{"id":4022,"date":"2014-06-08T08:37:12","date_gmt":"2014-06-08T06:37:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=4022"},"modified":"2014-06-15T08:58:32","modified_gmt":"2014-06-15T06:58:32","slug":"iii-igestaltung-von-kapiteln-auch-wenn-es-eigentlich-nichts-zu-sagen-gibt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=4022","title":{"rendered":"III.I Gestaltung von Kapiteln, auch wenn es eigentlich nichts zu sagen gibt."},"content":{"rendered":"<p>Wie schon oben angedeutet, ist es grundlegend wichtig, die Abhandlungen, den Ratgeber in kurze und pr\u00e4gnante Kapitel zu unterteilen. Man muss bedenken, dass es sich im Normalfall um sogenannte Klolekt\u00fcre handelt, eine Sitzung wird bei einem normalen Menschen niemals l\u00e4nger als zwanzig Minuten dauern. (Wenn Sie sich jetzt wundern; die zentralen Worte hier sind \u201enormalen\u201c und \u201eniemals\u201c.) Auch wer als Ratgeberschreiber eigentlich gar nichts zu sagen hat, kann schon allein mit der Einteilung in Kapitel mit klangvollen Titeln sensationellen Eindruck schinden.<\/p>\n<p>Wir m\u00f6chten dies einmal beispielhaft darlegen. Nehmen wir doch einmal an, Ihr Ratgeber hat das Thema \u201eGl\u00fcck suchen, Gl\u00fcck finden\u201c, so kann jeder daran eine Aussage kn\u00fcpfen, die es in sich hat: Wer sich auf eine offene Suche nach dem Gl\u00fcck einl\u00e4sst, ohne sich selbst durch Vorurteile einschr\u00e4nken zu lassen, der hat erstens das Potential zu finden und zweitens mit dem Finden eigenen Gl\u00fccks auch die verschwiegene M\u00f6glichkeit andere gl\u00fccklich zu machen. Nehmen wir diese Kernaussage auseinander, ergibt sich eine Menge an Schl\u00fcsselbegriffen, die nat\u00fcrlich der weiteren Ausf\u00fchrung bed\u00fcrfen. Wir wissen schlie\u00dflich alle als Mitglieder einer aufgekl\u00e4rten Gesellschaft, dass jede Antwort im Grunde genommen eine neue Frage aufwirft, sogar eine weitergehende Fragestellung impliziert, manchmal sogar erfordert. Schon Kleinkinder f\u00fchren uns das mit ihrem ber\u00fchmten Warumspiel nervenaufreibend vor Augen. Sie nehmen die Antworten nicht so einfach hin, sondern legen den Finger mit der n\u00e4chsten Warumfrage schmerzhaft in die Wunde, immer dort, wo es noch etwas zu kl\u00e4ren gibt. Nicht aus Bosheit, sondern aus Prinzip und Neugier. Das macht \u00a0Eltern unweigerlich nerv\u00f6s, weil sie irgendwann Angst bekommen, dass sie keine Antworten mehr wissen und damit vielleicht auch ihr Nimbus der Allwissenheit vor dem Kinderauge zerst\u00f6rt wird, oder sie man\u00f6vrieren sich in eine peinlich verstrickte Sackgasse, aus der es kein Entkommen mehr gibt, als die Machete zu z\u00fccken und wutentbrannt zu fliehen. \u00a0Sie k\u00f6nnen sich gar nicht vorstellen, wie peinlich es werden kann, wenn ein Elternteil bei den Antworten die falsche Weiche stellt.<\/p>\n<p>\u201eIch habe dich lieb!\u201c \u201eWarum?\u201c \u201eWeil du meine Tochter bist.\u201c \u201e Weil Mami und Papi sich lieb haben.\u201c (Sie merken, genau an dieser Stelle steckt der Fehler bei der Mama.) \u201eWarum?\u201c \u201eWeil wir uns damals verliebt haben.\u201c \u201eWarum?\u201c \u201eNa, der Papa war sehr attraktiv.\u201c \u201eWarum?\u201c \u201e Der sah gut aus und hatte immer netten Humor.\u201c \u201eWarum?\u201c \u201eDer hat mich immer zum Lachen gebracht.\u201c \u201eWarum?\u201c \u201eWeil ich fr\u00fcher nicht viel zu lachen hatte.\u201c \u201eWarum?\u201c \u201e\u2026<\/p>\n<p>Wir brechen das Gespr\u00e4ch an dieser Stelle ab, nicht zuletzt deshalb, weil die Mami kurze Zeit sp\u00e4ter in bitteres Schluchzen ausbricht und sich die n\u00e4chste halbe Stunde nicht mehr beruhigen l\u00e4sst. Keiner will ernsthaft den Zusammenbruch einer Mutter vor ihrem Kind miterleben. Es will schlie\u00dflich auch niemand wissen, dass sie eine schlimme Kindheit hatte, mit all den Dingen, die sich als Trauma in die Seele brennen. Diese Mutter wird \u00fcbrigens bereits zwei Wochen nach dem Gespr\u00e4ch mit dem Kind ein ebensolches mit einem Psychologen haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie schon oben angedeutet, ist es grundlegend wichtig, die Abhandlungen, den Ratgeber in kurze und pr\u00e4gnante Kapitel zu unterteilen. 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