{"id":1842,"date":"2013-02-16T09:38:40","date_gmt":"2013-02-16T08:38:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=1842"},"modified":"2013-02-10T09:36:38","modified_gmt":"2013-02-10T08:36:38","slug":"der-stau-vi-3","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=1842","title":{"rendered":"Der Stau (VI \/ 3)"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWas halten sie unserem Besuch in der Kunstakademie.\u201c \u201eSie haben dieses Mal gar nicht gekauft.\u201c So muss man mit einem Chef umgehen, der eigentlich gar kein Interesse an den Gedanken des anderen hat, sondern die Antworten nur ben\u00f6tigt, um sich selber in Denklaune zu versetzen. Man schrammt hart an einer tats\u00e4chlichen Beantwortung vorbei, sollte sich die eigene Meinung tunlichst verkneifen und setzt Impulse f\u00fcr ein weiteres Gespr\u00e4ch, manchmal auch einen Monolog. \u201eDiese jungen H\u00fcpfer hatten nur das Werk von Adepten vorzuweisen, nichts Eigenst\u00e4ndiges.\u201c \u201eHatte auch den Eindruck, dass die heutigen Professoren wieder rigider werden, was \u00fcber das eigene Werk hinausgeht, wird nicht geduldet.\u201c \u201eDie k\u00fcnstlerische Arbeit, man kann sie eigentlich gar nie richtig werten, versucht Verkn\u00fcpfungen herzustellen und bleibt doch immer an ihrer aktuellen gesellschaftlichen Realit\u00e4t und \u00a0Wertigkeit h\u00e4ngen. Nur wenige schaffen es, dar\u00fcber hinaus zu gehen, dar\u00fcber hinaus einen ganz eigenen \u00e4sthetischen Impuls in die Landschaft zu geben, der uns weiter bringen k\u00f6nnte.\u201c \u201eEine neue Form der Energie?\u201c<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?attachment_id=1894\" rel=\"attachment wp-att-1894\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-large wp-image-1894\" title=\"Kein Akt, sich auf den Stuhl zu setzen\" src=\"http:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/IMG_1999-1024x681.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"425\" srcset=\"http:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/IMG_1999-1024x681.jpg 1024w, http:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/IMG_1999-400x266.jpg 400w, http:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/IMG_1999-148x98.jpg 148w, http:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/IMG_1999-31x20.jpg 31w, http:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/IMG_1999-38x25.jpg 38w, http:\/\/www.herr-nipp.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/IMG_1999-322x215.jpg 322w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u201eJa, dabei z\u00e4hlt eigentlich den meisten nur die Vita. Wer nicht bei dem und dem studiert hat, der kann auch nicht dort oder dort ausstellen, und wer noch nicht auf der gro\u00dfen B\u00fchne gespielt hat, der kommt auch nicht drauf. Mir hat mal ein K\u00fcnstler gesagt, man d\u00fcrfe nicht in der Kreisklasse anfangen und darauf hoffen, vielleicht irgendwann in die Bundesliga zu kommen. Man m\u00fcsse sofort dort anfangen, dann habe man auch die Chance, irgendwann Championsleague zu spielen. Genauso geht es den armen Kunststudenten. Von ihnen haben vielleicht ein oder zwei Prozent die Chance auf den gro\u00dfen Markt zu kommen, daf\u00fcr m\u00fcssen sie k\u00e4mpfen, \u00fcber ihren Meister inhaltlich und visuell hinauswachsen. Sie d\u00fcrfen nicht jedes Ausstellungsangebot annehmen, nicht an jeden verkaufen. Sie m\u00fcssen den Galeristen suchen, der in der Lage ist die angemessen zu f\u00f6rdern und wachsen zu lassen. Der die richtigen Sammler an der Hand hat, die richtigen Ausstellungsorte und vor allem ein gutes Management. Wenn ich teilweise sehe, auf welcher Basis die Stipendien vergeben werden. Da hat ein Mann in einer Beh\u00f6rde, der wirklich gut sein mag, eine mittelm\u00e4\u00dfig begabte Frau, die noch nie ein eigenes Projekt auf die Beine gestellt hat und schon sitzt sie ein halbes in Rom in der Villa Massimo. Da geht ein Student mit seinem Professor ins Bett und schon wird das mit der Villa Romana in Florenz belohnt. Nein, ganz so schlimm ist es nat\u00fcrlich nicht, aber das Meiste l\u00e4uft leider nur \u00fcber gute Beziehungen. Die K\u00fcnstler, welche sich auf eigenen Beinen behaupten wollen, auf die kleinen Messen fahren, ihre Werke dort anbiedernd anbieten und darauf hoffen, dass vielleicht mal eine Kunstverein jemanden vorbeischickt oder ein Sammler sich dorthin verirrt, der hat Pech, es wird nicht funktionieren. Vielleicht wird er mal ein Werk an den Mann bringen k\u00f6nnen, aber seine Hoffnungen kann er normalerweise in den Wind schie\u00dfen. Und dieses Mal war keine Arbeit dabei, die ich gerne mitgenommen h\u00e4tte. Viel Zeug, Dutzendware.\u201c \u201eLohnte sich die Investition nicht?\u201c \u201eVielleicht h\u00e4tte es sich auf kurze Sicht gelohnt, einige Werke mitzunehmen, aber die meisten kleinen Sternchen am Kunstfirmament verblassen ganz schnell wieder. Sind wie Onehitwonder in der Popmusik. Nach der zweiten Ausstellung mag man diese Gehypten nicht mehr sehen und ist einfach nur froh, wenn die eingelagerten Werte schnell wieder auf den Markt geschleudert sind, mit einem kleinen Gewinn, versteht sich. Aber diese Art von Spekulationsgesch\u00e4ften h\u00e4ngt mir wirklich zum Halse heraus.\u201c \u201eKeiner dabei, den sie gebrauchen konnten f\u00fcr das Unternehmen?\u201c \u201e\u00dcber hundert Bewerber auf eine einzige Stelle und keiner dabei, der auch nur ann\u00e4hernd das leisten konnte, was ich mir w\u00fcnsche. Das ist wirklich albern. Nein, sie bleibt vakant. Vielleicht wird es jemand, den ich selber aufgefordert habe, sich zu bewerben, hatte ihn per Zufall auf einem Kongress getroffen, schien ein heller Kopf zu sein.\u201c Er stopft sich gem\u00e4chlich sein Pfeifchen und raucht sie ein. \u201eAh, ein wirklich guter Tipp, dieser Tabak.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWas halten sie unserem Besuch in der Kunstakademie.\u201c \u201eSie haben dieses Mal gar nicht gekauft.\u201c So muss man mit einem Chef umgehen, der eigentlich gar kein Interesse an den Gedanken des anderen hat, sondern die Antworten nur ben\u00f6tigt, um sich &hellip; <a href=\"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=1842\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1842","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1842","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1842"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1842\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1896,"href":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1842\/revisions\/1896"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1842"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1842"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1842"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}