{"id":4869,"date":"2016-02-18T22:24:12","date_gmt":"2016-02-18T21:24:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=4869"},"modified":"2016-02-05T17:04:25","modified_gmt":"2016-02-05T16:04:25","slug":"laufend-gedichte-finden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=4869","title":{"rendered":"Laufend Gedichte finden"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">An diesem Abend hatte er es sich gem\u00fctlich gemacht, so gem\u00fctlich es eben ging, wenn man in einem Zimmer hockt, das stapelweise voll ist mit Papieren. Solchen, die endlich ausgemistet werden sollen. Solchen, die ihm seit Wochen schon das Betreten dieses Zimmers streitig machten. Alle die Aufzeichnungen, die er sich auf den Sitzungen und Konferenzen macht, die kurz eben seine Ideen und Gedanken skizzieren, viel wichtiger aber, die mitnotieren, was denn da gesprochen, besprochen wurde. Vor sich hatte er immerhin drei Haufen s\u00e4uberlich get\u00fcrmt: alles Wichtige, alles halbwegs Wichtige und alles, was brauchbar schien. Zur T\u00fcr hin eine wahre Rauminstallation mit gekn\u00fcllten Papieren, Bl\u00e4ttern und Kartonresten, die fein zerrissen waren. Er hockte manchmal, lief dann wieder hin und her. Suchte, verwarf, sortierte, entfernte. Auch wenn das Sammeln noch so sehr im Blut steckt, irgendwann muss ger\u00e4umt werden. Niemand sollte diese Arbeit den Nachfolgern \u00fcberlassen, auch wenn dann eventuell mal einige f\u00fcr die Nachwelt wichtige Dinge verloren gingen. Wer braucht schon die Notiz &#8222;Die roten Haare fallen immer wieder aus dem Nacken ins Gesicht&#8220; oder jene Randbemerkung zu einem v\u00f6llig langweiligen kopierten Text \u00fcber Handlungsstrategien in Ausnahmesituationen &#8222;Wenn sich unter den Fingern\u00e4geln der rechten Hand mehr Dreck ansammelt, ist davon auszugehen, dass es sich um einen Rechtsh\u00e4nder handelt&#8220;. Nat\u00fcrlich niemand, auch wenn die Antwort allein schon in der Frage steckt, auch wenn sie ohne solcherart Beispiele auskommt. Diesen Tag allerdings konnte er auch mit einigen Fundst\u00fccken aufwarten, die ihm zu denken gaben, bei denen sich wirklich das R\u00e4tsel der Urheberschaft stellte. So eine v\u00f6llig seltsame Geschichte:<\/p>\n<p>&#8222;Die Hausente<br \/>\nAuf dem Tisch vor mir steht eine recht gro\u00dfe Hausente, die auf einem Holzbrett befestigt wurde. Der Wasservogel erscheint gr\u00f6\u00dfer, als man normalerweise vermutet. Insgesamt besitzt der auff\u00e4llig gef\u00e4rbte Erpel eine L\u00e4nge von rund 55,3 cm. Am Gefieder l\u00e4sst sich das Geschlecht erkennen. Es ist wie bei den Menschen. Die M\u00e4nnchen sind von Natur aus sch\u00f6n. Der auf den ersten Blick schwarze Kopf schimmert bei n\u00e4herem Hinsehen bl\u00e4ulich und gr\u00fcn und endet in einem orangen Schnabel. Die dunklen Augen scheinen sehr lebhaft, dabei handelt es sich doch nur um Glas. &#8220;<\/p>\n<p>Oder jenes seltsame Fragment:<\/p>\n<p>&#8222;Sich selbst ins Leben begeben<br \/>\nahnungsweise sichtbar werden<br \/>\nbei sich bleiben&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Handelte es sich hierbei um ein Gedicht, den Anfang eines solchen oder einfach nur schnelle Notate? Sicherlich aber konnte dem folgenden Text eine gewisse Vollst\u00e4ndigkeit inhaltlich wie formal nachgesagt werden.<\/p>\n<p>&#8222;Dich<br \/>\nins Reine bringen<br \/>\nein(en) Weg zu finden<br \/>\nzwischen Tradition und Selbstbehauptung<br \/>\nKonvention und Rebellion<br \/>\nheraus aus den alten Bindungen<br \/>\ndie das Leben einengen<br \/>\ndir das Leben sch\u00fctzen<br \/>\nDen Unterschied erkennen<br \/>\nzwischen dem Wahren<br \/>\nund dem zu wahrenden Gesicht&#8220;<\/p>\n<p>Doch bei aller Begeisterung hierf\u00fcr konnte er sich nicht kl\u00e4ren, wo er diesen Text denn wohl abgeschrieben habe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An diesem Abend hatte er es sich gem\u00fctlich gemacht, so gem\u00fctlich es eben ging, wenn man in einem Zimmer hockt, das stapelweise voll ist mit Papieren. Solchen, die endlich ausgemistet werden sollen. 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