{"id":1211,"date":"2016-07-20T20:53:02","date_gmt":"2016-07-20T18:53:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=1211"},"modified":"2016-07-29T08:50:04","modified_gmt":"2016-07-29T06:50:04","slug":"ambrosia-geschrieben-2012-bisher-unveroffentlicht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?p=1211","title":{"rendered":"Ambrosia (geschrieben 2012)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Mit seinen beiden Wanderfreunden f\u00e4hrt Herr Nipp zwischen Ruhr und Autobahn den Ruhrradweg in Richtung Haus F\u00fcchten, traumhaftes, leider nie richtig renoviertes Anwesen. Immer sch\u00f6n ruhrabw\u00e4rts. Manchmal schweigen sie, genie\u00dfen die Landschaft, den L\u00e4rm der nebenan rasenden Autos und Schwertransporte haben sie effektiv ausgeblendet. Selektive Wahrnehmung. So kann man Natur erleben, sich ganz der Freude an der Landschaft hingeben. Und irgendwann glaubt der Radfahrer wirklich, durch die unber\u00fchrte Natur zu radeln, sieht man einmal vom asphaltierten Weg ab, der ein leises rumpelfreies Dahingleiten und elegante Ausweichman\u00f6ver erm\u00f6glicht, wenn sich einmal Wanderer hierhin verirrt haben.<\/p>\n<p>Erst dann, wenn irgend jemand auf den L\u00e4rm aufmerksam macht, ein Irgendjemand, der selektiv eben nur die Motoren wahrnimmt, dann wird sich die entspannt erlebte Ruhe zu einem L\u00e4rmteppich ausweiten. Dann werden die Radfahrer vielleicht das Weite suchen wollen, indem sie ab Haus F\u00fcchten auf die andere Ruhrseite oder Richtung Bergh\u00f6he wechseln. Um durch die kleinen D\u00f6rfer zu fahren und letztlich doch wieder ein Gleiches festzustellen. Dem automobilen Verkehr kann man in einem Staat, der sich etwas auf eine perfekt funktionierende Infrastruktur einbildet, ein dichtes Stra\u00dfennetz, unterbrochen von Schienenstrecken und viel zu seltenen Wanderwegen, nicht entkommen. Eine Infrastruktur, die wohl ma\u00dfgeblich f\u00fcr den wirtschaftlichen Erfolg des Landes verantwortlich ist. Das soll kein Herummosern sein, aber wer es nicht schafft, den \u00fcberall anwesenden Dauerl\u00e4rm auszublenden, der ist hier verloren. Der wird wohl an seinem\u00a0 unvermeidbar zu erleidenden Tinitus leiden. Wer dieses Selektieren allerdings ganz aktiv angeht, der wird die wundervolle Parklandschaft Deutschlands und besonders des Sauerlandes genie\u00dfen k\u00f6nnen. (An dieser Stelle, lieber C.M.L., wirst du wahrscheinlich die Augen nach oben verdrehen.) Und manchmal kann man dann sogar im Fr\u00fchling echte Unkenrufe vernehmen und die sind gar nicht schlimm.<\/p>\n<p>Die Pflanzen in der renaturierten Flusslandschaft haben es ihnen angetan, diese wiederentstandene Vielfalt, auch wenn im Herbst das Meiste schon verbl\u00fcht ist oder in einen gleblichen Absterbensprozess \u00fcbergeht. Sie werden aufmerksam auf die Unmengen an Neueinwanderern der Pflanzenwelt. (Exkurs; Wissen f\u00fcr Schlaumeisen: Von den derzeit 1007 katologisierten Arten (auch Neophyten genannt) sind aber wohl lediglich 30 problematisch, weil schnell ausbreitend und werden daher auch als invasiv bezeichnet. Ja ja, das Zwischenetz kann einem so manche wertvolle Information liefern.\u00a0 &#8211; Glauben sie ja nicht, lieber Leser, der Schreiber dieser Zeilen w\u00fcsste auch nur irgendetwas \u00fcber das, was er hier beschreibt,\u00a0 selber. Nein, er hat noch nicht einmal ansatzweise ein entferntes Interesse daran. Wir wissen ja gemeinsam, dass solche Themen nur \u00e4u\u00dferst selten auch nur am Rande in seinen Texten Erw\u00e4hnung finden. Natur an sich ist f\u00fcr ihn ein gro\u00dfes Fremdes, ein Mysterium, dem er sich auch niemals \u00f6ffnen w\u00fcrde, eben weil es fremd ist. Und was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht. Und alles, was mit Umwelt zu tun hat &#8211; mal ehrlich&#8230;)<\/p>\n<p>Gro\u00dfes oder\u00a0 dr\u00fcsiges Springkraut, welches wundersch\u00f6ne rosafarbene Bl\u00fcten tr\u00e4gt und sehr dekorative Stiele ihr Eigen nennt, welches allerdings auch einen unertr\u00e4glich s\u00fc\u00dflichen, vor allem unangenehm aufdringlichen Duft und die Samen in die Welt schleudert. Es erscheint einem Vorbeiwanderer fast, als sei eine sch\u00f6ne Frau, die Pflanze, in ein Parf\u00fcmfass gefallen. (Angeblich kann man aus den Bl\u00fcten sogar eine k\u00f6stliche Marmelade kochen, ein Rezept hierzu findet sich auf der Seite <a href=\"http:\/\/www.newtritionink.de\/shop\/pdf\/anu-nrw-wertdervielfalt2-modul6.pdf\" target=\"_blank\">bl\u00fctenmarmelade.de<\/a>, die nat\u00fcrlich ganz anders hei\u00dft.) Dann finden sich neben diesen Bl\u00fctenteppichen immer wieder solit\u00e4re Herkulesstauden, die mancherorts auch Riesenb\u00e4renklau genannt werden, ich m\u00f6chte den Leser mit dem lateinischen Namen (Heracleum mategazzianum oder Heracleum giganteum) verschonen, mit ihren riesigen Bl\u00e4ttern und tellerartigen, doppeldoldigen Bl\u00fcten (hier merkt man wieder einmal, dass es gut ist, wenn ausreichend B\u00fccher vorhanden sind und vor allem jene lexikalische Seite zur Verf\u00fcgung stehen, die von abertausenden Schreiberlingen in\u00a0 den letzten Jahren aufgebaut wurde und dazu beigetragen hat, dass Brockhaus keine Lexika mehr druckt. Auch wenn manchmal neben der vielbeschworenen Schwarmintelligenz der Eindruck von Schwarmdummheit entsteht, immer dann n\u00e4mlich, wenn in den Diskussionen einige Trolle glauben, man m\u00fcsse bei jeder Kleinigkeit auf festgelegte Mechanismen verweisen und bei Nichteinhaltung l\u00f6schen. Schreiber, die wirklich daran glauben, dass einmal entstandene Regeln sich nicht weiterentwickeln k\u00f6nnen. Entschuldigen sie bitte, ich komme mal wieder vom Thema ab. Dabei sollte dieser Text laut Skizze wirklich nicht l\u00e4nger als zwanzig Zeilen werden. Na immerhin habe ich bereits\u00a0 bis zur zehnten Zeile gebracht, er neigt sich also fest versprochen dem Ende zu.), die immer wieder Menschen mit gmeinem Gift attachieren, das photoaktiv ist. (Nein, so kann es wirklich nicht weitergehen, da werden einem die Texte\u00a0 durch Einf\u00fcgungen auseinander gerissen, demn\u00e4chst m\u00fcssen Fu\u00dfnoten eingef\u00fcgt werden, auch dies sei fest versprochen, ich muss nur noch herausfinden, wie das m\u00f6glich sein k\u00f6nnte. Gerade lese ich so ein Buch, bei dem die Fu\u00dfnoten einen gr\u00f6\u00dferen Raum einnehmen, als der eigentlich Text. Dabei ist tats\u00e4chlich beizeiten spannender nur den Metatext zu lesen, denn hier erf\u00e4hrt man doch mehr als erwartet. Und eines steht ja wohl fest: nur wirklich Gebildete, Universalgelehrte brauchen solche weiterf\u00fchrenden Unterweisungen und Verweise nicht.)<\/p>\n<p>&#8230;an dieser Stelle sei der Text abgebrochen, denn das eigentliche Ende hatte irgendwas mit Ambrosia und einem Reifenplatten zu tun und ich wei\u00df einfach nicht, wie das jetzt noch mit Herrn Nipp zu verbinden ist, denn der hat definitiv keine Allergie gegen Pollen. Im Gegenteil, er kann sich auch an Neophyten erfreuen, denn er glaubt auch nicht daran, dass die Natur sich nicht weiter entwickelt. Er liebt zum Beispiel \u00c4pfel, Pflaumen und Birnen, die definitiv nicht einheimsch sind, sondern von den R\u00f6mern eingef\u00fchrt wurden, aber das ist ein ganz eigenes Thema oder wie Michael Ende schreiben w\u00fcrde, ein andere Geschichte, die sp\u00e4ter noch erz\u00e4hlt werden muss. Er glaubt an das Verdr\u00e4ngen von Pflanzen und Tieren, \u00e4hnlich wie er bei jenem Lexikon an neue Regeln lexikalischen Arbeitens glaubt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit seinen beiden Wanderfreunden f\u00e4hrt Herr Nipp zwischen Ruhr und Autobahn den Ruhrradweg in Richtung Haus F\u00fcchten, traumhaftes, leider nie richtig renoviertes Anwesen. Immer sch\u00f6n ruhrabw\u00e4rts. 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