es nicht auff\u00e4llt. Nicht zuletzt auch die vielen Kehlenbr\u00e4nde nach getaner Arbeit, f\u00fcr die man ein besonderes L\u00f6schsystem entwickelt hatte. Die Bierflaschen dort haben frappierende \u00c4hnlichkeit mit Handgranaten und lassen sich gesonders schnell leeren.\u00a0 &#8222;Man k\u00f6nnte sich mit etwas Geschick in den Pf\u00fctzen spiegeln, man k\u00f6nnte allerdings auch genausogut mit gr\u00fcngelben Gummistiefeln hineinspringen und das Wasser spritzen lassen. Man k\u00f6nnte auch mit dem Fahrrad einen Pf\u00fctzenslalom machen, immer um die Spiegelwasserlachen herum. Man k\u00f6nnte mit etwas Geschick sogar&#8230;&#8220; In diesem Moment wurde Herr Nipp auf seinen tiefsinnigen Gedanken gerissen, die mit jedem Moment infantiler zu werden drohten. Mit quietschenden Reifen schoss ein dunkler Wagen um die Ecke, hielt ruckhaft an und ihm entstiegen vier M\u00e4nner mit dunklen Anz\u00fcgen und ebensolchen H\u00fcten. Jeder von ihnen hatte einen schwarzen Aktenkoffer in der linken Hand, in der rechten allerdings, als w\u00e4ren sie aus einem mittelm\u00e4\u00dfigen Kinderroman entsprungen, eine f\u00fcrchterlich stinkende Zigarre. Sie umringten Herrn Nipp. Schon eine etwas bedrohliche Situation, die andere Menschen sicherlich mehr als eingesch\u00fcchtert h\u00e4tte. Aber normalerweise war er ja nicht so leicht einzusch\u00fcchtern. Schon gar nicht von Menschen, die offenkundig ihren Auftritt wie eine Choreographie geplant und sicherlich auch geprobt hatten, in vielen Situationen vorher. Immerhin lief ihm ein mittelschwerer Schauder \u00fcber den R\u00fccken, nein, kein lahmes Schaudern, sondern ein Formel-1-Bolide, der sich auf freier Strecke ohne Kurven w\u00e4hnte.\u00a0 Der Kantigste unter ihnen schien das Alphatier zu sein, herrisch und mit einer Anmutung von Arroganz im Blick. Was das wohl werden sollte? &#8222;Entschuldigen Sie, werter Herr, wir haben uns wohl verfahren, sind wir hier in Dortmund?&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es hatte die ganze Nacht lang ununterbrochen geregnet. Kleinst\u00e4dte im Sauerland konnten dabei eine unglaubliche Tristesse entwickeln. Wahrscheinlich war das sowieso eine der wichtigsten Eigenschaften von Kleinst\u00e4dten. Ruhe und eine ordentliche Prise Langeweile. 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