{"id":1916,"date":"2013-03-08T21:36:29","date_gmt":"2013-03-08T20:36:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=1916"},"modified":"2013-02-24T10:20:21","modified_gmt":"2013-02-24T09:20:21","slug":"der-stau-x-3","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=1916","title":{"rendered":"Der Stau X \/ 3"},"content":{"rendered":"<p>\u201e2. Konstruierendes Argumentieren oder was die Philosophie damit macht<\/p>\n<p>\u201eArgumentation, eine Rede mit dem Ziel, die Zustimmung oder dem Widerspruch wirklicher oder fiktiver Gespr\u00e4chspartner zu einer Aussage oder Norm [\u2026] durch den schrittweisen und l\u00fcckenlosen R\u00fcckgang auf bereits anerkannte Aussagen bzw. Normen zu erreichen. Jede im Verlauf einer solchen Rede erreichte Zustimmung zu einer weiteren Aussage oder Norm (\u00fcber Aussages\u00e4tze hinaus) kennzeichnet einen Schritt der Argumentation; die einzelnen Schritte hei\u00dfen die f\u00fcr (bzw. gegen) die zur Diskussion gestellte Aussage bzw. norm vorgebrachten Argumente.\u201c (Enzyklop\u00e4die der Philosophie und Wissenschaft)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?attachment_id=1953\" rel=\"attachment wp-att-1953\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-large wp-image-1953\" title=\"2012 Herr Nipp aktuelle Bilder 001\" src=\"http:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/2012-Herr-Nipp-aktuelle-Bilder-001-749x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"874\" srcset=\"http:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/2012-Herr-Nipp-aktuelle-Bilder-001-749x1024.jpg 749w, http:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/2012-Herr-Nipp-aktuelle-Bilder-001-292x400.jpg 292w, http:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/2012-Herr-Nipp-aktuelle-Bilder-001-108x148.jpg 108w, http:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/2012-Herr-Nipp-aktuelle-Bilder-001-22x31.jpg 22w, http:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/2012-Herr-Nipp-aktuelle-Bilder-001-27x38.jpg 27w, http:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/2012-Herr-Nipp-aktuelle-Bilder-001-157x215.jpg 157w, http:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/2012-Herr-Nipp-aktuelle-Bilder-001.jpg 1264w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>[Hier sieht man es wieder einmal, die Jungen k\u00f6nnen streiten, k\u00f6nnen sich bedienen, aber einen ordentlichen Zitatnachweis zu bringen, sind sie nicht in der Lage. Das \u00fcberfordert sie schlicht weg. Man muss sich wundern, wird ihnen das in der Schule oder sp\u00e4testens in der Einf\u00fchrungsphase hier an der Uni\u00a0 denn nicht beigebracht? So schaufeln sie sich vor Beginn der eigentlichen Karriere das eigene Grab. Zuerst wird sinnentstellend verk\u00fcrzt, dann auch noch die Quelle nicht vollst\u00e4ndig angegeben, wie sollen sie demn\u00e4chst ihre Dissertation schaffen?]<\/p>\n<p>Das wohl bekannteste Beispiel f\u00fcr die philosophische Argumentation ist das H\u00f6hlengleichnis des Platon (Im Anhang beziehe ich mich auf etwas andere Art noch mal auf dieses Beispiel.). Indem Schritt f\u00fcr Schritt die Bedingungen erkl\u00e4rt werden und auf Glaukons st\u00e4ndige Zustimmung gerechnet wird. Hier wird herausgearbeitet, dass die M\u00f6glichkeit, die Menschen zur Erleuchtung zu f\u00fchren, nur mit einer gewissen Gewalt durchgesetzt werden kann.<\/p>\n<p>Auf dieser Argumentation, Schritt f\u00fcr Schritt, basiert die gesamte philosophische Argumentation. Sie kann nicht rekonstruierend arbeiten, sondern muss selbst konstruieren, so realisiert sich im philosophischen Akt die Bezogenheit des Menschen auf die Totalit\u00e4t des Seins. Philosophieren richtet sich auf die Welt als Ganzes. Dem Menschen wird eine Wirklichkeitsdeutung gegeben. [Diese S\u00e4tze sind schon fast druckreif, als h\u00e4tte er bei einer meiner Vorlesungen mit notiert und nun gibt er das als eigene Formulierung aus, Frechheit. Aber letztlich kommt man ohne diese auch nicht weiter. Muss nachschauen, vielleicht kann ich daraus auch eine Floskel f\u00fcr einer der n\u00e4chsten Vorlesungen entwickeln.]<\/p>\n<p>Der Mensch soll durch die philosophische Argumentation zu einer eigenen Einsicht gelangen, die sich von den Erfahrungswerten seiner Vorfahren unterscheidet. Denn nur durch neue Erkenntnis ver\u00e4ndert sich der Mensch. Philosophie beruht in diesem Sinne auf dem M\u00fcndigwerden der ratio gegen die \u00dcberlieferung. Die<br \/>\nAuflehnung gegen\u00fcber der Tradition geh\u00f6rt zum Wesen der Philosophie.\u201c<\/p>\n<p>Als Professor mit langj\u00e4hriger Erfahrung kannte er solcherart Texte, die gef\u00fcllt waren mit Gemeinpl\u00e4tzen, Selbstverst\u00e4ndlichkeiten. Auch solches Zeug musste man akzeptieren. Das Kapitel sollte folglich nur noch quergelesen werden, einfach um die grunds\u00e4tzliche Stimmigkeit zu ersehen. Er w\u00fcrde keine Notate mehr machen m\u00fcssen, es w\u00fcrde ihm letztlich reichen, wenn ein abschlie\u00dfender Kommentar noch einmal kurz auf die M\u00e4ngel einging und ansonsten klarstellte, ob auch irgendwelche Besonderheiten zu sehen w\u00e4ren.<\/p>\n<p>\u201e[\u2026] Platons Argumentation entwickelt sich aus dem Betrachten der Umwelt, der vor Augen liegenden Erfahrungswirklichkeit. [\u2026]dass die Verh\u00e4ltnisse der H\u00f6hle nur ein schwacher Abglanz der Wirklichkeit sind, um nicht zu sagen eine Verzerrung [\u2026] Der ins Licht verschleppte ist der Philosoph, der die Aufgabe zugeteilt bekommt, auch den Rest der Menschheit ins Licht der Erkenntnis zu f\u00fchren. Eine Argumentation, die durchaus gewaltsame Z\u00fcge aufweist. [\u2026] verl\u00e4sst er den Raum der Unkenntnis [\u2026] Einer solchen Argumentationskette kann kaum jemand eine negative Entgegnung [\u2026] Da der Mensch bekanntlich nicht Gott ist, kann er nie zur absoluten Erkenntnis gelangen. [\u2026] Argumentation erschlie\u00dft in diesem Sinne die Welt. [\u2026] Der Rhetor schlie\u00dft aus seinen vorgebrachten Argumenten einen Syllogismus, eine Konklusion [\u2026] im Unterschied zur Eristik oder Sophistik, die letztlich nur darauf abzielen, den Redner als besonders gebildet darzustellen, nicht aber zwangsl\u00e4ufig zur Wahrheit zu f\u00fchren. [&#8230; Ja, gestern noch erlebt, als dieser eine \u00c4sthet seine Scheinargumente mit Scheinbeobachtungen vorbrachte, damit versuchte, seinen Willen durchzusetzen und die anderen dazu zu bewegen, das Geld doch mit sicheren Zinsen anzulegen, statt es f\u00fcr sinnvolle Anschaffungen zu verwenden, die viel nachhaltiger sind. Er hatte allerdings nicht damit gerechnet, dass die anderen ihn schon lange durchschaut hatten, also ging er dazu \u00fcber, die anderen zu beleidigen \u00a0oder als zu unerfahren zu verunglimpfen und als auch das nichts half, verzog er sich schmollend in seine R\u00e4umlichkeiten und war auch von hier nach wenigen Minuten verschwunden.] versuchen einen Konsens zu finden, immer in gegenseitiger Anerkennung der Partner.\u201c<\/p>\n<p>Er las auch die n\u00e4chsten Seiten noch z\u00fcgig und war endlich doch einmal f\u00fcr eine gewisse Zeit zufrieden. Das dritte Kapitel der Hausarbeit stellt sich als \u00fcberaus begr\u00fcndet und sachlich distanziert verfasst heraus, was es dann auch schon wieder fast langweilig macht, darauf einzugehen, dachte er. Hier ging es um die Rekonstruktion, an sich schon ausreichend Stoff f\u00fcr eine Dissertation. Aber die jungen Leute wollen ja erst einmal einen \u00dcberblick verschaffen, selber erhalten.<\/p>\n<p>Der Verkehr rollte weiter, wieder um einige Meter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201e2. 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