{"id":2499,"date":"2013-07-03T23:41:41","date_gmt":"2013-07-03T21:41:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=2499"},"modified":"2013-07-04T09:42:08","modified_gmt":"2013-07-04T07:42:08","slug":"bergrucken-iii","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=2499","title":{"rendered":"Bergr\u00fccken III"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 115%; font-family: 'Arial','sans-serif';\">Die alten rotwei\u00dfen Hemden waren ersetzt worden durch grelle Farben und auch die Lodensachen und Kniebundhosen hatten Erneuerungen erfahren. Sie fanden nur noch trachtenm\u00e4\u00dfigen Einsatz. Seltsamerweise wurden allerdings nur f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter f\u00fcr Herrn Nipp gerade diese alten Trachtenjacken sehr interessant. Er sicherte sich genau diese aus den fr\u00fchen sechziger Jahren, seines Vaters. Die hatten Jahre im Keller gehangen, wurden optisch etwas aufgepeppt und schon waren die ehemals geschm\u00e4hten Traditionsklamotten Ende der Achtziger modern, zumindest in gewissen Kreisen. Graue Lodenjacken in Kombination mit zerschlissenen und selbst bemalten Jeans und Rollkragen. T\u00e4gliches Modeaccessoire der sogenannten Indieszene. Wie sang irgendwann eine deutsche Band? \u201eIch m\u00f6chte Teil einer Jugendbewegung sein.\u201c<\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?attachment_id=2500\" rel=\"attachment wp-att-2500\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-large wp-image-2500\" title=\"Heuschreck\" src=\"http:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/IMG_0200-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"426\" srcset=\"http:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/IMG_0200-1024x682.jpg 1024w, http:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/IMG_0200-400x266.jpg 400w, http:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/IMG_0200-148x98.jpg 148w, http:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/IMG_0200-31x20.jpg 31w, http:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/IMG_0200-38x25.jpg 38w, http:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/IMG_0200-322x215.jpg 322w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 115%; font-family: 'Arial','sans-serif';\">Auf jeden Fall hatte man zu dieser Zeit immer eine rote Regenjacke mit sich zu f\u00fchren oder ein gro\u00dfes rotes Planentuch, damit einen im Notfall jeder Hubschrauber sofort sehen w\u00fcrde. Ob das auch heute noch der Fall ist, kann Herr Nipp gar nicht sagen. Normalerweise tr\u00e4gt man ein Handy bei sich und kann dar\u00fcber relativ einfach geortet werden. Er hatte sogar schon davon geh\u00f6rt, dass vom Wetter \u00fcberraschte Wanderer per SMS gerettet wurden &#8211; die Umwege interessieren da fast gar nicht. Da wird eine Nachricht nach Norddeutschland geschickt \u2013 vielleicht vom Watzmann, damit dort \u00fcber die Feuerwehr in M\u00fcnchen endlich ein Einsatzteam verst\u00e4ndigt wird. Da braucht es keine rote Plane mehr. Funkortung ist die Devise. <\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12.0pt; line-height: 115%; font-family: 'Arial','sans-serif';\">Wahrscheinlich ist es eine der ganz gro\u00dfen alpinen Erfindungen, dass man nicht mehr die trenkerschen Walkloden tragen musste, kein schweres \u00d6lzeug, sondern Kunststoffgewebe, die klein zu knubbeln waren. Ein wahrer Segen, pl\u00f6tzlich hatte jeder jenes seltsame B\u00fcndel umgeschnallt, wie ein Kissen. So konnte mehr Proviant mitgenommen werden. Klassischerweise vinschgauer Br\u00f6tchen mit Fenchel, Kaminwurzen mit Knoblauch im Naturdarm. Nat\u00fcrlich durfte auch der sextner Bauernk\u00e4se nicht fehlen und \u00c4pfel von Despar. Schon zu dieser Zeit aber auch jene Fr\u00fcchteriegel, die heute sicherlich Powerbars genannt werden, Rosinen, N\u00fcsse und Trockenfr\u00fcchte zwischen Esspapier. Herr Nipp hatte diese Leckerbissen damals besonders geliebt und nat\u00fcrlich auch die Panzerkekse von der Bundeswehr, die er zuerst vom Freund seiner Cousine geschenkt bekommen hatte. Sp\u00e4ter besorgte man sich f\u00fcr l\u00e4ngere Touren auch die ganzen Einmannpackungen, die strotzten vor Konservierungsmitteln und waren auch die n\u00e4chsten zwanzig Jahre noch haltbar. Damals schon umwerfend, wenn Anfang der Achtziger schon das Mindesthaltbarkeitsdatum vom Jahr 2001 darauf stand. Wie ist so etwas zu erreichen? Sein Onkel besorgte die direkt bei der Bundeswehr, hatte gute Kontakte dort. Er wurde mit dem g\u00fcnstig beliefert, was die Wehrdienstleistenden partout nicht essen wollten, f\u00fcr Pfennigbetr\u00e4ge. Dazu geh\u00f6rte auch die halbbittere Schokolade, jeweils 50 Gramm von der Firma Brandt. Meistens hatten die T\u00e4felchen wei\u00dfe Flecken, weil sie wohl schon h\u00e4ufiger kalt und warm geworden waren. Und die 300 Gramm Mahlzeiten im Alupack, konnte man \u00fcber dem Gaskocher oder Esbit schnell aufw\u00e4rmen und schmeckten gut. Und leckere scharfe blaue Kaugummis. Ein T\u00f6pfchen Marmelade und K\u00e4se. Dicht und f\u00fcr die Zukunft haltbar. Gew\u00fcrzt mit viel Glutamat. Die w\u00fcrden jeden Atomkrieg \u00fcberstehen. Mad Max l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die alten rotwei\u00dfen Hemden waren ersetzt worden durch grelle Farben und auch die Lodensachen und Kniebundhosen hatten Erneuerungen erfahren. Sie fanden nur noch trachtenm\u00e4\u00dfigen Einsatz. 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