{"id":706,"date":"2012-08-21T08:03:10","date_gmt":"2012-08-21T06:03:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?page_id=706"},"modified":"2018-06-27T22:03:19","modified_gmt":"2018-06-27T20:03:19","slug":"tagebuch-bis-1990","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?page_id=706","title":{"rendered":"1981 bis 1990"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li>20.01.1990 &#8211; \u00dcberstunden<br \/>\nWegen all der \u00dcberstunden kann ich jetzt ans Aufh\u00f6ren denken, nur noch ein paar Tage, dann muss ich wirklich anfangen die Zukunft zu planen.<\/li>\n<li>09.12.1989 &#8211; Leben<br \/>\nDas Leben wird sich jetzt ver\u00e4ndern, grundlegend.<\/li>\n<li>01.11.1988 &#8211; Streiten<br \/>\nWill nicht, da\u00df du weinst, da\u00df wir streiten, will dich lachen sehen.<\/li>\n<li>31.10.1988 &#8211; Gl\u00fcck<br \/>\nIch habe Gl\u00fcck, denn N. ist immer f\u00fcr mich da und hilft.<\/li>\n<li>30.10.1988 &#8211; allein<br \/>\nZehn Tage allein. Allein.<\/li>\n<li>20.10.1988 &#8211; Gegangen<br \/>\nSie ist gegangen -war wohl abzusehen -love will tear us apart<\/li>\n<li>18.10.1988 &#8211; Fehler<br \/>\nMein Fehler ist, da\u00df ich ein Mensch bin. &#8211; Und wieder falsch gedacht. Keine Gedanken heute, mein Kopf brennt.<\/li>\n<li>17.10.1988 &#8211; Fehler<br \/>\nMein Fehler ist, da\u00df ich \u00fcberhaupt nicht malen kann.<\/li>\n<li>16.10.1988 &#8211; Tiger<br \/>\nVom kleinen Tiger Agrim.<br \/>\nEines Tages sa\u00df vor meinem Bett ein kleiner Tiger. Als ich morgens aufwachte, erschrak ich mich schon sehr. Aber der Tiger hatte so liebe Augen und pl\u00f6tzlich, als ich v\u00f6llig wach war, mu\u00dfte ich feststellen, da\u00df der Tiger meine Hausschuhe war.<\/li>\n<li>15.10.1988 &#8211; Geh<br \/>\nDu gehst von mir, morgen.<\/li>\n<li>14.10.1988 &#8211; Pathos<br \/>\nNat\u00fcrlich liebe ich eine gewisse Pathetik.<\/li>\n<li>13.10.1988 &#8211; Tod<br \/>\nTod haucht, schleicht durch Gassen, eklig zu versp\u00fcren. Meidet Tote. Tod. Not Food.<\/li>\n<li>12.10.1988 &#8211; nur Nipp<br \/>\nIch bin einfach nur Nipp, nicht mehr, nicht weniger.<\/li>\n<li>11.10.1988 &#8211; Wunschtr\u00e4ume<br \/>\nKomisch, aber wieso haben alle Angst davor, den anderen kennenzulernen? Aus Angst. Wunschtr\u00e4ume und falsche Illusionen k\u00f6nnten zerplatzen wie die ber\u00fchmten Seifenblasen?<\/li>\n<li>10.10.1988\u00a0 &#8211; Sehen<br \/>\nKann machen, was ich will, sehe dich. Kann schlafen, tr\u00e4ume dich. Kann arbeiten, h\u00f6re dich. Kann malen, sehe dich.<\/li>\n<li>09.10.1988 &#8211; wieder fragen<br \/>\nDu fragst, warum ich dich sch\u00f6n finde? Du fragst, warum du f\u00fcr mich trotz allem Traumfrau bist? Du sagst, ich h\u00e4tte was besseres als dich verdient? Du hast Angst, ich w\u00fcrde dich einfach so sitzen lassen? Du wunderst dich, was ich an dir finde? Naja, ich liebe dich.<\/li>\n<li>08.10.1988 &#8211; Verh\u00e4ltnis<br \/>\nWas denkst du \u00fcber mich? Wer, denkst du, bin ich? Was wei\u00dft du \u00fcber mich? Wie sch\u00e4tzt du mich ein? Ich stelle tausend Fragen und wei\u00df eigentlich nur, was ich f\u00fcr dich empfinde. Ich kann dich nicht einsch\u00e4tzen und m\u00f6chte alles \u00fcber dich wissen. Ich denke nicht mehr, wenn ich dich sehe. Ich lebe aus dem Bauch.<\/li>\n<li>07.10.1988 &#8211; allein<br \/>\nWenn du alleine stehst und vergessen hast, was du eigentlich h\u00e4ttest schreiben sollen.<\/li>\n<li>06.10.1988 &#8211; Gemeinsam<br \/>\nDas gemeinsame Paar oder auch zwei Machos mit Herz.<\/li>\n<li>05.10.1988 &#8211; Bewegung<br \/>\nIm Laufen eine Bewegungsrichtung aufzeigen.<\/li>\n<li>04.10.1988 &#8211; Blick<br \/>\nWas passiert, wenn sich der Blick vom Auge entfernt?<\/li>\n<li>03.10.1988 &#8211; ehrlich<br \/>\nErlebnisse der ehrlichen Gierigkeit &#8211; nach Gen\u00fcssen, die das Leben zu bieten hat.<\/li>\n<li>01.10.1988 &#8211; Gewitterwolken<br \/>\nSah die Gewitterwolken &#8211; bevor es zu regnen begann.<\/li>\n<li>30.09.1988 &#8211; Pfeil<br \/>\nDer Pfeil ist Bewegung. Suchen eines Ziels &#8211; bis zum Punkt.<\/li>\n<li>28.09.1988 &#8211; Schein<br \/>\nSiehst du, ich kann gar nicht gut zeichnen, der Schein tr\u00fcgt immer.<\/li>\n<li>27.09.1988 &#8211; Schw\u00fcre<br \/>\nDu schw\u00f6rst, du lie\u00dfest mich nie gehen. Du willst, da\u00df ich mich nicht \u00e4ndere. Du willst aber, da\u00df ich aufh\u00f6re mit etwas. Du sagst, du hast mich lieb. Du findest mich, ausgerechnet mich, sch\u00f6n. Du sagst, ich n\u00e4hme R\u00fccksicht, sei kein Egoist. Du sagst, ich sei dein Traummann, den du trotz der Fehler magst. Ich glaub, ich hab dich gar nicht verdient.<\/li>\n<li>26.09.1988 &#8211; Hexe<br \/>\nDu kleine Hexe &#8211; Magenta &#8211; Magenta (nicht zu verwechseln mit Magenta aus der der Rocky Horror Picture Show). Traumfrau f\u00fcr mich. Du kleine Hexe. Viel zu gut f\u00fcr mich.<\/li>\n<li>24.09.1988 &#8211; Kein Sinn<br \/>\nKein Sinn in dem Machen, in dem Leben, in dem Ich. Aufbrechen jetzt.<\/li>\n<li>12.09.1988 &#8211; Erwachsen<br \/>\nErwachsen sein ist die Verneinung des Gebrauchs einer Amme.<\/li>\n<li>05.09.1988 &#8211; Anruf<br \/>\nDu rufst mich an und ich bin f\u00fcr dich da, fragst und ich komme, kannst machen, was du willst und ich mache alles f\u00fcr dich. Nur la\u00df mir Freiheit, da\u00df ich keine Platzangst bekomme, da\u00df ich nicht ersticke. Nur nutz mich nicht aus, ich habe Angst davor, k\u00f6nnte dann zum Tier werden.<\/li>\n<li>31.08.1988 &#8211; H\u00e4nde<br \/>\nDie kaputten H\u00e4nde und Finger, kann sie mir kaum anschauen. Und du redest von Selbstbewusstsein.<\/li>\n<li>27.08.1988 &#8211; Bitte<br \/>\nBitte erz\u00e4hl etwas \u00fcber dich, was du denkst. Erz\u00e4hl etwas \u00fcber Leben und Hass. Aber sag mir nie, da\u00df wir Freunde bleiben.<\/li>\n<li>26.08.1988 &#8211; Liebe<br \/>\nErinner mich so gern, erinner mich so gern an dich. Hoffentlich hast du nicht vergessen.<\/li>\n<li>25.08.1988 &#8211; Liebeslieder<br \/>\nDie alten Liebeslieder sind tot, die alten Popsongs. Meine Liebeslieder bringen Chaos. Und ich habe Kopfschmerzen, breche ab. Noch ein Tag ohne dich, noch ein Tag allein, noch ein Tag.<\/li>\n<li>24.08.1988 &#8211; schlapp<br \/>\nJetzt ist alles schlapp, jetzt liegt alles flach. Die alten Spiele vom letzten Jahr, alles war lustig, alles war Spiel. Was ist los mit dieser Zeit &#8211; Neuanfang und Auseinanderbrechen.<\/li>\n<li>23.08.1988 &#8211; ran<br \/>\nUnd sie sagt einfach: &#8222;Halt dich ran.&#8220;<\/li>\n<li>22.08.1988 &#8211; Machen<br \/>\nDie alte Musik vom letzten Jahr. Was haben wir erlebt, was haben wir gemacht. Die alten Spr\u00fcche, vom letzten Jahr, alles war ein Abenteuer, alles war neu.<\/li>\n<li>21.08.1988 &#8211; Freunde<br \/>\nDu sagst, du hast mich lieb, sage, ich hab dich gern. Lieben wage ich nicht. F\u00fcr mich bist du ein guter Freund, ein Kummerkasten. Vergi\u00df den Abend, damals.<\/li>\n<li>20.08.1988 &#8211; Tr\u00e4ne<br \/>\nWein bitte nicht, das habe ich nicht gewollt.<\/li>\n<li>19.08.1988 &#8211; An<br \/>\nIrgendwas ist gebrochen zwischen uns, wo ist die alte Freundschaft, wo die alten Gespr\u00e4che. Irgendwas ist gebrochen, losgebrochen? Was ist nur los, was haben wir gemacht!<\/li>\n<li>15.07.1988 &#8211; Sprache<br \/>\nSprich nicht so mit mir, ich mag es nicht. Sieh mich nicht auf diese Weise an. Ich mag es nicht. Bitte verstehe mich, bitte.<\/li>\n<li>13.08.1988 &#8211; Tr\u00e4umer<br \/>\nKleiner Tr\u00e4umer schlafe ein, la\u00df unsere Augen schlie\u00dfen und in dieTiefe gleiten. Wo das Schlummerland beginnt. Wenn der Tag vor\u00fcber ist und kleine Tr\u00e4umer m\u00fcde sind. Nimm meine Hand, kleiner einsamer Tr\u00e4umer. Du brauchst dich nicht einsam zu f\u00fchlen, denn ich bin bei dir. Werde immer bei dir sein.<\/li>\n<li>12.08.1988 &#8211; Blicke<br \/>\nBrauche deinen Blick, da\u00df ich sehe. Suche deinen Blick, das Gef\u00fchl verstanden zu werden. Bin hier alleine, alleine. Liege hier blind. Zitternd. Wo?<\/li>\n<li>11.08.1988 &#8211; Mangelwirtschaft<br \/>\nLeben aus einem Gef\u00fchl des grunds\u00e4tzlichen inneren Mangels.<\/li>\n<li>10.08.1988 &#8211; Zufriedenheit<br \/>\nSollte zufrieden sein. Hab doch alles. Trotzdem fehlt irgendwas &#8211; irgendwas.<\/li>\n<li>09.08.1988 &#8211; TV<br \/>\nIch f\u00fchle wie ein Blinder mit Farbfernseher- Alles ist sch\u00f6n, aber ich kann nicht sehen.<\/li>\n<li>08.08.1988 &#8211; lieben<br \/>\nIch habe dich gesucht und nicht gefunden. Ich liebe dich.<\/li>\n<li>07.08.1988 &#8211; laughing<br \/>\nI just can\u00b4t laugh about it.<\/li>\n<li>06.08.1988 &#8211; Toleranz<br \/>\nWieso die Leute nicht verstehen &#8211; verstehen wollen? Sie sind nicht bereit aus ihrer Welt auszubrechen, alte Tabus und Konventionen zu vergessen. Die Leute, die \u00fcber meine Bilder lachen, mich verspotten, versuchen \u00fcberhaupt erst gar nicht \u00fcber ihren Horizont hinauszublicken, sie haben Angst vorm Experiment. Die Toleranzgrenze dieser Leute wird nur in Jahren zu bewegen sein.<\/li>\n<li>05.08.1988 &#8211; gut<br \/>\nHoffe, dass alles gut wird. Morgen. Bin gespannt.<\/li>\n<li>03.08.1988 &#8211; Zwerg und Riese<br \/>\nIm Wald eine Maus, die unter einem riesig kleinen Stein sa\u00df, der aussah wie ein h\u00e4\u00dflicher Riese.<\/li>\n<li>01.08.1988 &#8211; in und out<br \/>\nOb in oder out ist hier nur eine Frage einer sehr kurzen Zeit.<\/li>\n<li>29.07.1988 &#8211; nicht anders<br \/>\nSo fr\u00f6hlich mit ihren roten Augen, ausgelassen bis in die Unendlichkeit. \u00c4rgern will sich kein Mensch. Freude ist in Chaos in meinem Kopf &#8211;\u00a0 was m\u00fcssen das f\u00fcr Schweine sein, was f\u00fcr Chaoten, ich sollte mich ja jetzt nicht aufregen, aber es geht nun mal nicht anders.<\/li>\n<li>27.07.1988 &#8211; anders sein<br \/>\nSchlie\u00dflich kommt alles ein bi\u00dfchen anders, als man es sich vorgestellt hatte. Aber wieso sollte so `ne Sache mein ganzes Leben umschmei\u00dfen? Wieso? Wieso sollte ich jetzt meine gesamten Freunde wechseln? Wieso?<\/li>\n<li>25.07.1988 &#8211; Krieg im Kleinen<br \/>\nPah, Frieden. So eine L\u00fcge. Siehst du nicht, was gespielt wird? Krieg im Kleinen, \u00fcberall wo du hinschaust. Verleumdungen. Wieso? Aus Angst oder um sich interessant zu machen.<\/li>\n<li>24.07.1988 &#8211; Klebe<br \/>\nvielleicht sollte ich mir die Augen verkleben<\/li>\n<li>23.07.1988 &#8211; raus<br \/>\nIch will raus, warum mu\u00dfte gerade jetzt sowas passieren?<\/li>\n<li>22.07.1988 &#8211; Richter<br \/>\n\u00dcberall diese L\u00fcgen, \u00fcberall der Ha\u00df. Ich schaue aus dem Fenster. Doch die Sonne scheint mir tr\u00fcb. Die Musik leiert traurig aus den Boxen. Ich f\u00fchle mich zu dreckig, zu ungerecht angeklagt vor dem Richter.<\/li>\n<li>20.07.1988 &#8211; Wozu<br \/>\nWozu brauche ich Selbstvertrauen.<\/li>\n<li>19.07.1988 &#8211; Zustand<br \/>\nZustand, eine Art von Befreiung, gekoppelt mit dem Zwang der Zukunft. Seltsam.<\/li>\n<li>17.07.1988 &#8211; Stil<br \/>\nIch werde immer stilloser. Habe mir heute \u00e4ltere Bilder angesehen und mu\u00dfte feststellen, da\u00df ich f\u00fcr jede neue Technik einen anderen Stil benutze. Komme ich nun auf die alte Technik zur\u00fcck, hat sich der Stil wiederum ein bi\u00dfchen ge\u00e4ndert. Verwende ich an einem Tag mehrere Techniken, so werden folglich mehrere v\u00f6llig unterschiedliche bilder zustande kommen. Ich wei\u00df dabei aber noch nicht einmal, woher das kommt. Mit Phantasie hat das nur wenig am Hut.<\/li>\n<li>15.07.1988 &#8211; gemein<br \/>\nIch denke, es ist das Gemeinste, was einem Menschen angetan werden kann (in Bezug auf die geistige Pers\u00f6nlichkeit), ihn in Schemata, Formen zu pressen und ihm damit seine Individualit\u00e4t, Originalit\u00e4t, seine Menschlichkeit an sich zu rauben.<\/li>\n<li>13.07.1988 &#8211; Ente<br \/>\nWenn es Zeitungsenten gibt, dann auch Kunstenten?<\/li>\n<li>11.07.1988 &#8211; Schreiben<br \/>\nFormsch\u00f6nes Gehirnchaos nach automatischem Schreiben. Mit m\u00f6glichem Ausweg.<\/li>\n<li>10.07.1988 &#8211; Roman<br \/>\nIn einer Nacht einen ganzen Roman schreiben, nicht mehr mitdenken, flie\u00dfen lassen. Der Handlung wird die M\u00f6glichkeit gegeben, sich frei zu entfalten. Ungeahnte, ungewollte M\u00f6glichkeiten dieses tranceartigen Zustands.<\/li>\n<li>06.07.1988 &#8211; alter Mann<br \/>\nHabe in sein Gesicht gesehen. Schauer der Erkenntnis liefen \u00fcber meinen R\u00fccken, sah, da\u00df dieser Mann viel erlebt hatte, Gl\u00fcck und Trauer in seinem Leben, im Blick. Er mu\u00dfte schon viel getrunken haben.<\/li>\n<li>05.07.1988 &#8211; Sehnsucht<br \/>\nDenke, du bist zu Hause jetzt, doch wei\u00df, da\u00df es nicht so ist, nicht stimmt. Komm bald wieder. Ich fa\u00df es nicht.<\/li>\n<li>04.07.1988 &#8211; sich verlieren<br \/>\nSehe dein Gesicht vor mir, das liebe L\u00e4cheln, bin dir verfallen. Dein Gesicht, die blauen Augen, das Lachen. In einem Tagtraum, verliere mich. Wei\u00df nicht mehr, was ich mache, verliere mich in den Gedanken.<\/li>\n<li>03.07.1988 &#8211; Berlin<br \/>\nAber ich sehe sie immer vor mir. Sehe nur sie. H\u00f6re ihr Herz schlagen, jede Sekunde, h\u00f6re ihr Herz. F\u00fchle ihre Haut, f\u00fchle sie. Kann jetzt nicht folgen.<\/li>\n<li>02.07.1988 &#8211; Weinen<br \/>\nHabe geweint, vielleicht aus Angst, weil ich dumm bin. Aus Einsicht? Tat mir nicht leid um die Tr\u00e4nen, habe mich nicht gesch\u00e4mt.<\/li>\n<li>01.07.1988 &#8211; Tausend Parties irgendwo<br \/>\nJeden Tag und jede Stunde. Bierleichen irgendwo. Kiffer irgendwo. Sitze hier fern von allem. Donnerstag war Party, Freitag, heute.<\/li>\n<li>30.06.1988 &#8211; Halsschmerz<br \/>\nVersuche zu sprechen &#8211; geht nicht &#8211; der Hals &#8211; er schreit nicht mehr &#8211; schreit mir Schmerzen zu, er spricht nicht mehr. Was ist nur los, wieso? Habe Halsschmerz. Am Telefon ger\u00f6chelt. Husten, erk\u00e4ltet.<\/li>\n<li>29.06.1988 &#8211; M\u00fcdigkeit<br \/>\nM\u00fcdigkeit schl\u00e4ft ein. Die Augen fallen zu. Die H\u00e4nde sinken. Schlaff auf dem Bett h\u00e4ngen. Angewinkelte F\u00fc\u00dfe, Beine. Das Muster der Bettdecke. Irgendwann traumloser Schlaf. Call it Embryo.<\/li>\n<li>28.06.1988 &#8211; Blech<br \/>\nDenke, in meinem Kopf sei Blech. Gewalzt, plattgetreten wie ich selber. Oder Blei, schwer und sehr leicht biegsam. Oder Dunkelheit, schwarz und undurchdringlich. Das Bewu\u00dftsein in mir, die Sorgen, Freude, \u00c4ngste, Liebe Gef\u00fchle. Dies Bewu\u00dftsein \u00fcber eben dieses ist voll von Blech, Blei und Dunkelheit. Unbewu\u00dft sein.<\/li>\n<li>27.06.1988 &#8211; Sweet 16<br \/>\nIch schwitze, liege auf dem Bett, tr\u00e4ume. Wei\u00df nicht, was es ist. Liege hier und denke an dich. Sehe dich. Du bist im Kopf. Du bist in der Schule, meine sweet 16.<\/li>\n<li>27.06.1988 &#8211; Ego<br \/>\nIch sehe, Ich ich ich. Ich f\u00fchle, ich ich ich. Ich h\u00f6re, ich ich ich. Ich spreche, ich ich ich. Ich rieche, ich ich ich. Das Ego ist so stark, so wichtig. Ich weine, ich ich ich. Das Ego verliert Tag und Nacht.<\/li>\n<li>26.06.1988 &#8211; Schmerz<br \/>\nVersuche wie sonst zu malen &#8211; ist nicht &#8211; zu arbeiten &#8211; ist nicht &#8211; zu schreiben &#8211; ist nicht &#8211; zu essen &#8211; ist nicht. Die linke Hand ist kaputt. Bei jeder Bewegung Schmerz &#8211; bis zum Exzess.<\/li>\n<li>25.06.1988 &#8211; Haare<br \/>\nSchrei in mich hinein &#8211; hasse mich innerlich &#8211; hatte keinen Mut &#8211; Haare sind ab &#8211; so h\u00e4\u00dflich &#8211; so kurz &#8211; schaue in den Spiegel &#8211; verabscheue das Spiegelbild &#8211; hatte keinen Mut &#8211; und wo sind die Str\u00e4hnen!<\/li>\n<li>24.06.1988 &#8211; Abdreh<br \/>\nLeute hauen mich von der Seite an, versuchen mich fertig zu machen, runterzumachen. Leute hauen mich von der Seite an, haben nur zu meckern, haben etwas auszusetzen. So langsam scheint der Abdreh zu kommen. Deine Klamotten sind eklig. Deine Haare sind zu lang. Dein Benehmen ist unm\u00f6glich. Dein Lebenswandel ist unertr\u00e4glich. So langsam kommt der Abdreh bei M. und P.<\/li>\n<li>23.06.1988 &#8211; Situationen &#8211; Emotionen<br \/>\nWenn ich auf der Parkbank sitze, bei B. &#8211; verliebt. Wenn ich auf der selben Parkbank sitze, allein. Die spielenden, brabbelnden Kinder sehe, l\u00e4chelnd, erfreut. Wenn ich auf dem Hocker sitze vor der der Theke. Die rauchende Zigarette in der Hand, m\u00fcde. Wenn ich im Zimmer auf dem Bett sitze. Das Buch in der Hand, frustig.<\/li>\n<li>22.06.1988 &#8211; Warten<br \/>\nWarten wie oft. Oft. Auf dem Bett sitzen, warten.\u00a0 &#8211; die F\u00fc\u00dfe \u00fcber einander geschlagen &#8211; mit bunten Schuhen &#8211; mit blauer Hose &#8211; mit gr\u00fcnem Rolli. Ich setze sie weg. Ich setze sie weg. Wann &#8211; Die Frage wie \u00fcblich. 10 Minuten schon, was soll es. 10 Minuten schon, was ist? 10 Minuten k\u00f6nnen lange dauern.<\/li>\n<li>21.06.1988 &#8211; Tage<br \/>\nWieder mal ein Tag geschafft, ein Tag weniger. Ein Tag sinnlos weggeworfen, f\u00fcr ein bi\u00dfchen Freude, Spa\u00df. Wieder um einen Tag Erfahrung reicher, wieder Erlebnisse, Lehren, Leeren&#8230;Aber doch zu schnell vorbei.<\/li>\n<li>20.06.1988 &#8211; Zeit<br \/>\nTausend Jahre in einem Tag. Tausend Leben in jeder Sekunde. Tausend Tr\u00e4ume pro Minute. Tausende Sekunden.<\/li>\n<li>19.06.1988\u00a0 &#8211; Gespr\u00e4ch<br \/>\nStand am Fenster und sprach mit meinen Pflanzen. Vielleicht dachte ich gerade \u00fcber irgendetwas nach. \u00dcber meine Freunde vielleicht. So merkte ich \u00fcberhaupt nicht richtig, wie sich langsam im Zimmer etwas ver\u00e4nderte, es heller wurde, fr\u00f6hlich. F\u00fcr einige Momente hielt ich ein und staunte, bis ich begriff, da\u00df die Sonne wieder schien. Mehr noch, ich begriff, da\u00df ich im Grunde sehr gl\u00fccklich war.<\/li>\n<li>18.06.1988 &#8211; fernsehen<br \/>\nBleicher Dunst im Innern. Visionen jagen die Realit\u00e4t &#8211; ein zusammengeschnippelter Film. Zwei Frauen streiten sich. Druck auf die Taste. Schu\u00df, Blut aus drei Wunden. Druck. Eine angeregte Diskussion \u00fcber Gott. Druck. Zwei Frauen vertragen sich. Druck. Pieeep. Druck. Pieeep (h\u00f6her). Druck. Schwerter an einem Rad. Druck. Druck. Immer wieder. Immer wieder.<\/li>\n<li>17.06.1988 &#8211; Auch das<br \/>\nAbrechnung mit dem eigenen Ebenbild<\/li>\n<li>16.06.1988 &#8211; Innen<br \/>\nMenschen im Kopf<\/li>\n<li>15.06.1988 &#8211; Aufmerksamkeit<br \/>\nOhne Regung im Stuhl. Ich schlafe ein. Ich schlafe ein. Keine Aufmerksamkeit.<\/li>\n<li>14.06.1988 &#8211; Namen<br \/>\nBedeutungslose Namen &#8211; Namenwirrwarr.<\/li>\n<li>13.06.1988 &#8211; Wiedersehen<br \/>\nWas bin ich schon- ei, oh kleiner Mesnch mit gro\u00dfem Hang zum Tod. Sitze hier halb angekleidet, sollte gl\u00fccklich sein, bin ich? Fragen hilft nicht weiter. Taube Leere im Kopf, habe keine Angst mehr. Morgen kommt das Wiedersehen.<\/li>\n<li>12.06.1988 &#8211; Zecke<br \/>\nDie Haut brennt &#8211; roter Fleck. Pinzette fa\u00dft das schwarze Tier.<\/li>\n<li>11.06.1988 &#8211; Erwarten<br \/>\nEr wird kommen &#8211; mu\u00df. Liege auf dem Bett, warte. Wann? Zeit vertreibend schreibe ich. Lese. Nicht jetzt, noch nicht.<\/li>\n<li>10.06.1988 &#8211; Krach<br \/>\nLausche dem Krach aus den Boxen, lausche dem Krach der V\u00f6gel. Unertr\u00e4glich, Unertr\u00e4glich. Halte mir die Ohren zu. Halte mich am Tisch fest. Bomben im Kopf, Gewitter im Gehirn. Verbrenne mich.<\/li>\n<li>09.06.1988 &#8211; Tanz<br \/>\nIm H\u00f6llenschlund der Teufel &#8230;wird er fragen? Tanz in die Tiefe &#8211; um das goldene Kalb. Breche ab. Tanz in die L\u00fcfte, um tief zu fallen. Tanze wohin ich will. Falle, wache auf in meinem Bett. Wo? Tanz in die Tiefe, die H\u00f6he.<\/li>\n<li>08.06.1988 &#8211; Schlaf<br \/>\nKonzentration der Augen<\/li>\n<li>07.06.1988 &#8211; Leseschwierigkeiten<br \/>\nVerschwommenheiten in den klaren Augen. &#8230;Blindheit geschlagen&#8230; schl\u00e4gt. Der Igel rollte sich nicht ein. Ein Hund kotete sich hastig aus. Zitate dr\u00e4ngen &#8211; bedr\u00e4ngen. \u00dcber dem Wasser der wei\u00dfe Dunst. Augen fallen zu, H\u00e4nde erm\u00fcden. Die Feder l\u00e4uft langsam, wie von sich. Namen schwirren vorbei. Beim Schreiben, Lesen einschlafen.<\/li>\n<li>06.06.1988 &#8211; weiterhin<br \/>\nDie Kranken im Bett heilen. Wer h\u00e4tte das gedacht. Vor der Suppe mit Linsen. Mit dem Fernrohr Leute angaffen, das Brot vor sich zerteilen. Als Drama mit Enkeln im Zoo. Das Papier wegwerfend ohne Acht.<\/li>\n<li>05.06.1988 &#8211; Sitzen<br \/>\nZwischen den zwei Huren sitzen, grinsen. Auf der Parkbank paffen. Vor den Butzen langweilen. Im Auto irgendwo. Auf dem Bett nach einer Nacht. Auf dem Ort sitzen, hinten grinsen. Vor dem Fernseher sich nicht mehr aufraffen.<\/li>\n<li>04.06.1988 &#8211; Buch<br \/>\nBl\u00e4ttern vor sich hin, sie&#8230; Morgen auch ein Tag, vorbei, komm runter. Gib das Buch aus der Hand. Was ist? Fragen. Gef\u00fchle, Regungen beschrieben, aktive Passivit\u00e4t. &#8222;Ich und Du?&#8220; &#8211; Was, B\u00fccher, Regale.<\/li>\n<li>03.06.1988 &#8211; Boden<br \/>\nLiege auf den Boden &#8211; vor mich hin &#8211; will nicht mehr &#8211; kann nicht mehr. Trommeln in den Ohren, Drau\u00dfen. Frustrationen machen sich breit, verleugenen ihre Herkunft. W\u00e4lze mich im Dreck. W\u00fchle im Bett. Will nicht mehr. Krach und Steine \u00fcberall im Kopf &#8211; dabei sollte ich doch gl\u00fccklich sein.<\/li>\n<li>02.06.1988 &#8211; Lachfalten<br \/>\nLachen gefriert zu Stein. Stirbt die Seele, stirbt der&#8230; Lachfalten zieren das tote Kind. Mesnchen brechen auf zu neuen Ufern? Falken am Himmel. Bewachen den Tod. Leichen grinsen moderat. &#8230;moderhaft. Gestank in der Seele. Duft im Klo. Schmerzen.<\/li>\n<li>01.06.1988 &#8211; Ende<br \/>\nIch nahe, siehst du, was ich will, \u00fcberhaupt? Die Menschen rundum sehen &#8230; mich? Das Ende naht &#8211; siehst du? Das Wasser rauscht \u00fcber meinen Kopf. Ich sterbe \u00fcberall &#8211; bis ich dich sehe. Ich sterbe jede Sekunde &#8211; bis ich dich sehe. Ich will nicht mehr &#8211; wann? Die Zeit muss kommen.<\/li>\n<li>31. 05.1988 &#8211; Glut<br \/>\nErwartungen werden aufget\u00fcrmt. Nicht zu hoch, denke ich noch&#8230;und falle schon. Ein roter Abgrund.<\/li>\n<li>30.05.1988 &#8211; Bedrohung<br \/>\nGr\u00fcn und fett. Gr\u00fcn\u00a0 &#8211; nein. Sieh, die Bedrohung kommt. Sieh dir in die Augen. Rote Augen in den H\u00f6hlen. Schlechte Menschen \u00fcberall. Der Tod lauert dort in dir. Die Bedrohung bist du selbst. Ein Schrei von innen. Zusammenbruch.<\/li>\n<li>09.05.1988 &#8211; verlorene Menschen<br \/>\nDa steht der Blinde . Bricht ab die bunte Blume. Ein Blatt f\u00e4llt &#8211; tot . Ein Kind l\u00e4uft \u00fcber die Stra\u00dfe, stellt sich&#8230; auf meinem T-shirt ein Blutfleck. Kontrast zum Wei\u00df &#8230; wird bald braun. Falten in allen Gesichtern. Narben in der Moral? &#8230;auch sie werden sterben. Tod.<\/li>\n<li>28.05.1988 &#8211; Fr\u00fchling<br \/>\nV\u00f6gel zwitschern grausam Ruhe. Katzen auf der Jagd nach gleichem. Kinder balgen sich auf der Wiese. Fr\u00f6sche werden platt gefahren. Vorsicht Kr\u00f6tenwanderung. Quatsch! Der Zaun zu sp\u00e4t. Fr\u00fchling, neue M\u00e4dchen lachen Freude, lachen Freunde an. Blaue Horizonte.<\/li>\n<li>27.05.1988 &#8211; Getue<br \/>\nSag mir, wieso! Sag mir, was dies ganze Getue soll&#8230;<\/li>\n<li>26.05.1988 &#8211; now<br \/>\nMach jetzt, was du schon immer wolltest, innen drin. Mach jetzt, was du nie getan &#8211; aus Angst. Verwirkliche dich selber.<\/li>\n<li>25.05.1988 &#8211; Linie<br \/>\nObskurit\u00e4t der Falschheit im Denkverm\u00f6gen des zivilisierten Menschen. Die Beschreibung pa\u00dft nicht.<\/li>\n<li>24.05.1988 &#8211; Trug<br \/>\nSinnlosigkeit falscher Gedanken<\/li>\n<li>23.05.1988 &#8211; Geschehnisse<br \/>\nIch sitze, sehe fotographiere. Dabei will ich mich doch nur verstehen.<\/li>\n<li>22.05.1988 &#8211; Konfusion<br \/>\nDer Hase, tot auf der belebten Stra\u00dfe. Menschen hasten an Menschen vorbei. Ha\u00df? &#8211; Hast? &#8211; Wirrwarr der Ordnung &#8211; Geburt in den Tod&#8230; Ich sterbe &#8211; bis morgen fr\u00fch.<\/li>\n<li>21.05.1988 &#8211; Beschreibung<br \/>\nMenschen werden beschrieben. Zum L\u00e4stern, dicke, h\u00e4\u00dfliche. Ich? Was bin ich? Wie seh ich aus. Warum? Die was &#8211; wie &#8211; warum Fragen mu\u00df sie beantworten. Am Flu\u00df. unten&#8230; Ich denke an den toten Karnickel auf der Stra\u00dfe. Blut und Fell &#8211; Kunst.<\/li>\n<li>20.05.1988 &#8211; Konfusion<br \/>\nThesen, Themen jagen sich. Gib deine Tr\u00e4ume auf. Ich tr\u00e4ume aber doch nicht, nicht? Bilog &#8211; was? Reden zwei Menschen aneinander vorbei. Pers\u00f6nlich.<\/li>\n<li>19.05.1988 &#8211; Mystik<br \/>\nGeschwollene Texte in Hefte. Daten des Tages. D\u00e4monen des Unbewu\u00dften. Mystik. Mystik&#8230;ich denke an O. Mystik&#8230; Tanz in den Mai damals, drei Wochen ist es her. Verschw\u00f6rung des Guten.<\/li>\n<li>18.05.1988 &#8211; Tr\u00e4umen<br \/>\nEin klarer Blick weckt mich aus dem Frage Tr\u00e4umen. Mittwoch? Ich mu\u00df wohl sehen, was sich tun l\u00e4\u00dft.<\/li>\n<li>17.05.1988 &#8211; G\u00fcn<br \/>\nWort auf jeder Mauer im Sinn. Aus den Augen? Schwachsinn &#8211; Begriff?<\/li>\n<li>16.05.1988 &#8211; Zukunft<br \/>\nRede mit Leuten \u00fcber meine Zukunft. Was geht die das an. Interessant&#8230;? einfach nur, um sp\u00e4ter zu spotten. Was geht es an.<\/li>\n<li>15.05.1988 &#8211; wei\u00dfes Blatt<br \/>\nIch sitze vor dem wei\u00dfen Blatt. Papier. Bunt? &#8211; Uni? Zeitschriften summen beim Fall in die tiefe des M\u00fclls. Mir kommt nichts in den Kopf&#8230; vor Liebe verklebt? Ungewohnte Zweisamkeit. &#8230;das wei\u00dfe Blatt? &#8230;bleibt wei\u00df! &#8230;also Uni! &#8230;? Wieder diese Frage.<\/li>\n<li>14.05.1988 &#8211; Sollen<br \/>\nDas Soll, das will. Das Sollen ist in Grenzen, das Wollen gro\u00df gesetzt.<\/li>\n<li>13.05.1988 &#8211; Freitag<br \/>\nGeschehnisse &#8211; ob Gl\u00fcck, warte ergebenst, versuche mich zu halten. Angst oder Freude. Fragen. Tod. Widerstehen. Liege langgestreckt und h\u00f6re, die Zeit zerf\u00e4llt vor unseren Augen.<\/li>\n<li>13.05.1988 &#8211; Der sagt<br \/>\nGeborgenheit &#8211; vielleicht, der Augenblick z\u00e4hlt, sagt der&#8230; Gedanken und Parallelen. Vergeudete Zeit.<\/li>\n<li>12.05.1988 &#8211; Tanz der lachenden Toten<br \/>\nGrinsen auf den Autos. Philipp ist tot &#8230; im offiziellen Bericht stand, der junge P. sei zu schnell gefahren und aus der Kurve gebrochen. Ich sterbe, trinke, ohne Gef\u00fchle. Walpurgisnacht l\u00e4sst tanzen. Tote. Weinend versteckt sich das kleine M\u00e4dchen&#8230; und die Toten grinsen. Reinkarnation als Autos.<\/li>\n<li>11.05.1988 &#8211; Foto<br \/>\nDas Nein kommt zu sp\u00e4t. klick. Ich spanne weiter. Die Kamera. Der Film. Ich klaue was weg und la\u00df es doch da.<\/li>\n<li>10.05.1988 &#8211; Mein Typ<br \/>\nDer Fu\u00df wackelt hin und her. Frage nach dem Sinn. Ich wippe. Lichtblick. Die Ohren erhitzen, gl\u00fchen rot&#8230;vor sich hin&#8230;Ein blick blauer augen. Rote Haare, mein Typ wohl, aber&#8230; Aufregung, nimm sie in den Arm. Angst? Vielleicht &#8211; vor dem Ende. Man sagt: Der Augenblick.<\/li>\n<li>09.05.1988 &#8211; Moppeskind<br \/>\nMusik dudelt vertraut durch Ohren. Sammeln als Besch\u00e4ftigung. Gedankes an des Moppes Kind. Ende makaber.<\/li>\n<li>08.05.1988 &#8211; Menschen<br \/>\nHerumsitzen, Ausschau halten, ob Menschen kommen, gehen. Der Kaffee schmeckt nicht, die Zigarette auch. Was ist?Kein Mensch. Augen laufen vorbei, ohne zu sehen. Schauen ist verboten. Tabu. Blicke werden gesnkt, zu Boden. Pers\u00f6nlichkeiten gesetzt. Wegschauen.Lichtblicke erst gegen vier.<\/li>\n<li>29.03.1988\u00a0 &#8211; Funktionalit\u00e4t<br \/>\n&#8222;Unser neues Altersheim. Hier werden alte Leute mechanisiert bis zur Verwesung.&#8220;<\/li>\n<li>22.03.1988 &#8211; Rom<br \/>\nFahrt durch Rom, Kultur pur. Kontrast Tourismus und Technik. Zuviel auf einmal, vielleicht zu komprimiert, als dass es das Gehirn alles verarbeiten k\u00f6nnte.<\/li>\n<li>20.03.1988 &#8211; Gedanken Romfahrt<br \/>\nIch sitze wieder auf der Mauer, unter mir Menschen. Viele verschiedene reden und essen scheinbar ohne Pause. Italiener, sie Deutschen muten besonders prollig an. Wo sind die Jungen? &#8211; nat\u00fcrlich vermisse ich meine Freunde. Ich denke, was w\u00e4re, wenn ich nicht wieder komme. Naja, egal. Wie immer, wenn ich anfange, meine Gedanken aufzuschrieben, werde ich m\u00fcde, ich brauchte ein Diktierger\u00e4t. Vielleicht kauf ich mir bald mal eins&#8230;<\/li>\n<li>19.03.1988 &#8211; Wiederholungen<br \/>\nErst jetzt kann ich voll sehen, dass bis jetzt alles aus einer st\u00e4ndigen Wiederholung von Situationen besteht. Die Ruhe, innere, ob rein physikalische wird abgel\u00f6st durch einen Aufschrei, Luftbewegung. Schwingungen, Leben verhindern Ruhe. Der ewige Ablauf.<\/li>\n<li>18.03.1988 &#8211; Angst<br \/>\nIrgendwann spreche ich auch wieder mit Leuten, denen ich vertraue, die ich zu kennen glaube. Was kann ich schon sagen? &#8211; Da\u00df ich abbreche vielleicht? Da\u00df ich noch mal ganz neu anfangen m\u00f6chte, aufgeben, jetzt vor dem Abitur. Soll ich den Leuten sagen, dass ich Angst vor der Zukunft habe? Vor dem, was sie mir bringt? &#8211; Einerseits denke ich, du machst dir dein Leben kaputt mit zu vielen Gedanken&#8230;Ich bin jetzt viel zu m\u00fcde.<\/li>\n<li>17.03.1988 &#8211; Fragen<br \/>\nWas ist denn los mit mir? Warum bin ich so niedergeschlagen? Warum bin ich so schlapp? Wer wei\u00df. Ist etwas? Ist schon etwas?<\/li>\n<li>16.03.1988 &#8211; Hybris<br \/>\nIch wei\u00df, dass jedes Bild, das ich nicht male, jedes, das ich zerst\u00f6re f\u00fcr immer verloren ist. Ein solches Bild wird nie wieder ein anderer Mensch zustande bekommen, selbst wenn er \/ sie sich in meiner Situation auskennt, sogar versucht Ansichten, Denkweisen, Gef\u00fchle auszuleben. Ich wei\u00df jedoch auch, dass ich im Prinzip \u00fcberhaupt kein Bild zu malen brauchte, da es f\u00fcr die Welt nicht wichtig sein wird, auch wenn einige behaupten, durch jede T\u00e4tigkeit werde die Welt ver\u00e4ndert. Niemand wird sich jemals wirklich f\u00fcr meine Bilder, das Ausleben meiner Seele durch das Bild, interessieren. Ich wei\u00df, dass dieser Mensch f\u00fcr die Welt ohne Interesse ist. Was w\u00e4re es schon f\u00fcr ein Unterschied, wenn ich nicht existiert h\u00e4tte. Die Welt w\u00e4re sicher nicht ver\u00e4ndert. Was habe ich schon gemacht? Vielleicht ein paar unbedeutende Texte, Bilder, die nichts aussagen. Was soll das ganze &#8222;Gezeugs&#8220;, was hat das f\u00fcr einen Sinn?<\/li>\n<li>15.03.1988 &#8211; Blicke<br \/>\n&#8230;stechende Blicke bei Unaufmerksamkeit, Lob bei Beteiligung.<\/li>\n<li>14.03.1988 &#8211; rechter Lehrer<br \/>\nVorne sitzt wieder der Mann mit der ausdrucksvollen Gestik und dem innerlich erhobenen rechten Arm. Wir reden, diskutieren anhand von Quellen des Nationalsozialismus, heil. Spr\u00fcche fallen da, die erinnern. Kritisch will der Lehrer sein, Kritik beim Sch\u00fcler erzeugen. Innerlich wird von ihm jedoch die Faszination f\u00fcr eine Sache gesch\u00fcrt, da wird interessant gemacht, was nicht sein sollte. Verf\u00fchrer.<\/li>\n<li>13.03.1988 &#8211; politische Realit\u00e4t<br \/>\nDie B\u00fcrger g\u00e4hnen entweder und schlafen ein oder sie lachen und legen Protest ein. Eine Opposition macht sich langsam breit, um kurz darauf von Langweiligkeit gel\u00e4hmt zu werden. Das Ende naht, langsam, aber unaufhaltsam t\u00f6dlich.<\/li>\n<li>12.03.1988 &#8211; Raster<br \/>\n&#8230;Dependenzketten&#8230;dichotomisches Klassenmodell&#8230;klassische Imperialismustheorie&#8230;interne Bedingungen&#8230;beispielhaft plastischer&#8230;Gro\u00dfkapital&#8230;depressed areas&#8230; Wirtschaftsmanagement&#8230;periphere Bereiche&#8230;Subzentren&#8230;governementale Machtzentren&#8230;ideologisch ausgerichtet&#8230;Herrschaftselite&#8230;<\/li>\n<li>11.03.1988 &#8211; erfolglos<br \/>\nUnterrichtsfetzen dringen vor, bis ins Gehirn, vielleicht werden sie h\u00e4ngen bleiben, Worte, gesammelte Fakten, Interpretationen und Theorien. Ein Referat l\u00e4dt zum Schlafen ein. Zu schnell gesprochene Langweiligkeiten. Der Referent spricht \u00fcber Imperialismus und \u00f6konomische Faktoren. Die Augen des Auditoriums werden langsam rot vor M\u00fcdigkeit, bis die ersten K\u00f6pfe nach vorne nicken. Der Lehrer versucht durch\u00a0 lautes Dazwischenreden als Wecker zu fungieren, erfolglos.<\/li>\n<li>10.03.1988 &#8211; Machtfaktoren<br \/>\nMachtfaktoren werden besprochen, kritisiert. Die hohe Politik erl\u00e4utert. Die Grundbasis soll strukturell, im Kern geliefert werden, der einseitige Sichtfaktor objektiv gemacht werden. Abh\u00e4ngigkeitsstrukturen sollen sichtbar gemacht werden, aufzeigen scheint wichtiger Bestandteil zu sein. Peripherien und Metropolen als ausgleichende, sich gegenseitig ausnutzende Pole.<\/li>\n<li>09.03.1988 &#8211; zu sp\u00e4t<br \/>\nDie T\u00fcr geht auf, einige werden aus ihrem Schlaf gerissen, aufgeschreckt. Sofortige Entwarnung. Eine Mitsch\u00fclerin ist zu sp\u00e4t gekommen, findet daraufhin keine weitere Beachtung. Der t\u00e4gliche Lauf der Dinge. 13 Jahre lang &#8211; f\u00fcr viele l\u00e4nger.<\/li>\n<li>08.03.1988 &#8211; R\u00e4nge<br \/>\nUnd wieder die Situation der Rangabgrenzung. 12 Leute, jung, m\u00fcssen sitzen, h\u00f6ren, reden, schreiben. 1 Mann redet, verwarnt, darf, muss auch m\u00fcssen, hat jedoch mehr Freiheiten, sogar Macht \u00fcber die 12. Nicht Geschworene, kein Anwalt, kein Richter. Der Bewerter. Ich rede vom Unterricht, von den kleinen Korruptionen, von den Machtaus\u00fcbungen, den Machenschaften in der Schule.<\/li>\n<li>07.03.1988 &#8211; Schulunterricht<br \/>\nEin Mann, vorne am Tisch sitzend, hatte die Zettel zur Hand genommen. Er bl\u00e4tterte in ihnen, w\u00e4hrend er zu den anderen sprach. Einige Leute schienen m\u00fcde, gelangweilt, andere schliefen schon. Diese Form der Besch\u00e4ftigung wurde Schulunterricht genannt.<\/li>\n<li>06.03.1988 &#8211; Medien<br \/>\nFragen \u00fcberkamen mich und rissen mich in die Tiefe eines von Tr\u00e4umen erf\u00fcllten Schlafs. Das Aufwachen am n\u00e4chsten Tag machte mir nichts aus. Ich f\u00fchlte mich frisch und beruhigt. Hatte inzwischen den Weg erkannt. Der Weg war nicht an Raum und Zeit gebunden, war paradox und unlogisch. Er war der urspr\u00fcngliche, emotionsbehaftete, Gef\u00fchle verarbeitende Weg. Ich erkannte, dass ich nur durch hemmungslose Phantasie und dadurch tr\u00e4umerische Verinnerlichung in mein eigenes Ich gelangen konnte. Ich erkannte, dass ich dieses Ich aus meinen Bildern erkenne und erfahren konnte. Bald kamen f\u00fcr mich neue Medien hinzu, welche ich allerdings bis heute noch nicht v\u00f6llig ausprobieren konnte, da noch immer Schwellenangst in mir steckt. Das ist einmal die Plastik, welche ich nur ansatzweise ausf\u00fchre, schaffe, bilde. Der Text und das Schreiben, dessen M\u00f6glichkeiten ich bisher noch nicht absehen kann. Da ich bis auf einige wenige Aufzeichnungen noch keine Erfahrung damit habe. Ein weiteres Medium ist das Gespr\u00e4ch, vor allem in letzter Zeit scheint dies f\u00fcr mich\u00a0 eine besonders effektive M\u00f6glichkeit, mein eigenes Ich , mein inneres Ich zu erkunden.<\/li>\n<li>05.03.1988 &#8211; Geschlinge<br \/>\nMit Macht versuchte ich, in diesen Djungel weiter vorzudringen, doch schien der Weg durch ein Geschlinge versperrt zu sein. Ich erkannte, dass es in diesem Moment keinen Sinn machte, weiter in mich einzudringen. Dieses Unterfangen w\u00fcrde mich vielleicht selbst zerst\u00f6ren, wenn ich das Geschlinge zerst\u00f6rte. War es nur Schutz vor mir und der Umwelt? War es nicht eine innere Abh\u00e4rtung vor jeglichen Emotionen? Was wurde durch dieses Geschlinge gehalten oder festgehalten? Was hatte es \u00fcberhaupt damit auf sich?<\/li>\n<li>04.03.1988 &#8211; Andere<br \/>\nIch rede mit anderen neben mir, heute. Morgens. Jetzt h\u00f6re ich, was sie zu mir sagen. Abends. Nachts. Der Tagtraum in der Nacht ist die Basis der M\u00f6glichkeit.<\/li>\n<li>03.03.1988 &#8211; Seele<br \/>\nGut, denke ich, schreib mal wieder von der Seele, was dich bedr\u00fcckt. Falsches Wort, denke ich. Bedr\u00fccken muss durch Besch\u00e4ftigen erneuert, ausgetauscht werden. Die Besch\u00e4ftigung kann bedr\u00fccken. Der Mensch sieht seine Gef\u00fchle nur teilweise. Der Mensch sieht die restlichen Gef\u00fchle beim anderen. Der Mensch ist das Gegen\u00fcber, der Spiegel, die Wiedergabe. Schlecht, denk ich, die Zeit bedr\u00fcckt mich. Die Vernunft wird wieder \u00fcber das Gef\u00fchl siegen. Das Gef\u00fchl als Gegenpol ist wichtig. Etwas muss unterdr\u00fcckt werden, damit der Mensch mit sich zufrieden ist.<\/li>\n<li>02.03.1988 &#8211; wieder Namen<br \/>\nNamen dr\u00e4ngen sich auf in mir. Biographisch in Reihenfolge. Ich sehe M. und S. als Kinder, als wir noch Freunde waren. Ich sehe D. und F. als Kinder, als wir noch Freunde waren. Da waren T., M. und all die anderen. Da waren I. und J. und all die anderen. Da waren A. und M. und all die anderen.<br \/>\nJetzt?<br \/>\nIch habe Streit mit N., wegen einer Lappalie. Einer Bemerkung, die nicht passte, dem Menschen. Ich verstehe nicht. Darf ich nicht die Wahrheit meiner subjektiven Eindr\u00fccke sagen? &#8211; Muss mir die Wahrheit \u00fcbel genommen werden? &#8211; Muss der H\u00f6rer in die Gabel geschmissen werden, weil man nicht einsehen will? &#8211; L\u00e4cherlich, sagt man. L\u00e4cherlich, denkt man nicht. Bedr\u00fcckt ist der Mensch \u00fcber die Folge, richtige? Konsequenz der Lapalie. Wieso Zirkus, wenn die Manege zu klein ist, um Bewegungsfreiheit zu haben?<\/li>\n<li>01.03.1988 &#8211; Ruck<br \/>\nDieses Zimmer wieder, in dem ich sa\u00df. Ringsum kann ich B\u00fccher wahrnehmen. Ich muss an das Buch denken, das geliehen zur\u00fcckgegeben werden muss.<\/li>\n<li>29.02.1988 &#8211; Mann<br \/>\nIch sehe wieder den braunen Wagen vor dem Haus. Vor ihm steht der Mann, der mit mir reden will. Ich betrachte und versuche vor\u00fcber zu gehen, weg zu kommen. Ich komme nicht weiter, Schauer laufen mir \u00fcber den R\u00fccken. Bis mir \u00fcbel wird. Der Mensch ist berechnend und kalt, eine Bestie. Ich rede, er redet. Ich fliehe in die dunkelste Ecke.<\/li>\n<li>28.02.1988 &#8211; Namen<br \/>\nIch gehe im Geist an einer Reihe Menschen vorbei. Gesichter, Geschichten ziehen vor\u00fcber, ohne dass ich sie aufnehme, wahrnehme. F\u00fcr mich namenlose Individuen verschmelzen zur Masse. Der Name gibt keinen Halt. Doch kann ich einem Menschen, den ich namentlich treffe noch vorbehaltlos gegegnen? Gesichter, die f\u00fcr sich sprechen, sieht mein Geist, Furchen der Erfahrung vielleicht.<\/li>\n<li>27.02.1988 &#8211; Hunger<br \/>\nDer K\u00f6rper muss sich erheben, zu k\u00f6rperlich der Geist. Mir ist kalt. Der Geist gel\u00e4hmt. Mir ist schlecht. Ich habe einfach nur Hunger. So, sagen wir, ist das Leben. Doch weg nun, das Klo ruft.<\/li>\n<li>26.02.1988 &#8211; Leben<br \/>\nLeute gehen weg &#8211; heraus aus der Leere, ins Leben?<\/li>\n<li>25.02.1988 &#8211; ich ich ich<br \/>\nIch denke ich ich ich ich ich ich<br \/>\nkann doch ein Text\u00a0 xt<br \/>\nschreiben, ohne ne Inhalt<br \/>\nohne Sinn nn. Was nun<br \/>\nschreiben?\u00a0 &#8211; Leere? &#8211; Nichts?Ein Text ohne Inhalt scheint<br \/>\nunm\u00f6glich. Inhalt ohne Text<br \/>\nist Normalit\u00e4t. Der Inhalt erkl\u00e4rt<br \/>\nsich selbst . Zur Sub<br \/>\nstanz<\/li>\n<li>24.02.1988 &#8211; Masse<br \/>\nIndividuen versuchen m\u00f6glichst in der Masse aufzugehen, schlie\u00dfen sich zu Massen zusammen, gleichartig, uniform. Einzelg\u00e4nger sind Au\u00dfenseiter und Aussteiger. Der Mensch sei ein soziales Wesen, welches ohne die Kommunikation nicht leben kann. Probleme m\u00fcssen besprochen werden.<\/li>\n<li>23.02.1988 &#8211; Nivellierung<br \/>\nNivellierung der Gef\u00fchle. Niveleirung der Gesellschaft ist nur in der Theorie unm\u00f6glich. Die Praxis zeigt, dass das Unm\u00f6gliche nicht unm\u00f6glich ist, da die Geister zu nahe verwandt sind, zu einheitlich, um sich von einander wirklich abzuheben.<\/li>\n<li>22.02.1988 &#8211; Angst<br \/>\nFinger, H\u00e4nde halten die schlanken Ger\u00e4te, um jedes Wort festzuhalten. Schuld. Strafe steht nicht in seinem angemessenen Verh\u00e4ltnis zur Schuld, denn die Angst vor der Ver\u00e4nderung ist f\u00fcr die Sanktionierenden zu gewaltig.<\/li>\n<li>21.02.1988 &#8211; Motive<br \/>\nZusammenhangloses wird einfach zusammen gereiht, um die Ideologie zu gr\u00fcnden, begr\u00fcnden. Straftat. Kein Richter darf richten, weil das Gewissen den Richter richten w\u00fcrde. Gewissensbisse. Der Psychologe ist als moderner Richter zu sehen, der den Menschen presst, Motive werden gesucht. Krankheit. Der Arzt wird nicht helfen k\u00f6nnen, wenn seine Kunst als Handwerk diffamiert wird, blamiert und abgestempelt. Der Patient stirbt an den an ihm ver\u00fcbten Straftaten.<\/li>\n<li>20.02.1988 &#8211; Nahrung<br \/>\n&#8230;es muss gegessen werden. Die Frage nach dem Warum bleibt offen, da die Devise \u00dcberleben hei\u00dft, egal wie, egal ob auf Kosten anderer. Erkenntnis ist nicht gefragt. Der Mensch versucht die Erkenntnis zu unterdr\u00fccken. Die Erkenntnis verursacht n\u00e4mlich im Menschen Weltschmerz, den er f\u00fcrchtet. Ursachen werden erforscht um des Forschungswillens, um die zu vergessen. Erscheinungen werden rational erkl\u00e4rt, um die Mystik zu zerst\u00f6ren.<\/li>\n<li>19.02.1988 &#8211; L\u00fcge<br \/>\nEntwicklung des Menschen. Erkenntnis hilft dem Menschen, sich weiter zu entwickeln. Der Mensch versucht weiter zu kommen. Der Mensch ist versucht, sich seine eigene Entwicklung aufzuzeigen. Eine L\u00fcge.<\/li>\n<li>18.02.1988 &#8211; Dominieren<br \/>\nWelches Gef\u00fchl ist dominiert. Die Freude ist dominiert von der Angst. Die Lebensfreude auch. H\u00f6flichkeitsanschlag wird ver\u00fcbt, auf den Menschen. Kommentar. \u00dcberkommt mich manchmal so.<\/li>\n<li>17.02.1988 &#8211; Mutter<br \/>\nDie Frau, die mich geboren hat, erzogen, regt sich \u00fcber meine Haare auf, wieso? Unverst\u00e4ndnis. Der Mensch mit dem kleinen roten Wagen franz\u00f6sischen Fabrikats regt sich \u00fcber die Haare des Menschen auf, wieso.<\/li>\n<li>16.02.1988 &#8211; gelesen<br \/>\nR\u00fcckblickend auf letzte Tage muss ich feststellen, dass ich wieder und immer wieder ungerecht werde. Wie kann man so \u00fcber andere urteilen. D. mag ich, gerade weil sie so ist. Nicht diesem allgemeinen Ideal entspricht, aber sie wird mich sehen.<\/li>\n<li>15.02.1988 &#8211; ich<br \/>\nIch w\u00fcrde l\u00fcgen, zu sagen, ich sei sch\u00f6n. aber der Mensch will doch betrogen sein, sonst sei er unzufrieden. Frieden ist auch nicht gerade meine St\u00e4rke, ich streite zu viel. Doch Zivildienstanh\u00e4nger m\u00fcssen friedlich sein.<\/li>\n<li>14.02.1988 &#8211; die Anderen<br \/>\nDer Rest? Eine Poorie-modefrau, eine zuk\u00fcnftige Verwaltungsbeamtin. Ein \u00d6ko und seine Emanzenfreundin. Ich werde schlecht darin sein, Menschen zu charakterisieren. Aber die Subjektivit\u00e4t z\u00e4hlt.<\/li>\n<li>13.02.1988 &#8211; Beobachten<br \/>\nA., pottenh\u00e4sslich, aber ganz in Ordnung, nichts Besonderes, eher langweilig. D. daneben \u00e4u\u00dferst intelligent, aber zu massig. M. fehlt. D. ist nicht gerade der, welchen ich mir als Freund w\u00fcnsche.<\/li>\n<li>12.02.1988\u00a0 &#8211; N.<br \/>\nIn der selben reihe N., ich kann nichts \u00fcber sie sagen, da ich sie zu gut kenne. Ich kann sie nicht in die ber\u00fchmte Schublade stecken, einordnen. S. fehlt, weil krank im Bett. R\u00f6teln.<\/li>\n<li>11.02.1988 &#8211; sie<br \/>\nC., Fetenfrau, Schlichtdiskothekerin, Supersch\u00fclerin mit Supernase. H\u00e4sslich und doch beliebt bei Jungs. Steffi-Graf-Pr\u00f6ll-Frisur, weint \u00fcber die ach so schlechte zwei in der Deutsch-LK-Klausur.<\/li>\n<li>10.02.1988 &#8211; Frisur<br \/>\nDie neue Frisur, der mode hinterher hinkend, macht sie zur Metzgerin, fleischig. Heute mit Scheitel wie ein Neo. mich st\u00f6\u00dft es zur\u00fcck. Das am Geburtstag eines Menschen. Schade drum.<\/li>\n<li>09.02.1988 &#8211; Vertraute<br \/>\nIch sehe in der Runde herum, da sitzt nun J., I.s Freundin, denen ich fr\u00fcher ein Vertrauter war. J. war uns fr\u00fcher um Jahre voraus. Heute um 30 Jahre, langweilig wie eine F\u00fcnfzigj\u00e4hrige.<\/li>\n<li>08.02.1988 &#8211; aktiv<br \/>\nBewusstsein ist ein aktiver Vorgang, vielleicht wie h\u00f6ren, sehen, vielleicht sogar als gehen, laufen. Das Bewusstsein bleibt passiv. Merkt sich nicht. Unbewusst hei\u00dft das nicht: machen, mitmachen aufpassen.<\/li>\n<li>07.02.1988 &#8211; Bewusst sein<br \/>\nEin Mensch redet vom Bewusstsein. Bewusst sein &#8211; Bewusstsein. Das Bewusstsein scheint, obwohl aktiv gemeint, passiv. Bewusst sein hei\u00dft, der Mensch sei bewusst, sich der Situation, Welt.<\/li>\n<li>06.02.1988 &#8211; Reden reden<br \/>\nJetzt schwirren die Worte durch die Luft, erreichen das Ohr. Hinein, heraus. Speicherung ist ausgeschlossen, steht nicht zur Diskussion. Der Mensch redet vom Sinn des Lebens und dem epischen Werk. Menschen versuchen mitzureden.<\/li>\n<li>05.02.1988 &#8211; Abstraktion<br \/>\nDas Irreale wird genauso real dargestellt, wie das Reale. Das Irreale ist real. Die Abstraktion das ausgef\u00fchrte Objekt. Das Konkrete zur eigenen Sch\u00f6pfung, zum eigenen Wert, Objekt sage Gegenstand.<\/li>\n<li>04.02.1988 &#8211; Innerlichkeit<br \/>\nAlles was gesehen wird ist real, auch die Innerlichkeit f\u00fcr einen Freund.<br \/>\nFreu dich doch, dein Geburtstag, der Tag, an dem du geboren wurdest, vor 19 Jahren. Freuen soll sich der Mensch nun, geh in die Stadt und such dir was aus. Kauf dir, was du willst.<br \/>\nAber der Mensch kann nicht in die Stadt gehen, sich etwas auszusuchen. Der Mensch leidet Zeitmangel, nicht Zeitlosigkeit. Der Mensch, der lehrte, sagte, der Mensch sei Zeit, habe sie in sich.<\/li>\n<li>03.02.1988 &#8211; Schultag Schule<br \/>\nWieder dieselben Gesichter. Nun real vor mir, belebt, nicht ohne Gef\u00fchl. Vielleicht innerlich abgestumpft, doch ohne eigentliches Leben? R\u00e4der eines Systems, die auswechselbar sind, ohne Probleme.<br \/>\nGesichte reden gelangweilt in die Klasse, den Raum hinein. Dumpfheit im Kopf der Denkenden. \u00c4u\u00dferlich vielleicht schon, doch h\u00e4sslich?Erstarrung der Liebe, Erstarrung der Freiheit, f\u00fchrt zu sinnlosen Abh\u00e4ngigkeiten. Weinender am Flu\u00df sei nicht traurig, sieh, viele andere weinen mit dir, am Flu\u00df.Could you tell me something about you? Frau denkt nach. Frau denk nach! Grimmige denke nach! Warum? Grimmige wandle dich, mit ein bi\u00dfchen Lachen kannst auch du klarer sehen.<\/li>\n<li>02.02.1988 &#8211; weitere Notizen<br \/>\nWenn dieser Mensch hier.<br \/>\nWenn nun dieser K\u00f6rper hier um meinen Geist hier liegen bleibt, bleibt er f\u00fcr immer liegen. doch wird er den Geist freigeben? Wenn nun dieser K\u00f6rper hier um meinen Geist aufsteht, wird er weggehen. &#8230;doch wird der Geist bewegt? Wenn nun dieser K\u00f6rper hier um meinen Geist.<br \/>\nDer Geist widerstrebt, denn der Geist wei\u00df &#8211; weise?\u00a0 &#8211; wei\u00df nicht. Der Geist denkt weiter. Widerstreben ist materiell erkl\u00e4rbar, erfahrbar, durchf\u00fchrbar.<br \/>\nDoch was ist denn nun schon wieder los? Immer weiter, nicht zu fassen, nicht fassbar.<\/li>\n<li>01.02.1988 &#8211; Notizen<br \/>\n&#8230;und aus Lehrst\u00fchlen werden Leerst\u00fchle<br \/>\n&#8230;Aderlass an K\u00fcnstlern und Wissenschaftlern<br \/>\n&#8211; der totalit\u00e4re Staat hemmt Freiheit<br \/>\n&#8230;das Leben wird unwirklich, sinnlos<br \/>\n&#8230;seine rechte Hand<\/li>\n<li>31.01.1988 &#8211; Leben (nach Ibsen)<br \/>\nLeben hei\u00dft dunkles Gewollen<br \/>\nSpuk bek\u00e4mpfen in sich<br \/>\nDichten Gerichtstag halten<br \/>\n\u00fcber sein eigenes Ich<\/li>\n<li>30.01.1988 &#8211; Wes Wesen<br \/>\nWes<br \/>\nWesen<br \/>\nDas Wesen<br \/>\nDas Wesen<br \/>\nDas Wesen<br \/>\nDas Wesen<\/li>\n<li>29.01.1988 &#8211; Tr\u00e4ume<br \/>\nSein Kopf war in die H\u00e4nde gest\u00fctzt. Sein innerliches L\u00e4cheln verriet, dass er wohl etwas angenehmes tr\u00e4umte.<\/li>\n<li>28.01.1988 &#8211; enden<br \/>\nvergessene Seiten<br \/>\nwerden gef\u00e4llt<br \/>\nin aller Eile<br \/>\nblo\u00df schnell<br \/>\ndenn J. will<br \/>\nweitersehenich ende<br \/>\nEnde<\/li>\n<li>18.01.1988 &#8211; Schulalltag (nach August Stramm)<br \/>\nAlltags g\u00e4hnt<br \/>\nSch\u00fcler frusten an Lehrerhast vorbei<br \/>\nAngsth\u00e4ngiges Streben<br \/>\nsitzt grau auf den St\u00fchlen<br \/>\nQual dr\u00e4ngt Tagtraum<br \/>\nKlingeln schrillt grell<br \/>\nRauch geschrien paust<br \/>\nGesichte schw\u00e4tzen Stress frei<br \/>\nirgendwann<br \/>\nend&#8230;los<\/li>\n<li><\/li>\n<li>02.01.1988 &#8211; Notizzettel, angeschm\u00f6rgelt<br \/>\nDer Arzt auf der kaputten Treppe, der st\u00e4ndig Bl\u00e4tter von einer Bl\u00fcte rupfte, war \u00fcber die treppe emp\u00f6rt. &#8222;Das ist ja reiner Zerst\u00f6rungswille, mutwillig und aus Langeweile.&#8220;<\/li>\n<li>01.01.1988 &#8211; Mondmann<br \/>\neines tages wurde der Mann im mond zum J\u00e4ger, zum Mann mit Sense und Fackel. An diesem tag, es war 18 Uhr, kam er herunter, von vielen sehns\u00fcchtig erwartet, von noch mehr \u00e4rgstens bef\u00fcrchtet. Er brannte und m\u00e4hte die Betonw\u00fcsten unserer zivlisation. Der Mnesch erkannte ihn nicht, denn es dauerte fast 6 Jahre. Denn er war der Krieg. Verstand nicht und baute die H\u00e4user wieder auf.<\/li>\n<li>31.12.1987 &#8211; Daumenspiel<br \/>\nEin Daumen bewegt sich von der Mitte nach rechts, immer weiter, bis ein Punkt erreicht ist, bei dem es nicht mehr weitergeht. Dann ein Sprung zur mitte, um sich kurz darauf nach links zu orientieren.<\/li>\n<li>30.12.1987 &#8211; gefundene Notiz im Nachttisch<br \/>\nMontag in acht Tagen beginne ich mit der Arbeit. Alle sagen, du wirst dich noch umsehen. Ist umsehen schlimm? Es bedeutet doch nur, da\u00df ein neuer Abschnitt des Lebens begonnen hat. Neues bringt vielleicht Schlechtes mit sich, aber sicherlich auch Gutes.<\/li>\n<li>29.12.1987 &#8211; Maschinenmensch<br \/>\nDer Mensch denkt und sieht durch Raster, der Mensch wird zur Maschine.<\/li>\n<li>28.12.1987 &#8211; Malen k\u00f6nnen<br \/>\nManchaml glaube ich, ich werde es verlernen malen zu k\u00f6nnen. Dann werde ich von echter Angst gepackt. Was wird aus mir. Was werde ich machen? wird alles so sein wie jetzt? Ein bi\u00dfchen Angst vor dem Leben mu\u00df man aber anscheinend haben. vielleicht ist es sonst nicht lebenswert.<\/li>\n<li>27.12.1987 &#8211; Zukunft<br \/>\nSie sind noch jung, jetzt. In 10 Jahren? Ich unterhielt mich mit O. dar\u00fcber:<br \/>\n&#8222;S.: &#8211; eine Lehrerin. Sie wird sich nicht durchsetzen k\u00f6nnen, wird dann vielleicht sehr streng werden. &#8211; Du? &#8211; Ein Lehrer. Wirst wie Schulte sein &#8211; vielleicht. &#8211; Ich? &#8211; Designer &#8211; Tja &#8211; Ich f\u00fchle mich jetzt gut. so wie ich jetzt bin.&#8220;<\/li>\n<li>26.12.1987 &#8211; Malen<br \/>\nIch sah eine Masse, die sich drehte, entwickelte. Sie wurde zu einem Nebelschleier, zu dem Glas in dem ich Farb e mische. Ich sah eine Galaxie, die sich gleich einem Strudel konzentrisch bewegte. Ich sah Planeten bersten und zerplatzen. Die Farben waren hell, doch angenehm.<\/li>\n<li>25.12.1987 &#8211; Notiz von 11.07.1987<br \/>\nEs war sch\u00f6n, einfach sch\u00f6n. Eine H\u00f6hle, Feuer, paar Leute, paar Felsen &#8211; im H\u00f6nnetal, Waldstein. Stressig nur, dass K. mitgefahren ist (Abzieher). Sonst aber &#8230; besser als zur M\u00f6hne zu fahren. Eine gute Tour geklettert normal und zwei barfu\u00df, ging auch.<\/li>\n<li>24.12.1987 &#8211; Poloshirt<br \/>\nVon meinem blau-wei\u00df gestreiften Poloshirt den Kragen entfernt, sieht jetzt richtig gut aus. Mama hat nat\u00fcrlich Terror geschlagen (musste sich wahrscheinlich mal wieder vor Oma als autorit\u00e4re Erzieherin etablieren). Von wegen ausfransen und nicht mehr waschmaschinenfest.<\/li>\n<li>23.12.1987 &#8211; Horror<br \/>\nIn der Rocky -Horror -Picture- Show, welch ein Wunder, war fast ausverkauft. Halbe Stadt war da, alle die man kennt. Reis geworfen und so. M. hatte kein Wasser, hat mit Cola gespritzt, war als einziger bemalt und verkleidet. Hat als einizger den Timewarp getanzt.<\/li>\n<li>22.12.1987 &#8211; Zeichen<br \/>\nEin Zeichen wird gesetztHe said. Schreib dr\u00fcber, schreib dr\u00fcber, schreib dr\u00fcber. And so I did. ein Teil der natur hat Intelligenz, liebt Zerst\u00f6rung, Entwicklungskraft. Der eklige, absto\u00dfende, der dem ich nie begegnen durfte, der Mensch, der Mystiker, der Satan, der Scharlatan, der Schamane. Ein buch nur, er, Vorbild, G\u00f6tze, absolut. Er, Beuys. wie ein Traum &#8211; wir wren gegenseitig fasziniert worden. Brutales Schicksal.<\/li>\n<li>21.12.1987 &#8211; Flecken<br \/>\nVier Bilder aus schwarzen Flecken, aus der Ferne grau, schwarz auf wei\u00df. Der Punkt wird zur Masse, Masse ist Punkt. Masse und Punkt verschmelzen zur Unendlichkeit des Seins. Der Punkt als unendlich klein wird durch die Masse zum Faktor des Unendlichen. Beliebig. Der Fleck ist relativ, kann Punkt und Masse sein. Der Fleck ist negativ, ist Ausdruck f\u00fcr Schmutz. Der Fleck ist positiv, ist Ausdruck f\u00fcr Zuhause. Punkt, Fleck, Kreis, Zeichen!Ein Gef\u00fchl der Leere. Der Bauchmensch sp\u00fcrt Kr\u00e4mpfe im Magenbereich. Der Kopfmensch im Menschen die innere Vereisung. Das Gef\u00fchl, wieder einen Menschen verloren zu haben. Reaktionen wirken wie ein Schlag ins Gesicht. Ich habe geweint den ganzen Tag, ich habe geweint die ganze Nacht, doch keiner hat mich verstanden. Vorbei, Zu Ende. Ein Schlu\u00dfstrich gesetzt. Punkt. Schlu\u00df. Doch tief im Innern die Hoffnung, es sei nur ein Traum, ein b\u00f6ser Traum. Die Vereisung der Gef\u00fchlswelt und ihre Verwirrung setzt ein. Der Schlag ins Gesicht. Der Schlag in die Magengrube. Das war\u00b4s dann wohl. Doch es bleibt ein Schimmer Hoffnung.<\/li>\n<li>20.12.1987 &#8211; Kopfsachen<br \/>\nIn meinem Kopf ein Druck. Schon seit Tagen ein Gef\u00fchl, als wenn ich eine M\u00fctze auf h\u00e4tte. Ein zwar nicht unangenehmes, aber auf die Dauer st\u00f6rendes Gef\u00fchl. Ein Gef\u00fchl der wohligen W\u00e4rme, des Schwindels, des Unbestimmten. Wie nach der ersten Dr\u00f6hnung. Seltsam, aber man denkt dar\u00fcber nach. Ist etwas kaputt, verbl\u00f6det man langsam? &#8211; Fragen stellen sich, die vor kurzem noch absurd schienen. Fragen kommen nicht mehr leise, sondern zw\u00e4ngen sich auf, zwingen nachzudenken.<\/li>\n<li>19.12.1987 &#8211; Geschichte<br \/>\neine Gesichte zu schreiben? Wieso nicht? Wieso? Zur Unterhaltung? Zum pers\u00f6nlichen Vergn\u00fcgen? Eine Gesichte zu schreiben? Wor\u00fcber? Wor\u00fcber nicht? Zur Unterhaltung anderer. Zum Zeigen pers\u00f6nlicher Anliegen?<\/li>\n<li>18.12.1987 &#8211; Zitate \u00fcber Kleidung<br \/>\n&#8222;1. F\u00fcr ihn war es im allgemeinen nichts besonderes ab und zu eine Hose in knalligem Rot zu tragen.<br \/>\n2. Kleider konnte sie schon von klein auf nicht ausstehen, besonders nicht die bunt gemusterten, wie ihre Mutter sie immer getragen hatte; etwas derart Banales war ihr zutiefst zuwider.<br \/>\n3. Im gro\u00dfen und ganzen war das wichtigste f\u00fcr ihn an der mode, da\u00df er etwas auff\u00e4lliges mit ihr darstellte.<br \/>\n4. Sie kaufte immer nur das Erste Beste und wenn es das Billigste vom Billigen war.&#8220;<\/li>\n<li>15.12.1987 &#8211; nicht allein<br \/>\nNicht allein in der Schule, in den Gastst\u00e4tten, in der Familie, auf den Feten. Und doch einsam.<br \/>\nMenschen gehen, kommen. Ich sehe Freude, Frustration an einer Stelle. einige sagen, es ist der Lauf der Dinge. Autos fahren vorbei &#8211; Beschleunigung. Wann wird er wohl kommen?<\/li>\n<li>12.12.1987 &#8211; Orbital<br \/>\nDer Raum in dem die Aufenthaltswahrscheinlichkeit am gr\u00f6\u00dften ist, hei\u00dft Orbital. Warum sagen wir dann Bett?<\/li>\n<li>11.12.1987 &#8211; Knall<br \/>\nDer Knall, Symbol f\u00fcr Kraft, W\u00e4rme, Macht, Lautst\u00e4rke. Doch die Ruhe ist abgenehm.<\/li>\n<li>10.12.1987 &#8211; Feuer<br \/>\nIch springe durch das Feuer, welches w\u00e4rmt, ich bade in der W\u00e4rme, Wohltat. Ich sehe den grenzelosen Horizont, der erschauern l\u00e4\u00dft. Ich f\u00fchle die Weite. Ich weide mich an den Sternen. Symbole der Ewigkeit. Unendlichkeit, ein wohliger Schauer der Macht.&#8220;Immer konspirativ bleiben!&#8220; &#8222;Ich steh auf Askese.&#8220;<\/li>\n<li>07.12.1987 &#8211; Strukturen<br \/>\nMan sieht Strukturen, ohne sie wahrzunehmen. durch den Druck, das Pauschen werden sie besser wahrnehmbar &#8211; was ist das und woher? &#8211; Ich w\u00fcrde das gerne als Original sehen.<\/li>\n<li>05.12.1987 &#8211; Erinnerung an den Sommer (8.7.1987)<br \/>\nDie Hitze dr\u00fcckt, dr\u00fcckt, dr\u00fcckt mich zu Boden. Sie l\u00e4\u00dft mich ins Bett sinken. Sie umgibt den Kopf mit sanfter M\u00fcdigkeit. Sie gaukelt vor. Sie umgibt den Kopf mit Dunstschwaden.<\/li>\n<li>04.12.1987 &#8211; Left arm<br \/>\nIch stehe auf der Stra\u00dfe und frage mich: wohin? Ich stehe auf der Stra\u00dfe und frage<\/li>\n<li>03.12.1987 &#8211; Entwurf f\u00fcr eine Bewerbung<br \/>\n&#8222;Franz Brandtwein\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Arnsberg, den 07.07.1987<br \/>\nBiergarten 57<br \/>\n5760 Arnsberg 1<br \/>\n02932\/22513Blabla Hospital<br \/>\nDr. med. Wurst<br \/>\nAbt. An\u00e4sthesieHerr geehrter Dr. med Wurst<br \/>\nIn einer komischen Zeitung habe ich gelsen, da\u00df noch eine Stelle als An\u00e4sthesieassistent frei ist.<br \/>\nIch w\u00fcrde mich sehr daf\u00fcr interessieren, da ich schon immer ein besonderes Interesse an Bet\u00e4ubungsmitteln hatte. Au\u00dferdem interessiert mich immer wieder, wie Leute abgealkt auf dem Boden liegen. <del>Da ich solche Situationen schon \u00f6fters durchlebt habe\u00a0<\/del> Da ich in solchen Situationen schon \u00f6fters Hilfe geleistet habe, glaube ich, die Arbeit mit viel Engagement ausf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Meine Vorteile: Ich habe Erfahrung durch h\u00e4ufige Selbstversuche, au\u00dferdem ist der Schnaps, den ich selber destilliere, \u00e4u\u00dferst bet\u00e4ubend. Ich bitte m\u00f6glichst innerhalb der n\u00e4chsten drei Wochen um ein Kontaktgelage.<br \/>\nMit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<br \/>\nIhr Franz Brandtwein.&#8220;<\/li>\n<li><\/li>\n<li>03.12.1987 &#8211; Zeichen<br \/>\nEin Zeichen wird gesetzt. Ein Zeichen f\u00fcr eine unter Umst\u00e4nden vielzahl komprimierter Gef\u00fchle und Zust\u00e4nde. Das Zeichen kann f\u00fcr das gesonderte Individuum zum Symbol werden. Symbol und Zeichen erf\u00fcllen eine ganz eng koordinierte Aufgabe. Das Zeichen, in dem Moment, in dem es gesetzt wird, ist rein emotional. Das Emionale wird durch die Entwicklung zum Symbol f\u00fcr andere rational. f\u00fcr das entsprechende Individuuem bleibt jedoch das Symbol als emotionales Zeichen. Etablierte Zeichen, wie z.B. Herz oder Kreuz, sind im Grunde langweilig, jedoch f\u00fcr die allt\u00e4glich Kommunikation unerl\u00e4\u00dflich, teilweise lebenswichtig (z.B. Totenkopf auf Giftflasche). Zeichen stechen mehr ins Auge als Schrift. Obwohl diese auch aus Zeichen besteht. Das Entwickeln eigener Zeichen ist wesentlich interessanter, als das blo\u00dfe Abkupfern etablierter. Eigene Zeichen k\u00f6nnen das Leben des Inneren besser visualisieren.<\/li>\n<li>02.12.1987\u00a0 &#8211; Blicke<br \/>\nBlicke suchen, pr\u00fcfen, sch\u00e4tzen ab, schmeicheln. Blicke, das Wichtigste der blinden Sehenden.<\/li>\n<li>01.12.1987 &#8211; du<br \/>\nDie bunte Uhr an deinem Arm wirkt lustig. Die lockere Kleidung, die du tr\u00e4gst, wirkt l\u00e4ssig. Aber in deinem Gesicht ein Ausdruck der Anspannung, ein Ausdruck der Melancholie.&#8220;Das kommt von der kalten Luft. Ich bin mit dem Rad gefahren.&#8220; &#8222;Das h\u00f6rt sich eher wie Raucherhusten an.&#8220;Erschrecken; ich stutze. Drei Schatten verfolgen mich, zwei Gro\u00dfe, ein Kleiner. Vor, neben hinter mit. Drei Schatten auf den Fersen. Fliehen? &#8211; Unn\u00fctz. Drei Schatten verfolgen mich. Spiegeln mich &#8211; wider. Drei Lampen leuchten. doch wo Licht ist, mu\u00df auch Schatten sein? Ich gehe z\u00fcgig die Stra\u00dfen entlang, verweile nicht. Ich denke z\u00fcgig die linien entlang, verweile. Der Punkt pa\u00dft nicht, die schemata \u00e4rgern. Gedanken gehen z\u00fcgig wieder. Weggehen &#8211; schnell laufen. Gedanken an&#8230;! Feigheit&#8230;? Ich sehe Menschen z\u00fcgig, fast ein Unfall&#8230;nach Hause? Punkte der Strecke entlang. Punkte laufen stuzend. Stehen. Punkt. Punkt Strich. Schemen, Normen dr\u00e4ngen. Menschen reden&#8230;der Mops rollt. Js Gedicht, der mops flieht. Der Mensch fleht. Heringe tanzen wie fliegen. Der Bauch nach oben&#8230;tot. Das ende? Nein.<br \/>\nSchrieben schreibt er. Ein Mann sieht&#8230;! Das bild an der wand implizierter Tod l\u00e4uft. Tr\u00e4ume vom Urlaub , Berg, Sturz. Bruder ist weg, alleine weiter, wohin? Der Traum, der brutal das Leben zeigt. Wie ein Traum, Sekunden werden Minuten\u00a0 und vergehen in Stunden schnell tagelang. Der Mensch erlebt gestern heute, morgen kommt, lauf weg. Denkt er? Was die Stunde sagt? Die Woche? Ein Tag wie jeder&#8230;andere laufen weg&#8230;denken sie immer&#8230;morgen wird&#8230;anders das Morgen, der.<br \/>\nSatzzeichen ohne Worte leben? Satzzeichen ohne Sinn!&#8230; Setzen!!Reduzierung auf das Notwendigste, Kernpunkte. \u00c4sthetik, Vervollkommnung, Vervollst\u00e4ndigung. \u00c4sthetik.<br \/>\nGedankenzeiten &#8211; Abend schlafen.<br \/>\nWarten. minuten verrinnen zu langam, seltsam, ein Gef\u00fchl der Ungeduld. Aufstau. Langsamer wandert der Zeiger jetzt &#8211; seltsam. Der Mann in meinen Gedanken &#8211; das rote Auto. H\u00f6rst du es nicht schon? Dieser leichte Zug &#8211; musik. Ich sah ihn schon kommen. Ungeduld staut sich. Schelcht wird. Die Zeit verrint zu langsam. Wann Fragen brennen. Man verteibt sich die Zeit mit&#8230;Worte formen sich. Bist. Was ist? nur einen Strich weiter bis. Dann kommt der Punkt, komm&#8230;komm&#8230;warten&#8230;Worte.<\/li>\n<li>30.11.1987 &#8211; Blicke<br \/>\nBlicke. Wie Nadeln stechend, wie F\u00e4uste schlagend, wie Granaten vernichtend. Blicke, wie Federn anschmiegsam, wie H\u00e4nde streichelnd, wie Stein und M\u00f6rtel aufbauend. Blicke k\u00f6nnen st\u00e4rker wirken als Taten und Worte.<br \/>\nHeute in den beiden Freistunden erste Linoldrucke f\u00fcr J und mein Buch angefertigt.<\/li>\n<li>28.11.1987 &#8211; Mi\u00dfverst\u00e4ndnisse<br \/>\nIn der Schule verstehen Lehrer Sch\u00fcler, verstehen Sch\u00fcler Lehrer nicht. Am Arbeitsplatz verstehen Arbeitgeber Angestellte, Angestellte Arbeitgeber nicht. In der Politik verstehen Politiker B\u00fcrger, B\u00fcrger Politiker nicht. Im Leben verstehen Menschen Menschen?<\/li>\n<li>27.11.1987 &#8211; Lachen<br \/>\nWenn man Probleme anderer sieht &#8211; die Menschen leben &#8211; man lacht dar\u00fcber &#8211; bis zu dem Augenblick &#8211; die eigenen Probleme kommen auf &#8211; man lacht nicht &#8211; die Menschen leben.<br \/>\nKleine Indiskretion: A scheint echte Sorgen zu haben. In der Schule geht es nicht so recht weiter, wie er sagt, ist die M\u00f6glichkeit, dass er es nicht packt, ziemlich hoch. Diesen Monat hat er schon 180 Mark f\u00fcr Flipper und Alk zum Fenster heraus geschmissen. Jetzt scheint es Streit mit den Eltern zu geben. Die \u00fcbliche Geschichte also, die wir alle kennen.<br \/>\nso happy today<br \/>\nWirre Gedanken sind der erste Schritt zur Phantasie. Was ist mit mir los, dass ich nicht mehr malen kann? Was ist mit der Welt los, die nicht mehr reden kann.\u00a0 &#8211; Oder einfach nur Reproduktion von Gedanken? &#8211; In tiefen Schlaf zu verfallen &#8211; Verfallen &#8211; zerfallen? &#8211; Die F\u00e4higkeit Reproduktion betreiben zu k\u00f6nnen, ist der erste schritt. Ein Werk verstehen der zweite. &#8211; Sage mir, wer wer und wie wer ist. Ich will \u00fcber Menschen wissen, sie kennen lernen.<br \/>\nIch sah das M\u00e4dchen an der Mauer blicklos suchend. Wartend? Ich blieb stehen, beobachtete. Mauern wei\u00df bekommen Streifen, Menschen bla\u00df werden interessant. Ich sah das M\u00e4dchen an der Mauer.<\/li>\n<li>26.11.1987 &#8211; Sparbuch<br \/>\nHatte mein Sparbuch verloren. &#8211; sofort sperren lassen, zum Glck hatte noch niemand etwas abgehoben. Heute neues abgeholt!!!<br \/>\nVorgestern: Die \u00fcblichen Sauerland-Natur-Aktionen.<br \/>\nGestern: Erst Jugendsport mit den anderen. Hab mir die unterlippe aufschlagen lassen. Danach Clubkino im kulturzentrum: Der Richter und sein Henker. Obwohl alle gesagt haben, der sei beschissen gewesen, fand ich ihn \u00fcberaus gut. Besonders gefallen. In einem Zimmer eines Schlosses liegen drei Leichen, eine alte, gr\u00e4\u00dflich geschminkte Frau kommt mit einem Rollstuhl herein, eine Tr\u00e4ne im auge. Kurz darauf die raubkatze, ein Gepard, kommt ins Zimmer und beschn\u00fcffelt die Leichen. Die Kamera schwenkt langsam zur\u00fcck.<br \/>\nDanach im Pengel gewesen. H. scheint kurz vorm abkacken zu sein.<\/li>\n<li>24.11.1987 &#8211; Tapete<br \/>\nO.:&#8220;Ich entwerfe jetzt die \u00fcbelste Bl\u00fcmchentapete, die du je gesehen hast.&#8220; &#8222;Ihhh, h\u00f6r auf.&#8220; &#8222;Gnade? &#8211; Keine Gnade.&#8220;<\/li>\n<li>21.11.1987 &#8211; gezwungen, vielleicht 8.7.1987<br \/>\nGezwungenes L\u00e4cheln \u00fcber schlechte Witze, f\u00fcr eine Note, f\u00fcr einen Lehrer, trotz schlechter Laune. Drau\u00dfen die Freiheit, der Himmel ist weit, blau, unendlich. Die B\u00e4ume bewegen sich im Wind, irgendwo ein Vogel. Drinnen der Zwang, die Decke, steril, mit einem Lochmuster. Die Tische und St\u00fchle stehen starr, nirgendwo ein Vogel. Dann Schlu\u00df, Pause, der Himmel weit, blau, unendlich. Die B\u00e4ume bewegen sich im Wind, \u00fcberall V\u00f6gel. Befreites Lachen \u00fcber die Freiheit, just for fun, \u00fcber die Lehrer, f\u00fcr gute Laune.<\/li>\n<li>15.11.1987 &#8211; vielleicht 7.7.1987<br \/>\nWeit weg steht die kleine, rote Ente, eine T\u00fcr, verkeilt, steht auf. Der Jogger, der vorbei geht, er hat aufgeh\u00f6rt zu laufen, guckt komisch, dann grinst er. Das Band in meinen Haaren merke ich jetzt. Angenehmer Druck. Wir stehen auf, gehen zur\u00fcck, das Verdeck, Dach ist auf, der Wind kaum sp\u00fcrbar. Ich denke wieder an den Abend: Die Fische fliegen \u00fcber das Wasser, eine Ente schwamm. Das dunkle Wasser schimmerte Goldflecken und vor meinem Fenster der Mond.<\/li>\n<li>07.11.1987 &#8211; Freude<br \/>\nO. rei\u00dft die Arme hoch, ein Grinsen auf dem Gesicht, nein, Freude. Echtes Lachen, es ist schmal, d\u00fcnn.<\/li>\n<li>06.11.1987 &#8211; Suchen<br \/>\nSuchen nach einem, dem Ziel. Suchen nach Freiheit. Wer sucht, irrt. Ist gefangen in einer nicht heilen Welt. Mit dem Finden wird diese Illusion zerst\u00f6rt. Das Finden ist jedoch trotzdem der Beginn f\u00fcr ein neues Suchen auf Antwort.Leben nehmen, in die Hand. Leben selbst leben, nach eigenen Ma\u00dfst\u00e4ben. Entweder das &#8222;Vor-Sich-Hin-Leben&#8220; oder das sinnvolle Leben mit dem Suchen des Sinns. Suchen und Leben geh\u00f6ren zusammen. Das Suchen h\u00e4lt das Leben im Rahmen, l\u00e4\u00dft es nicht auseinander Brechen. Wer das Suchen aufgibt, gibt sich, damit das Leben, auf. Auch wenn das Suchen zu keinem sichtbaren Zeil f\u00fchrt, hat es Sinn. Suchen und das Leben. Vielleicht sind die K\u00fcnste und auch die Philosophie die h\u00f6chste, reinste Form des Suchens nach dem Sinn des Lebens, auf jeden Fall sind sie eine gro\u00dfe Hilfe.Wer wei\u00df alles? Wer wei\u00df nichts? Der Spezialist wei\u00df viel \u00fcber wenig, der Laie wenig \u00fcber viel.<\/li>\n<li>05.11.1987 &#8211; Pfeil<br \/>\nPfeil als Sucher. Pfeil als Zeiger. Pfeil als finder. Der Pfeil ist das Universalzeichen. Er weist Menschen auf tatsachen, Dinge hin. Der Pfeil weist Wege. Er zeigt an, macht aufmerksam. Der Pfeil als signal zum Finden. Folgen werden aufgezeigt. Entwiclungen werden verdeutlicht, auslassungen erg\u00e4nzt. Wegweiser, Erg\u00e4nzer. Verdeutlichung, Verst\u00e4rkung. Pfeil ist Angriff, Pfeil ist Tat. Der Pfeil als primitives Zeichen ist in seiner Bedeutung symboltr\u00e4chtig und kompliziert.<\/li>\n<li>04.11.1987 &#8211; Monat<br \/>\nSchon wieder ein Monat &#8211; schnell wie nie. Schon wieder ein Monat weniger &#8211; immer schneller. Wie Sekunden verstreichen &#8211; Tage. wie Tage Monate. Bis zum Ende &#8211; die Zeit ist kurz. Die Zeit wird k\u00fcrzer. Zeit verliert sich\u00a0 &#8211; wohin?<\/li>\n<li>03.11.1987 &#8211; Kunst<br \/>\n3 &#8211; Stundensache. 3 Stunden arbeiten, analysieren. 3 Stunden Hektik, Stre\u00df. Dann pl\u00f6tzlich ist es vorbei, man fragt sich, warum so schnell und hastig? Die letzte Stunde ist dann frei! Frei?<br \/>\nKunst gl\u00fcht in mir.<br \/>\nAbends Pengel mit O. Im Schach gegen ihn verloren.<\/li>\n<li>02.11.1987 &#8211; Schuhe<br \/>\nMeine schwarzen Schuhe sind hin\u00fcber. Brauche neue. Hab aber keine Lust, Mama schon wieder um Geld anzuhauen. &#8211; Werde mir wohl selbst welche holen, wenn ich das Geld von R zur\u00fcck bekomme.<br \/>\nHeute Vivaldi &#8222;Vier Jahreszeiten&#8220; gekauft, hat super geholfen aufzur\u00e4umen.Die Ferien sind zu Ende. Der sogenannte Ernst des Lebens geht los. Sofort am ersten Tag eine Arbeit. Morgen die n\u00e4chste. &#8211; Nat\u00fcrlich hab ich Angst &#8211; wieso auch nicht? Das gr\u00f6\u00dfte Grundrecht des Menschen &#8211; Angst.Schlag auf Schlag am ersten Tag, Stre\u00df&#8230;Menschen hetzen sich ab. Menschen werden gehetzt, glauben zu sein&#8230;sind? &#8211; Schlag auf Schlag, das Bewu\u00dftsein erwacht. Hetze, schneller &#8211; Welt geht weiter.<\/li>\n<li>01.11.1987 &#8211; Ger\u00fcchte<br \/>\nGer\u00fcchte sind im Umlauf der \u00fcbelsten Art \u00fcber mich. \u00dcber ein paar Ecken habe ich heute im Pengel von MP erfahren, was geredet wird. Bewahre Gott. Die Leute, die das h\u00f6ren, glauben es bestimmt auch noch. &#8211; Quatsch &#8211; Aber die wahrheit glaubt keiner. Ich bin gespannt, wie es sich entwickelt.<\/li>\n<li>31.10.1987 &#8211; Stop<br \/>\nso weit Junge &#8211; kein St\u00fcck weiter&#8230; du verstehst &#8211; vorbei<br \/>\nPunk Punkt Komma Strich, fertig ist das Mondgesicht. Punkt. Punkt. komma. Strich, fertig ist das Mondgesicht. &#8230;So, f\u00fcr Papa Honig. &#8211; Party ganz lustig, die ganzen Spie\u00dfer betrunken. 0.15 hat N mich abgeholt. Zero war bestens. Alle guten Leute waren da. K und ich haben uns ein paar sch\u00f6ne Scherze gemacht. Inagesamt also ein gutes Ergebnis. Heute Morgen: Ich geh runter. &#8222;Wo warst du gestern noch?&#8220; &#8222;Im Zero.&#8220; &#8222;Das war aber kein sch\u00f6ner Zug, die Gelegenheit der Stunde auszunutzen und abzuhauen. Das war das Einzigste (siehe -gste), wor\u00fcber wir und ge\u00e4rgert haben.&#8220; (ich leise) &#8222;Fuck off&#8220; Warum immer wieder die gleichen Spr\u00fcche von P und M? Scheint fast, als g\u00f6nnten sie keinem sein Vergn\u00fcgen in der Jugend. Nur weil sie keins hatten?<\/li>\n<li>30.10.1987 &#8211; vielleicht 5.7.1987<br \/>\nVor dem Fenster sind sicherlich M\u00fccken. Gegen\u00fcber h\u00e4ngt eine Skizze von J.<br \/>\nDas Gras, mein braunes, der Flu\u00df, mein blauer &#8211; Teppichboden &#8211; in meinem Zimmer. Eben sa\u00df ich auf einer Wiese in der N\u00e4he von Holzen, die sonne ging unter. Zirren am himmel, unten ein Auto. Weitweg. Das frisch gem\u00e4hte Gras roch.Papa hat heute Geburtstag und ich hab noch kein Geschenk. Was holen? Ich werde W fragen, die wei\u00df immer etwas.<\/li>\n<li>29.10.1987 &#8211; Pech<br \/>\nWanderung am Effenberg mit O und J. Dann im Pengel mit N. Nichts klargemacht, Pech. Dann aber doch und Fahrung mit O, J und N zum M\u00f6hnesee &#8211; lang luhsch und o.e.<br \/>\nReden vom Berrmachen, reden von Gesundheit. Reden. Wie w\u00e4r es ausnahmsweise mit Taten?<\/li>\n<li>28.10.1987 &#8211; bei mir<br \/>\nAm 26. noch bis 1 Uhr bei mir gewesen: N, O, J; Risiko spielen. Am 27. Fahrt mit m Fuffi ins Sauerland: N, O, I und K. Luhsch &#8211; Schlaf bei K. &#8211; heute abend R\u00fcckkommung. Wesung: Bad Laasphe, Essung; W\u00fcrginghausen, Rastung bei H; M\u00f6hnesee, Ausruhung und Dichtung wie \u00fcberall. Leben &#8211; luhsch &#8211; ung- ung-ung<br \/>\nLuhsch, lang und o.e.<\/li>\n<li>26.10.1987 &#8211; Bogen<br \/>\nMit J im Bogen gewesen &#8211; 1 Bild<\/li>\n<li>25.10.1987 &#8211; Gegenwart<br \/>\nDie Gegenwart ist nicht fixierbar, in dem augenblick, da sie festgestellt ist, ist sie Vergangenheit.Wildwald und video bei J.M\u00fcnchen kam ganz gut. Essen schlecht, Betten gut.<\/li>\n<li>23.10.1987 &#8211; M\u00fcdigkeit<br \/>\nT\u00f6ne schaffen Farben, w\u00fcrde jetzt gerne malen, bin zu m\u00fcde, langsam fallen die Augen zu. Vor dem L\u00f6schen des Lichts stelle ich das Radio ab.<\/li>\n<li>20.10.1987 &#8211; Eintrag von N<br \/>\n&#8222;H\u00e4user fliegen vorbei und du wei\u00dft nicht, wer darin wohnt &#8211; wei\u00dft nicht mehr, was er f\u00fcr Schuhe tr\u00e4gt und wie er denkt. Aber was ist vom Bayer schon gro\u00dfartiges zu erwarten! Vorurteile &#8211; gut zugegeben, aber was Wahres mu\u00df dran sein! Telegraphenmasten fliegen &#8211; B\u00e4ume und Z\u00e4une fliegen, so als wollten sie vor deinen Augen fliehen, weil sie f\u00fcrchten, vor dem menschlichen Auge nicht bestehen zu k\u00f6nnen. Wie Recht sie doch haben &#8211; die Armen, wie hilflos ausgeliefert &#8211; nichts besteht vor dem menschlichen Auge, was nicht seiner SICHTWEISE entspricht. Alles mu\u00df angepa\u00dft, genormt, normalisiert und korrigiert werden. Der Bach hat zuviele Kr\u00fcmmungen, das &#8222;Unkraut&#8220; ist zu viel und zu gr\u00fcn, die Haare zu grau, die Falten zuviel, die Arbeit zu m\u00fchevoll und der Mensch zu unvollkommen. nichts wird beim alten belassen. Der Erfolg des Anpassens an die menschliche Sichtweise ist selbstsprechend grandios.&#8220;<\/li>\n<li>19.10.1987 &#8211; Sommererinnerung<br \/>\nFische fliegen \u00fcber das Wasser, der Flu\u00df dunkler als tags schimmert in der untergehenden Sonne. Langsam sinke ich zur\u00fcck ins steinige Gras. Musik in den Ohren.<\/li>\n<li>18.10.1987 &#8211; M\u00fcnchen<br \/>\nZugfahrt 7.11 nach M\u00fcnchen. Kopfh\u00f6rer auf. Atmosph\u00e4re schaffen f\u00fcr sich selbst. Ausschlu\u00df der Kommunikation, verbal. Augen geschlossen. Traumwelt schaffen f\u00fcr sich selbst. Ausschlu\u00df der Kommunikation, visuell. Zeit absitzen, rollen, leichte Ersch\u00fctterungen schl\u00e4fern ein. Der Zug rollt.<\/li>\n<li>17.10.1987 &#8211; H\u00f6hle<br \/>\nNaja, doch in Sundern gewesen &#8211; kam gut. Heute abh\u00e4ngen war angesagt.<\/li>\n<li>16.10.1987 &#8211; Vortrag<br \/>\nDiavortrag mit Papau und Onkel A \u00fcber die Dolomiten gehalten. 30 DM Scheckung. Gleich ruft O an, hoffentlich bald.<br \/>\nO hat angerufen. mit M, I und N in die H\u00f6hle? Ich glaube nach den Tagen Regen zu gef\u00e4hrlich und siffig. Die h\u00f6hle im H\u00f6nnetal k\u00e4m auch nicht schlecht.<\/li>\n<li>15.10.1987 &#8211; Regung<br \/>\nRegung, Anregung, Aufregung. Regungen. Ein Mann steht vor mir, hellblaue Augen, wie Wasser durchsichtig. Er ist schmutzig, das Gesicht, die Haare rot. Er ist ein Mesnch.Abends mit O in Oelinghausen auf den Berg, sp\u00e4ter Pommes und Pengel; M hat kurze Haare und nur noch Schn\u00e4utzer. F sieht aus wie 28, Viele andere da, guter Abend mit guter Aktion. Wortspiele: Aneinandereihung von Worten\u00a0 zu einem langen satz. Reime bilden, Doppelw\u00f6rter, das Wortende zu einem neuen wort werden lassen. gut f\u00fcr gute Laune.Gestern bei O Videoabend. I, BL, N, J, M und O. Mit Baguette und Wein und ohne Knister. Filme: Hitcher, der Highwaykiller; Indiana Jones; ausgel\u00f6scht.Irgendwie finde ich es eine Sauerei, wenn andere ungefragt in diesem Buch lesen!! Verstanden?<\/li>\n<li>14.10.1987 &#8211; Symmetrie<br \/>\nDer Mensch denkt wie er ist &#8211; spiegelsymmetrischB. ist der Beste, was man sagt &#8211; Falsch. Der Knabe kann mich mal!<\/li>\n<li>13.10.1987 &#8211; Flecken<br \/>\nEinfach Flecken? Eine Gestalt? der Mensch interpretiert Symbole &#8211; nach seinem Erleben, seinem Verstand, Gem\u00fct, nach Bildung, sozialer Schichtung und Kultur, nach seinen Gef\u00fchlen, Emotionen und innerem Befinden.13? &#8211; Ungl\u00fcck? &#8211; Oder einfach , da\u00df man durch Sensibilisierung auf kleine Ungl\u00fccksf\u00e4lle aufmerksam wird. Jeden Tag passiert ein kleines Ungl\u00fcck, meistens achtet man allerdings nicht weiter darauf. 13 war fr\u00fcher, vor 1000 Jahren, eine Gl\u00fcckszahl &#8211; 13 Monde &#8211; Erst das Christentum hat daraus eine Ungl\u00fcckszahl gemacht<\/li>\n<li>12.11.1987 &#8211; ein Tag<br \/>\nNachmittagslernen f\u00fcr Bio, dann mit M zu Ikea, dann Kakao und Kuchen mit O. Dann zur M\u00f6hne &#8211; SOSee &#8211; Waldart. Dann zu J, Film &#8222;Hilfe die Amis kommen&#8220; &#8211; lustigt aber lang und luhsch und o.E.(ohne Ende) auch im Bogen gewesen. &#8222;Kunst und Willk\u00fcr&#8220; f\u00fcr 2 DM gekauft und zwei Plakate abgezogen.Gef\u00fchle pervertiert &#8211; keiner wei\u00df wie &#8211; was &#8211; weitergehen &#8211; nicht zur\u00fcckschauen &#8211; gutes Papier &#8211; weg &#8211; wohin &#8211; darum gehen &#8211; sehen was &#8211; Aber &#8211; nichts aber, weitergehen.<\/li>\n<li>11.10.1987 &#8211; ein Baum<br \/>\nEin Baum, von unten m\u00e4chtig, strahlt der Stolz und W\u00fcrde , strahlt er Kraft und Leben. Ich sitze auf dem Ast, ein dicker Ast, beherbergt er Pflanzen und Tiere, beherbergt er Pilze und Viren. Der Baum mit seinen ausladenden \u00c4sten, der Baum, f\u00fcr mich das Symbol der Lebensspur, der Baum tr\u00e4gt seinen Tod in sich.Gestern drei gute Aktionen. Nachmittags Besuch von O. &#8211; Besuch der Corova Milchbar und einen Kakao mit Sahne getrunken. Was tun? Entschluss ins Felsenmeer zu fahren. Gesagt, getan. Abends waren wir mit N, P und S f\u00fcr die Sunderner H\u00f6hle verabredet. M ist schlie\u00dflich doch nicht mitgefahren. Vor der H\u00f6hle mussten wir festsstellen, da\u00df der Fotoapparat nicht funktionierte, zweitens\u00a0 konnten wir nicht zur \u00d6ffnung oben, da es zu glatt war. Also musste der Rucksack mit Kerzen, Wein und Seil mit durch die \u00d6ffnung unten geschleppt werden. P und ich hatten unsere liebe M\u00fche und Not damit. In der H\u00f6hle ging es heftig ab. Wir haben dort Verstecken und anderes gespielt! Der R\u00fcckweg um 22 Uhr war leichter, da wir die Kerzen in der H\u00f6hle versteckt haben. Dann sind wir in den Wildwald Vo\u00dfwinkel gefahren. Wir sind \u00fcber die gro\u00dfe Hirschwiese, ca 15 Meter an den Hirschen vorbei zum Wildschweingehege gegangen. Dort haben wir halbwegs Panik bekommen und sind umgekehrt. Gegen 1.30 Uhr zu Hause.zZ21.06 Ich war eben bei AR, bei ihm MP. Sie hatten angestrichen in As Zimmer und sahen entsprechend aus, dann kurz \u00fcber den Fresekenmarkt. Einfach pr\u00f6llig. Dann zum Pengel &#8211; zu A und ich noch alleins, M ist schon vorher abgehauen. F kommt dazu &#8211; ich gehe. Zu Hause Nachrichten. Barschel ist tot! &#8211; Ob Selbstmord? Pl\u00f6tzlich sehen die Politiker ein, da\u00df Politik nicht so ins Pers\u00f6nliche gehen darf.\u00a0 &#8211; Aufschiebung der Wanzen &#8211; Untersuchung des Auschusses bis zur Beisetzung. Alle sind sich einig. &#8222;Drombuschs&#8220; dann produzieren k\u00fcnstliche konflikte. Mama ist begeistert &#8211; Schwachsinn &#8211; Bes\u00e4uselung! Ich gehe hoch. Bin erschlagen und m\u00fcde. Radio: Dokumentationssendung \u00fcber den franz\u00f6sischen Widerstand. Die b\u00f6sen Deutschen, die guten Franzosen und Aliierten. Ich kanns nicht mehr h\u00f6ren. Aber S hat gesagt, ich laufe vor der Vergangenheit weg, also.<\/li>\n<li>08.10.1987 &#8211; Gedanken<br \/>\nZeige mir deine Gedanken. Verrate mir deine Gef\u00fchle, lege mir offen dein Inneres. Erst wenn du soweit bist. Erst wenn dies ohne Scham geschieht, kannst du sagen, da\u00df du mich liebst.Mal nicht, mal doch. Schicksal oder einfach Lauf der Dinge? Regel oder einfach Zufall? Mal nicht, mal doch! Doch was denkt der Mensch, was der einfach, was der Intellekt?<\/li>\n<li>07.10.1987 &#8211; gelber Mond<br \/>\nGelber Mond \u00fcber den D\u00e4chern vers\u00f6hnt mit der K\u00e4lte, tr\u00f6stet. Beruhigend, dich zu sehen, gelber Mond. Man singt dir Lieder, Man schreibt dir Gedichte, gelber Mond. Schutzherr der Nacht, Bruder der Liebenden, gelber Mond.Frau in Rot am Stra\u00dfenrand, Autos schleichen Tod, Menschen laut, abgefahren, abgebrannt in der Toilette, dem Sterben nah. Tr\u00e4ne im Knopfloch, Krokodile verbrennen, Schreie im Stra\u00dfendjungel.Eines Effkts wegen das Gesamte zerst\u00f6ren. Eines Effekts wegen die Einheit vernichten. Der Efekkt bringt das miteinander um.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>06.10.1987 &#8211; Theorie<br \/>\nEin Mensch gibt Theorien weiter. Theorien die scheinbar wissenschaftlich fundiert sind. Begr\u00fcndet. Theorien, die obschon belegt, doch so subjektiv und ideologisch beeinflu\u00dft sein k\u00f6nnen. Menschen glauben der Wissneschaft, also den Ideologien. Theorien k\u00f6nnen t\u00f6dlich sein. Man hat dieses vor 45 Jahren gesehen und gerade heute m\u00fc\u00dften doch Menschen neue Theorien genau hinterfragen: Was geschieht jedoch heute? Was machen die Menschen heute? Was?<\/li>\n<li>05.10.1987 &#8211; Hindernis<br \/>\nVerursachend Bewegung, sto\u00dfen sie Hindernisse beiseite. Der K\u00e4tzer geht unter, der Gl\u00e4ubige verliert Bewegung. Bewegung verursacht und st\u00f6\u00dft Hindernisse beiseite. Aus Passivit\u00e4t wird Akitvit\u00e4t. Das Aktive geht alt unter. Langeweile des Passiven tritt ein. Langeweile verhindert Denken. Langeweile bedingt Langsamkeit.<\/li>\n<li>04.10.1987 &#8211; Ein Mensch<br \/>\nEin Mensch auf der Stra\u00dfe schaut auf, unsicher. Geht ein St\u00fcck. Eine Gruppe schlendert vorbei. Ohne Notiz zu nehmen. Autos bellen ihre Hupen gedankenlos, rasen vorbei, auf Acht zu geben. Ein Mensch! Unwichtig scheint der einzelne Mensch. Die Masse ist ignorant. Sie bewegen sich geradlinig, werfen scharfkantige Schatten. Er befindet sich im Weg, er ist undurchsichtig. Sie werden abgelenkt, sind geladen.<\/li>\n<li>03.10.1987 &#8211; Hoffnungen<br \/>\nZu hoch gesetzt &#8211; in zu weiter Ferne &#8211; zu genau. Fallen herunter, werden zur Fata Morgana, zerplatzen wie Seifenblasen. Wie ein fernes Ziel, ein Stern, wie ein fernes Ziel, eine Oase, wie ein fernes Ziel, irgendwo. K\u00f6nnen t\u00e4uschen, zerst\u00f6ren.Heute war nichts ungesagt.Herbst, langsam werden die Tage k\u00fcrzer, die Nacht bricht fr\u00fcher ein, zwingst fr\u00fcher Menschen ins Dunkel. Langsam wird die W\u00e4rme k\u00e4lter. Manchmal frostet es schon, treibt die Menschen in ihre Behausungen.<\/li>\n<li>02.10.1987 &#8211; Stille<br \/>\nWie \u00fcblich heute Morgen. &#8222;Wo warst du gestern?&#8220; Ich beschreibe. &#8222;Mann, Mann Mann und das w\u00e4hrend der Schulzeit. Denk doch mal an dein Abitur.&#8220;<br \/>\nIrgendwo der Laut einer Schleiereule, der Kautz ruft. Pl\u00f6tzlich ein Schrei &#8211; Urlaut. Erschrecken, Entsetzen. Der erste Hirsch hat ger\u00f6hrt. Nun das Konzert der anderen. Echt Horrorshow.<\/li>\n<li>01.10.1987 &#8211; Test<br \/>\nGerage aufgestanden &#8211; glreich ist\u00b4s soweit &#8211; hoffentlich werde ich ausgemustert! Jetzt anziehen. &#8211; war wohl nichts, nit 3 gemustert.<br \/>\nHeute nachmittag klettern im H\u00f6nnetal &#8211; bin getrampt, habe dort I., S. und O. gefunden. R\u00b4s Wagen stand an der IG H\u00f6nnetal H\u00fctte. Eine 6er Tour gemacht, ganz gut. Bei O. danach gab\u00b4s \u00fcberbackene Br\u00f6tchen und gekochten Mais, geklaut. Danach im Wildwald gewesen, um im Dunkeln die r\u00f6hrenden Hirsche zu h\u00f6ren. Die sind fast auf Paranoia gekommen. Mir war gar nicht danach zumute.<\/li>\n<li>30.09.1987<br \/>\nHeute war siegerehrung des Plakatwettbewerbs. B\u00fcrgermeister hat geredet, unwichtiges Zeug. Preis 160,- Mark, Foto f\u00fcr die Zeitung. billig sind sie weggekommen.<br \/>\nmorgen habe ich Musterung. Vielleicht habe ich Gl\u00fcck. Wenn nicht: Habe meinen Onkel angerufen, wegen seines Geburtstags gratulieren. Er machte irgendeine Bemerkung in Bezug auf Zivildienst, da\u00df ich vielleicht dort anfangen k\u00f6nnte.<\/li>\n<li>14.09.2012 &#8211; Laune<br \/>\nWie schafft sie es immer wieder, ihre schlechte Lauen auf mich zu \u00fcbertragen? Ihr Herumburseln, Aufr\u00e4umen, Putzen schafft eine unruhige, nicht heimische Atmosph\u00e4re. Sie ist wieder da, der Alltag hat uns eingeholt.zu Taten provozierenin der Erinnerung lebendas Leben vergeudenden Augenblick genie\u00dfenFrauV.!Verstehen sie nicht, was los ist? Der einzige unrealistische Mensch sind sie, mit ihren F\u00fchlern, sie, nicht wir Konsummenschen, werden am Leben zugrunde gehen. Sie sind ihr eigenes Gewissen und das kann t\u00f6dlich f\u00fcr sie ausgehen. &#8211; Wieso schleimt sich B. so ein? Bei H. fand sie V. beschissen, jetzt macht sie H. schlecht. Dabei kommt es mir immer halb hoch. Manchmal sehe ich den Schleimfleck, der um sie herum immer gr\u00f6\u00dfer wird. Sie versucht, die allesverstehende Person zu spielen, wirkt dabei aber eher abst\u00f6\u00dfend. Danke, nein, der Schleim k\u00f6nnte zum Sumpf werden. Ich m\u00f6chte nicht hereingeraten.Oberfl\u00e4chlichkeiten werden ausgetauscht, Oberfl\u00e4chlichkeiten, sich das Gelbe vom Ei sein zu scheinen sollen lassen. Oberfl\u00e4chlichkeiten bilden die Bildung vieler &#8211; obfl\u00e4chlicher Mensch. Oberfl\u00e4chlich, was eindringt, oberfl\u00e4chlich, was herauskommt. Die Wissenschaft, alles. Das Innere scheint unwichtig, ist wichtig. Das \u00c4u\u00dfere scheint wichtig, ist&#8230; So und nicht anders? Oder einfach die Probleme zu vergessen? &#8211; wie Tabletten, werden&#8230; Nun wach, Brett vor dem Kopf, geh&#8230; Nun. Ein Mann schreibt eine Geschichte, denkt vielleicht gerade an einen Autoreifen, sein B\u00fcgeleisen. Die Interpretation wird nun seine hochwissenschaftlichen und komplexen Gedanken zu ergr\u00fcnden versuchen. Gedanken, welche, um der Ehrlichkeit Rechnung zu tragen, vielleicht nie im Kopf des Mannes gewesen sind. Die K\u00f6pfe der Anderen z\u00e4hlen. Die K\u00f6pfe, die Geld haben, z\u00e4hlen.<br \/>\nGute Tips, das Brett vorm Kopf weggesto\u00dfen. Wo die Hilfsmittel &#8211; der Sinn? Der Sinn? was dahinter liegt sehen, etwas Neues, unerfahrenes sehen. Wo das Fernrohr &#8211; der Sinn? Der Sinn? Ach was, so bleiben. Ach was, Firlefanz, ach was.\u00a0 &#8211; oder doch? Die grauen Affen schweigen, die grauen Zebras schweigen &#8230;schweigen &#8230;irgendwo eine Tr\u00e4ne flie\u00dfen h\u00f6ren. Das Flie\u00dfen verst\u00e4rkt &#8211; das Schweigen. Vielleicht trauern die Hunde auch um den verlorenen Knochen. Sicher \u00e4rgert sich Horst, den Klumpen verloren zu haben. Kein Gold, Schweigen.<br \/>\nStation erinnert an Ereignisse. Flughafens schlie\u00dfliche Verweigerung &#8211; Motorschaden zwischen beiden ausschlie\u00dfen &#8211; Abschiedsbrief einer Gef\u00fchlsverbindung. Wiedersehen den Zufall. Reflexion improvisierend. F\u00fcgung gedacht zu haben. Eine Idee, der Trost. Eine Idee, der Frust. Eine Idee.<br \/>\nDas Sch\u00f6ne wird sch\u00f6n, das Sch\u00f6ne bleibt sch\u00f6n , aber was ist sch\u00f6n?<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>12.09.1987 &#8211; Buch<br \/>\nGestern und vorgestern hatte ich kein Buch zum hineinschreiben. Irgendwie fehlte etwas. Sch\u00e4tze, es w\u00e4ren viele Seiten hinzugekommen.<\/li>\n<li>09.09.1987 &#8211; Spruch<br \/>\nIch erinner mich jetzt, ein Spruch steht an der Wand einer Turnhalle auf meinem Schulweg. Ich lese ihn jeden Tag, im Wochenrhythmus um die gleiche Uhrzeit. Jeden Tag lese ich die Provokation. Jeden Tag lese ich das Selbe: &#8222;Jeden Tag der gleiche Schei\u00df, wof\u00fcr?&#8220;<\/li>\n<li>08.09.2012 &#8211; Apfel<br \/>\nEin Apfel liegt auf dem Tisch. Bald wird er im Mund, Magen verschwunden sein. Bei wem, bei wem &#8230;Du<\/li>\n<li>07.09.1987 &#8211; Nachhause<br \/>\nDu kommst nach Hause, die gleichen Gesichter, die gleichen Worte, S\u00e4tze, das gleiche Handeln. Du kommst nach Hause, willst dich erholen, willst leben, willst die Arbeit vergessen. Pl\u00f6tzlich bemerkst du, da\u00df dein Leben immer die selbe Bahn einnimmt, wie Erde und Mond.Mein Thron<br \/>\nEin Stuhl, der m\u00e4chtig wirkt, m\u00e4chtig ist. Er steht unter dem Regal und nimmt das Zimmer trotzdem ein, f\u00e4ngt den Blick auf und f\u00fcr sich ein. Nimmt ein. Ruft Staunen in mir hervor, Bewunderung schreckt mich auf das Tiefste ab. Es ist f\u00fcr mich eine neue Erfahrung, welche Ausstrahlung ein St\u00fcck Holz auf einen Menschen haben kann.<\/li>\n<li>06.09.1987 &#8211; wo warst du<br \/>\nWo warst du &#8211; im Trafo &#8211; das geh\u00f6rst du auch hin &#8211; was soll das denn nun wieder hei\u00dfen &#8211; mu\u00dft du denn immer dorthin gehen &#8211; mann,mannn,mannnn &#8211; Ja, oh Mann &#8211; Ich gehe weiter, zwei Schritte ins Zimmer. Die T\u00fcr hinter mir verschlie\u00dft die Welten.<\/li>\n<li>05.09.1987 &#8211; M\u00fcde<br \/>\nM\u00fcdes Erwachen bei O.<br \/>\nSp\u00e4t. Vielleicht zu sp\u00e4t? Vielleicht zu sp\u00e4t am n\u00e4chsten Morgen. Die M\u00fcdigkeit wird zerm\u00fcrben, wird zerr\u00fctten.<\/li>\n<li>03.09.1987 &#8211; beenden<br \/>\nIch lese jedes Buch bis zur letzten Seite. Sehe Filme aber nicht zu Ende, vielleicht fehlen 10 bis 20 Minuten. Ich sehe Filme nicht zu Ende, vielleicht \u00e4rgere ich mich. Der Schlu\u00df ist endg\u00fcltig. Das offene Ende ist erdacht, von mir, meiner Fantasie. Meine Gef\u00fchle zum Film.<\/li>\n<li>01.09.1987 &#8211; Freedom<br \/>\nwir wollen die Freiheit zu tun, was wir wollen.<\/li>\n<li>30.08.1987 &#8211; Rucksack<br \/>\nDer rote Rucksack mit den Sportsachen lag wie \u00fcblich vor dem Schrank meines unordentlichen Zimmers auf dem blauen Teppichboden. Im ganzen Zimmer waren B\u00fccher und Zettel verstreut. Dann eine unerwartete Bewegung. Es war der kleine Drache Synklavir, der von Versteck zu Versteck huschte. Er verbarg sich hinter den Beinen des Sessels, weiter zu den Stehlen des Schachtisches, der mal wieder aussah wie eine M\u00fcllkippe. Und immer weiter kroch und krabbelte mein kleiner, lustiger Zimmergenosse. Ich tat wie \u00fcblich so, als h\u00e4tte ich nichts bemerkt. Irgendwann sa\u00df er dann doch auf meinem Knie, ich tat ganz \u00fcberrascht. Das freute ihn. Er schaute zu mir herauf, fragend wie ein kleines Kind. Was er wohl hatte? &#8211; Ich konnte mir denken, was den kleinen Feuerspucker bewegte. (\u00dcbrigens weigerte er sich immer strikt mir die Cigarette anzuz\u00fcnden, wohingegen ihm das bei Kerzen eine Menge Freude bereitete.) Nat\u00fcrlich wollte er, dass ich mal wieder eine Geschichte erfinden sollte, die er mit seinen kleinen Freunden spielen konnte. Ich brauchte gar nicht zu fragen, er hatte auch schon gesehen, da\u00df ich begriffen hatte. Jetzt erst bemerkte ich, da\u00df Synklavir nicht allein gekommen war, im Kopfkissen neben mir lagen noch weitere Gestalten und h\u00f6rten gebannt zu: Die anderen beiden Drachenkinder Cyver und Monto (Monto war in letzter Zeit ziemlich dick geworden, weil er eine Vorliebe daf\u00fcr hatte, meine Schokolade anzuknabbern. Cyver ist ein schlauer Kerl, der das Kunstst\u00fcckchen beherrschte, Ringe aus Feuer zu pusten. Er vesteckt sich am liebsten zwischen den Pullovern im Schrank.) Die kleine Elfenschar um Alamur versammelt (Alamur ist ein sehr alter Elfenk\u00f6nig, der noch heute bedauert, da\u00df vor dreihundert Jahren die meisten Elfen in das neu entdeckte Land auswanderten, weil glaubten, dort seien die Menschen besser.) Die Zwerge waren noch kleiner, manchmal sah ich sie nicht, weil sie wochenlang durch die Rohre im Haus streiften, ohne jemals entdeckt worden zu sein. Sie waren mutige Leute, die zu dritt schon mal gegen eine Ratte gek\u00e4mpft und diese besiegt hatten, allerdings unter dem Opfer, da\u00df Lanzag jetzt nur noch einen Arm hat. Es waren genau 5 Zwerge, die Drillinge Lanzag, Rinig und G\u00fctzt sowie dessen Frau Kelen und deren Sohn Rogra. Allerdings vermi\u00dfte ich bei den anwesenden &#8222;Personen&#8220; &#8211; oder wie soll ich sie nennen? &#8211; noch zwei weitere. Aber da sie nicht anwesend waren, komme ich sp\u00e4ter zu ihnen. Viele werden nun sicherlich fragen, woher die kleinen Gestalten kommen? Ich bitte zu beachten, da\u00df ich vor ca. 1 Jahr auf unserem Dachboden einen Koffer mit noch brauchbarem Paier fand. Es stellte sich heraus, da\u00df alles, was darauf gemalt oder gezeichnet wurde, lebendig war. So kamen kurze Zeit nach dieser seltsamen Entdeckung zum kleinen Synklavir noch einige andere Kreaturen. Alle aber hatten neben ihren Eigensinn und Realit\u00e4tsdenken eine kindliche Ader in sich, die wohl viel mit mir zu tun hatte. Ich begann also eine Geschichte, die mir gerade so einfiel. Sie hei\u00dft &#8222;Der K\u00f6nig von roten Rucksack&#8220; ! &#8222;Wie ihr alle wi\u00dft, darf heutzutage keiner mehr zum roten Rucksack, weil in ihm ein alter Geist eines K\u00f6nigs wohnt. (Ich skizzierte kurz auf dem alten Papier und schon entschwand der Geist zum beschriebenen Ort.) Dieser Geist ist verflucht f\u00fcr alle Zeit, weil er den Wald der Elfen gef\u00e4llt hat, so da\u00df diese keinen Schutz mehr hatten. Ich wollte weitererz\u00e4hlen, da fiel mir der alte Alamur mit sonst nicht \u00fcblicher rauher Stimme ins Wort und erkl\u00e4rte das weiter Geschehene: &#8222;Damals war K\u00f6nig Ekor der m\u00e4chtigste K\u00f6nig des Hauses, er herrschte \u00fcber die gesamte untere Etage, abgesehen von den Mesnchen, und drei Zimmer dieser Etage hier. Unser Volk war damals noch gro\u00df, wir lebten wie eh und je hier in diesem Zimmer, am liebsten jedoch auf der Fensterbank zwischen und auf den Blument\u00f6pfen, in denen es, wie auch heute wieder, wucherte. Es war eine gl\u00fcckliche Zeit des Friedens. Eines Tages befahl jedoch Ekor seinen Untertanen, unsere Urw\u00e4lder abzuholzen, sie seien so h\u00e4\u00dflich und ungepflegt. Nach einigem Z\u00f6gern und Widerstreben der Untertanen mu\u00dften diese jedoch auch weitere Zwangsma\u00dfnahmen machen. [An dieser Stelle ist die Notiz abgebrochen, entweder es ging bei Herrn Nipp zum Essen oder er war eingeschlafen, denn langweiliger geht es wohl kaum.)<\/li>\n<li>28.08.1987 &#8211; Bildwerk<br \/>\nWas soll ich jetzt machen? Jetzt? Das Bild steht als abgeschlossenes Produkt da. Abgegrenzt von der Au\u00dfenwelt, introvertiert. Ein Bild ohne M\u00f6glichkeiten der Weiterentwicklung. Eine Welt f\u00fcr sich. Einheit. Wieso diese geschlossene Form, denkt der Fotograf nur an sich? Denkt er an das \u00e4sthetische Gef\u00fchl des Betrachters? Ich k\u00f6nnte in das Bild hereinarbeiten, w\u00fcrde es jedoch so zerst\u00f6ren. Ich lasse es sein, gebe an einer perfekten Fotografie auf.<\/li>\n<li>27.08.1987 &#8211; Katze<br \/>\nVor dem Fenster jault die Katze wie ein Kind. Doch liebestoll. Diesmal verstummt sie schnell wieder. Wie schnell man einen Partner zur puren Befriedigung doch findet. Die Katzen zeigen die Realit\u00e4t und den Anschein und tieferen Sinn des organischen Daseins.<\/li>\n<li>25.08.1987 &#8211; Erinnerung<br \/>\nEin Frau steht in der H\u00e4userecke, modern im kleinen Schwarzen- die W\u00e4nde, alles beschmiert. Sowas hatten wir schon mal, nur sa\u00df damals ein Junge dort.<\/li>\n<li>24.08.1987 &#8211; G\u00fcte<br \/>\nwas bedeutet es gut zu sein, wenn man kein Geld hat?<\/li>\n<li>23.08.1987 &#8211; Realit\u00e4t<br \/>\nRealit\u00e4t ist das Gesehene, das Erlebte. Surrealisme ist also Realit\u00e4t.<\/li>\n<li>22.08.1987 &#8211; Sag mir<br \/>\nSag mir was Realit\u00e4t ist, was Friede ist, was Liebe ist, was Wissen ist, was Traum ist. Sag mir alles, was du wei\u00dft.<\/li>\n<li>19.08.1987 &#8211; Fotografie<br \/>\nStille rundherum. Menschen achten auf eine kleine &#8222;Schwarzwei\u00dfphotographie&#8220;. Ein Bild, das Pers\u00f6nlichkeit, das Menschlichkeit, das Harmonie, das sogar einen Hauch von Geborgenheit, vor allem jedoch eine unbeschreibliche Ruhe und Introvertiertheit ausdr\u00fcckt. Entmenschlicht, ber\u00fcckend, v\u00f6llig fern jedes Surreals, die Realit\u00e4t wird wie ein Traum vorgef\u00fchrt.<\/li>\n<li>17.08.1987 &#8211; Drachen<br \/>\nIch sah den kleinen Drachen in der Ecke meines Zimmers auf dem Boden kauern. Er weinte. Als ihn mir n\u00e4her anschaute, bemerkte dieser es wohl und schaute \u00e4ngstlich auf. Ich fragte ihn, was los sei, prompt verkroch sich der Drache in einen Haufen zerkn\u00fcllter Skizzen. Ich w\u00fchlte darin herum und fand endlich das Gew\u00fcnschte: Ein Blatt auf dem der Drache skizziert war. Als ich genauer hinsah, bemerkte ich , da\u00df der kleine Feuerspucker mich nunmehr fragend anschaute. So nahm ich ein neues, frisches Blatt Papier und lie\u00df ihn darauf h\u00fcpfen. Der Wicht lachte \u00fcber beide Ohren. Da das Blatt Papier gro\u00df genug war, malte ich ihm noch etwas Gesellschaft dazu; Freunde, die ihn verstanden. Seit jenem Tag h\u00e4ngt dieses Bild in meinem Zimmer und oft, wenn ich sp\u00e4t abends ganz leise heinein komme, spielen oder leben die Drachen, Elfen und Zwerge die Geschichten, welche ich f\u00fcr sie erfunden habe.<\/li>\n<li>16.08.1987 &#8211; \u00fcberlegen<br \/>\nSo bin ich den anderen \u00fcberlegen, m\u00f6gen sie auch mehr k\u00f6nnen und nach au\u00dfen darstellen. sie bringen nicht den Mut auf ihre Seele, ihr Inneres einzubringen.<\/li>\n<li>14.08.1987 &#8211; Talent<br \/>\nBesitze nicht das Taent pr\u00e4zise, naturgetreu zu malen. Aber ich habe im Gegensatz zu ihm Fantasie. Ich habe die M\u00f6glichkeit die begrenzten Mittel der Darstellung v\u00f6llig auszusch\u00f6pfen und neu zu ordnen. Ich denke nur, so bin ich.<\/li>\n<li>12.08.1987 &#8211; Nachgeben<br \/>\nGebe wohl immer wieder zu schnell nach und dann auf.<\/li>\n<li>10.08.1987 &#8211; Denken<br \/>\nIch w\u00fcsste so gerne, was die anderen von mir denken. Da\u00df ich vielleicht schizophren bin? Nachts kommen die Alptr\u00e4ume. Werde mir ab jetzt verbieten, Gedanken \u00fcber das zu machen, was die anderen denken. Ist besser.<\/li>\n<li>07.08.1987 &#8211; Pl\u00e4ne<br \/>\nDenken w\u00fchlt immer wieder auf. Ich brauchte einen Tonabnehmer, Diktierger\u00e4t, vielleicht k\u00f6nnte ich so einige meiner schnell verworfenen Gedanken und Pl\u00e4ne festhalten.<\/li>\n<li>05.08.1987 &#8211; Zukunft<br \/>\nLiege hier wieder, mit meinem schlechten Gewissen, den \u00c4ngsten. Alles ruhig drau\u00dfen, alles ruhig au\u00dfen. K. f\u00e4ngt n\u00e4chste Woche ein geregeltes Arbeitsleben an, mit all den Abh\u00e4ngigkeiten. Zw\u00e4ngen. Alles ruhig au\u00dfen.<\/li>\n<li>02.08.1987 &#8211; Spiele mit Farbe<br \/>\nDie Farbe nimmt wie bei Farbschemata von einer Ecke diagonal zur anderen an Helligkeit zu. Beispiel: Oben rechts: hellblau; unten links: dunkelblau<\/li>\n<li>01.08.1987 &#8211; Ausschlafen<br \/>\nHeute ausgeschlafen, endlich mal wieder, so bekommt man einen Eindruck davon, was ferien sind.<\/li>\n<li>31.07.1987 &#8211; Solitude Standing<br \/>\nAls Lohn dieser Woche, habe ich mit Solitude Standing von Suzanne Vega gekauft.<\/li>\n<li>30.07.1987 &#8211; Bildkl\u00e4rung<br \/>\nMeine Bilder sind aus vielen Teilen zusammengesetzt. Aus vielen Einzelfragmenten, in sich geschlossene st\u00e4ndige Wiederholung des Bildinhaltes. Das kann wohl den Eindruck der monotonie entstehen lassen, vielleicht kann man das aber mit der Langweiligkeit des rosenkranzes vergleichen, mit einer Gebetstrommel. Dieses monotone Herunterleiern verhilft letztlich zu einer Kl\u00e4rung. Durch die Betrachtung des ewig Gleichen soll der Seher in den Zustand der Selbstverinnerlichung gebracht werden. Nur in diesem psychischen Zustand kann er in das Bild eindringen, es f\u00fcr sich selbst aufschl\u00fcsseln, analysieren. Der Mensch vergleicht dann den inneren Zustand der eigenen Psyche und die Intention des Bildes. Dann muss er erkennen, dass das Bild das Bild des Ich ver\u00e4ndert.<\/li>\n<li>29.07.1987 &#8211; Thesen<br \/>\nes ist in der heutigen Zeit nicht mehr angemessen, immer an den gleichen thesen und Ideen festzuhalten und auszuharren. Die heutige Zeit bringt gewaltige Ver\u00e4nderungen mit sich, Thesen und Ideen werden ung\u00fcltig und verf\u00e4lschen. Das ausharren kann den tod bedeuten. Heute hilft nur die Flucht nach vorn.<\/li>\n<li>28.07.1987 &#8211; Vater und Sohn<br \/>\nDer Vater sagte eines Tages: &#8222;Sohn, irgendwer mu\u00df dir eines Tages den Weg zeigen, \u00fcberlege nun, was du willst. Ich weise ihn dir m\u00f6glichst mit Liebe und zum Teil sanft, aber auch hart, wenn es sein mu\u00df. Das Leben zeigt dir viele wege nur immer sanft, bist aber auf dem flaschen, wird er zu dir grausam sein.&#8220;<\/li>\n<li>27.07.1987 &#8211; Kunst<br \/>\nDer Schall des Radios, der Schall der Maschine, der Schall der Arbeiter, der Schall sonstiger Ereignisse drau\u00dfen und drinnen und T\u00e4tigkeiten vermischt sich, wird zu einer Masse, wird unwirklich. Der kunst muss erreichen, die verschiedenen, alle verschiedenen Erscheinungsformen, das hei\u00dft visuell als auch audiovisuell zu verkn\u00fcpfen, da sie es sonst heute nicht schaffen wird, etwas vollkommen Neues, Vollkommenes zu produzieren. Die Perfektion der absoluten Stille mit der absoluten Blindheit.Der Mensch wird sich nur so bewu\u00dft, da\u00df er Kunst selber erlebt, erfindet, da\u00df er Kunst selber ist. Der Mensch kann nur so vollkommen ist die Kunst integriert werden.<\/li>\n<li>26.07.1987 &#8211; Kantine<br \/>\nDie Kantine ist \u00e4u\u00dferst interessant, geht man davon aus, sie als Kunstwerk zu sehen. mich w\u00fcrde es sehr interessieren, sie nachzubauen &#8211; schmutzig wie sie ist. Anstelle der Arbeiter, die in den Pausen um Geld Knack spielen wei\u00dfe Gipsfiguren ohne Gesicht. Als Zeichen f\u00fcr Allgemeing\u00fcltigkeit.<\/li>\n<li>24.07.1987 &#8211; Kirsche<br \/>\nAuf meiner Hand eine Kirsche, rot, mit Glanzflecken. Eine Linie wie eine Naht, dunkler herausfallend, auffallend. Mit Stiel sieht sie aus wie aus der Fernsehwerbung. Man kann nicht widerstehen. Die rote Kirsche war wirklich sehr s\u00fc\u00df.<\/li>\n<li>23.07.1987 &#8211; Igel<br \/>\nAuf der Terrasse lag ein Igel. Er schien tot, atmete nur noch ganz flach, war nicht tot. In der T\u00fcr die Frau macht sich Sorgen, rief den Arzt an, behandelte den Igel. Das arme Tier, es w\u00fcrde nicht mehr lange leben. Es sah totm\u00fcde aus.<\/li>\n<li>22.07.1987 &#8211; Mischmaschine III<br \/>\nDie Arbeit war wie sonst auch. F\u00fchle mich jedoch nicht mehr so kaputt. Mein Gesicht brennt h\u00f6llisch, weil ich in die sonne gekommen bin, das ist mit Graphit schlecht. Heute hat es Stunk gegeben, weil die Hebeb\u00fchne sich selbst\u00e4ndig gemacht hat, hatte noch eine halbe minute vorher dort gefegt. H\u00e4tte sie mich erwischt, ich w\u00e4re jetzt platt.<\/li>\n<li>21.07.1987 &#8211; Mischmaschine II<br \/>\nHeute besser, f\u00fchle mich nicht so kaputt.<\/li>\n<li>20.07.1987 &#8211; Mischmaschine<br \/>\nZum ersten Mal arbeiten, an der Mischmaschine, da m\u00fcssen 40 S\u00e4cke Graphit rein, man schafft 5 bis 6 Mischungen in acht Stunden. Danach in F\u00e4sser umf\u00fcllen und in die W\u00e4rmekammer. bin einfach nur kaputt und das schon nach einem Tag. Morgen wird es besser.<\/li>\n<li>19.07.1987 &#8211; Falke<br \/>\nDer Falke muss t\u00f6ten, um anderen das Leben zu erm\u00f6glichen. Er muss die natur im gleichgewicht halten.<\/li>\n<li>18.07.1987 &#8211; Feder<br \/>\nDie Feder fliegt langsam aber stetig herab, wird vielleicht noch einmal von einem Luftzug erhoben. Sie geboren zu vergehen.<\/li>\n<li>17.07.1987 &#8211; Ferien<br \/>\nSch\u00e4tze es werden harte Ferien, voll Arbeit. Vielleicht kann ich demn\u00e4chst auch wieder was richtiges machen, aber zur Zeit ist nichts drin, gar nichts drin.<\/li>\n<li>15.07.1987 &#8211; Bett<br \/>\nLiege auf dem R\u00fccken im Bett. Das Tageslicht verschwindet langsam, da es bereits zehn nach zehn ist. Die Luft ist angenehm warm. Ich schwitze ein wenig. Denke dar\u00fcber nach, was vor einem Jahr war. Muss sagen, dass ich mich heute wolher f\u00fchle. Nur noch mit M\u00fche kann ich die bilder an der Wand erkennen. Die Schrift wird bla\u00df. M\u00fc\u00dfte das Licht anmachen, habe jedoch Angst, da\u00df die M\u00fccken durch das Fenster kommen. So wie die heutigen Zeugnisse. War okay.<\/li>\n<li>14.07.1987 &#8211; Klettern<br \/>\nEben klettern gewesen. Kam gut. Am Feldhofstein das Nordwandl getestet, Leider nicht ganz geschafft. Nach dem Klettern erst mal relaxed. Es tut gut, wenn man sich nach gr\u00f6\u00dfter Anstrengung erst mal ausruht und dann nach Hause f\u00e4hrt. Es bringt einem so etwas wie Befriedigung dar\u00fcber, etwas geschafft zu haben.<\/li>\n<li>13.07.1987 &#8211; BUGA<br \/>\nEin Feld, riesig, mit Blumen von hier. Eine Halle, riesig, mit Pflanzen von irgendwo. Viele Menschen, gmischt, mit Augen, irgendwo.<\/li>\n<li>11.07.1987 &#8211; 5 Milliarden<br \/>\nMenschen wollen leben. Gestern wurde der 5milliardste Mensch geboren. Hei\u00dft das, da\u00df der Funktionsgraph der jetzigen Menschheit ins Unendliche steigt oder gibt es irgendwann ein Ende. &#8222;Plopp&#8220; sagt es dann vielleicht. Plopp, vielleicht schon morgen. 5 Milliarden k\u00f6nnten t\u00f6dlich sein. Bald ist der Bogen \u00fcberspannt.<\/li>\n<li>10.07.1987 &#8211; Mann<br \/>\nIch sehe einen Mann vor meinem inneren Auge, mit h\u00e4ngendem Kopf. Frage mich, was er wohl denkt. Mit stolzen Gang. Frage mich, was er wohl denkt. Mit traurigem Blick. Frage mich, was er wohl denkt. Mit fr\u00f6hlichem Lachen &#8211; was er wohl denkt. Man fragt sich, was andere denken, man fragt sich, was man wei\u00df.<\/li>\n<li>09.07.1987 &#8211; Mann<br \/>\nEin Man , vielleicht 40 bis 45? verbraucht &#8211; im Gesicht Falten, Tr\u00e4nens\u00e4cke. Der K\u00f6rper m\u00fcde, verbraucht. Der Geist gesund. Ein Mann, vielleicht 40 bis 45? verfault, halb, im Gesicht Geschw\u00fcre, faule Z\u00e4hne. Der K\u00f6rper zerst\u00f6rt. Verfault, halb. Der Geist langsam kr\u00e4nkelnd. Ein Mann, vielleicht 40 bis 45? zerbrochen.<\/li>\n<li>08.07.1987 &#8211; Geschmack<br \/>\nBenson und Hedges nur mies im Geschmack,<\/li>\n<li>07.07.1987 &#8211; Haptik<br \/>\nHaare verklebt- Hand am kopf &#8211; Hand am Stift\u00a0 &#8211; Buch liegt neben &#8211; Hand auf tisch &#8211; Etui liegt neben &#8211; Hand auf buch &#8211; tischdecke kariert &#8211; Hand f\u00fchlt K\u00e4lte &#8211; tisch schwer &#8211; Hand f\u00fchlt Buckel<\/li>\n<li>06.07.1987 &#8211; Eine Phantasie<br \/>\nvor einem Jahr war es so, heute ist es so, ein Buch auf dem tisch, dar\u00fcber ein weiteres, daneben ein Etui mit zwei Stiften. einer in der Hand. Drau\u00dfen, grau, na\u00df, es regnet, es regnet, kurz sonne, es regnet. Wieder und wieder das Gleiche. Stunden, tage wochen. Das Gleiche jeden Tag. Vor einem Jahr war es so, ist es morgen so?<\/li>\n<li>05.07.1987 &#8211; Genetik<br \/>\nGenetische b\u00fcrde: Nachteil in der Gesamtproduktivit\u00e4tsf\u00e4higkeit einer Population durch verminderte Fitness &#8211; Eugenik: Ma\u00dfnahme zur Verbesserung des menschlichen Genpool.\u00a0 &#8211; Und wenn ich eingreife, dann wird daraus mal gar nichts.<\/li>\n<li>04.07.1987 &#8211; vor einem Jahr<\/li>\n<li>03.07.1987 &#8211; Verschiebung<br \/>\nZeit wird unwichtig. Bruchst\u00fccke dieser verwechselt. Folge unbekannt. Gef\u00fchl, Gesicht, Geh\u00f6r, Gedanken werden zerrissen um darauf konfus zusammengesetzt zu werden. Man ist abgekapslet von der au\u00dfenwelt, denn Mensch ist allein, nicht einsam. Hochgef\u00fchl der Freiheit, ohne Druck. Guter zug herein. H\u00f6hle als Platz, vier Leute, Spa\u00df, zur\u00fcck.<\/li>\n<li>02.07.1987 &#8211; Schule<br \/>\nauf der Tafel Formeln. Impfen ein. Ruf &#8211; drau\u00dfen, Ger\u00e4usch dringt ein, verstummt. Die formeln versuchen, sich zu bewegen, schnappen nach der Person an der Tafel. rote Haare vor mir, braune. Durch die Brille des Vorderen, das bild verschwimmt. Jetzt m\u00fcssen wir anfangen zu lernen. Da wird man richtig\u00a0 &#8211; Gepr\u00fcft &#8211; gewonnen &#8211; vorbei, bald.<\/li>\n<li>01.07.1987 &#8211; Sie<br \/>\nSie, wir sitzen wie tiere vor dem Dompteur. Sie, wir glotzen wie Zuschauer im Zoo. Sie, wir h\u00f6ren wie Klassikfans im Rockkonzert. Und Sie, sie Lehrer, wollen Dompteure sein, k\u00f6nnen aber das Programm nicht erf\u00fcllen. Und sie, sie Lehrer sind die Affen, die jedoch nicht lustig sind. Und sie, sie Lehrer wollen die Rockstars sein, werden jedoch nie um eine Zugabe gebeten.<\/li>\n<li>30.06.1987 &#8211; Situation<br \/>\nSie gegen\u00fcber mir lacht &#8211; mich an? &#8211; Anscheinend. H\u00e4lt einen Plastikpandab\u00e4ren (Das ist an sich schon widerspr\u00fcchlich) Ich versuche zur\u00fcckzulachen. Gek\u00fcnstelt, schaue weg.<\/li>\n<li>29.06.1987 &#8211; Heft<br \/>\nEin Batt, ein weiteres Blatt, wieder ein eiteres Blatt. Sie klebt die Bl\u00e4tter in ihr Heft, sie denkt nicht &#8211; dabei automatisch \u00fcberhaupt. Sitzt dann auf einem Stuhl, sieht, schaut auf. Versunken steht er vorne.<\/li>\n<li>28.06.1987 &#8211; Stadt<br \/>\nIch gehe die Stra\u00dfe entlang, h\u00f6re Autos, Menschen, ein Hund bellt. Ich sehe Autos, Menschen, H\u00e4user, vor meinen F\u00fc\u00dfen ein Hund. Ich f\u00fchle meine Kleidung, Wind Ber\u00fchrungen, Menschen, der Hund, der bellte, vor meinen F\u00fc\u00dfen, er hat mich gebissen. \u00c4rgerlich.<\/li>\n<li>27.06.1987 &#8211; Ohne Ziel<br \/>\nEine Kreisbewegung, Gewi\u00dfheiten und unersch\u00fctterliche Glaubenss\u00e4tze werden weggefegt, in der Mitte in einem Universum f\u00fchlt sich der Mensch als Fremder. Der Lexikonhintergrund hat nicht so ganz etwas zu tun mit Disharmonie.<\/li>\n<li>26.06.1987 &#8211; Wachheit<br \/>\nIch bin geistig voll wach, nehme alles aus dem buch in mich auf. Meine Augen fallen zu, der k\u00f6rperlichen M\u00fcdigkeit vermag der Geist keinen Widerstand nach 2 oder 3 Stunden Kampfes mehr entgegen zu setzen.<\/li>\n<li>25.06.1987 &#8211; Bilder<br \/>\neben war ich bei J. ,habe sein neues Bild gesehen. Pl\u00f6tzlich habe ich Angst bekommen, da\u00df er l\u00e4ngst weiter ist als ich. Wie wenn J. in aller sicherheit auf einer d\u00fcnnen eisfl\u00e4che steht, nein, sogar auf ihr weiter geht und ich nach den ersten Schritten den mut verloren habe. diese Erkenntnis hat mich wie ein Schlag ins Gesicht getroffen. Wie geht es weiter. Entwickelt er sich rasant weiter, kann ich nachfolgen? Mu\u00df ich mit Schlittschuhen auf das d\u00fcnne eis begeben, ihn zu \u00fcberholen?<\/li>\n<li>24.06.1987 &#8211; Angst<br \/>\nAngst vor dem Tod, das Ende? Kann pl\u00f6tzlich alles zu dem werden, was ich nicht begreifen kann. Nichts. Nirwana. Ein langer Schlaf bis zum Wiedersehen? Wiedererwachen? -aus dem Schlaf verstehe ich nicht! Paradies \/ H\u00f6lle?\u00a0 &#8211; dies nur in einer anderen Dimension auszudenkende? &#8211; gibt es andere Dimensionen &#8211; was ist der tod? Ende des Lebens? Was ist der Tod?Anfang des neuen Lebens? Was ist der Tod? Ein traumloser, inaktiver Schlaf. Was ist der Tod.<\/li>\n<li>23.06.1987 &#8211; Risiko<br \/>\nIch schlie\u00dfe die augen, denke, was ich habe ich heute Abend gemacht. Hauptsache Risiko. Ich male mit geschlossenen Augen das Feld, die Figur, ein Land aus dem die Figur eine aggressive Verteidigung nach vorn unternimmt.<\/li>\n<li>22.06.1987 &#8211; Tod eines B\u00fcrgers<br \/>\nDer Mann war alt &#8211; gerade siebzig geworden &#8211; von Jahren. War geistig jung. Sein K\u00f6rper war schw\u00e4cher als fr\u00fcher, so konnte er denken. Er starb, weil er sagte, was er wu\u00dfte. Man hielt ihn f\u00fcr geistig zu jung, ein Kind.<\/li>\n<li>21.06.1987 &#8211; M\u00fccke<br \/>\nIch habe eine M\u00fccke get\u00f6tet. Irgendwie tut es mit Leid, da\u00df ihr Leben so abrupt beendet wurde. aber sie mu\u00dfte doch wissen, da\u00df Menschen gef\u00e4hrlich t\u00f6dlich f\u00fcr die Natur sind.<br \/>\nIch habe eine Karikatur gesehen: Ein Mann sa\u00df auf einer Bulldogge und r\u00e4umte einen Wald weg. Darunter stand: Unsere Kinder sollen sich keine Sorgen um die Natur mehr machen m\u00fcssen.<\/li>\n<li>20.06.1987 &#8211; Geschmack<br \/>\nAlso ehrlich gesagt, Camel ist nicht mein Geschmack. Wieso? Kann ich nicht sagen, Buccaneer schmeckt jedenfalls besser.<\/li>\n<li>19.06.1987 &#8211; Erkl\u00e4rung<br \/>\nDrei Worte, Zeit, Unendlichkeit, Nichts. wie sind sie erkl\u00e4rlich? F\u00fcr den einzelnen bedeuten sie: Zeit &#8211; Vergangenheit\u00a0 vor dem eigenen Leben &#8211; Vergangenheit des eigenen Lebens &#8211; Gegenwart &#8211; Zukunft ist ungewiss &#8211; Ewigkeit ist unerkl\u00e4rlich &#8211; wieso gibt es Zeit? Unendlichkeit &#8211; Aufenthaltsort r\u00e4umlich begrenzt &#8211; Was kommt danach? Kann es so etwas vom Physikalischen geben? Nichts &#8211; Nichts ist nicht fassbar.<\/li>\n<li>18.06.1987 &#8211; Vorsehung<br \/>\nIch hatte die vorigen Seiten eigentlich f\u00fcr etwas anderes vorgesehen. aber wie so oft ist etwas anderes geschehen, dazwischen gekommen, au\u00dferdem hatte ich keine Lust mehr dazu. Naja, jetzt sind sie voll.<\/li>\n<li>17.06.1987 &#8211; Tag der deutschen Einheit<br \/>\nTag der deutschen Einheit! Tag der deutschen Einheit? Meiner Meinung nach macht dieser Tag immer wieder die tiefe Kluft zwischen beiden deutschen Staaten deutlich. Der Tag der deutschen Einheit sollte umbenannt werden in Tag der endg\u00fcltigen Trennung Deutschlands.<\/li>\n<li>17.06.1987 &#8211; Werbung<br \/>\nAlso, wenn Schimmi Werbung f\u00fcr Paroli macht, dann werbe ich eben f\u00fcr Rachengold. bin mal gespannt, ob ich auch Geld daf\u00fcr kriege. Vielleicht kommt ja auch eine Klage, weil ich denen unsympatisch bin.<\/li>\n<li>16.06.1987 &#8211; Ruhe<br \/>\nRuhe &#8211; nicht laut. Ruhe &#8211; Pause w\u00e4hrend der Aktivit\u00e4t. Ruhe &#8211; Schlaf. ruhe &#8211; Erholung. Ruhe &#8211; Wort mit vielen Gesichtern.<\/li>\n<li>15.06.1987 &#8211; Ideen<br \/>\nGebunden ans Buch, ins Buch. Gebunden an den Zweck, in den Zweck verflochten. Die Seite, obwohl frei von Schrift, Linie, Bild, ist gebunden an die Ideen des Menschen.<\/li>\n<li>14.06.1987 &#8211; Tabak<br \/>\nBuccaneer ist ein sehr leichter, parf\u00fcmierter Tabak. Ein Tabak f\u00fcr Leute, die gerne genie\u00dfen und dabei keinen Rausch kriegen wollen. Sehr angenehm s\u00fc\u00df. riecht nach Pfeife.<\/li>\n<li>13.06.1987 &#8211; Kaffeekranz<br \/>\nDrau\u00dfen vor dem Busch, ein tisch, zwei Frauen, vier St\u00fchle. Essen Trinken. Der Kaffee duftet, eine Tasse neben mir. Essen, Trinken. Br\u00f6tchen mit Butter, Erdbeermarmelade. Kaffee hell, dunkel, Reden. Reden. Essen. Trinken. Reden zwei Frauen, vier St\u00fchle, Kaffeekr\u00e4nzlein.<\/li>\n<li>12.06.1987 &#8211; Bank<br \/>\nDie Menschen sitzen in der Bank, heucheln lernen. Christen sitzen in der Bank, heucheln beten. Senioren sitzen auf der Bank, heucheln altern. Kaufkr\u00e4fte sitzen in der Bank, heucheln arbeiten.<\/li>\n<li>11.06.1987 &#8211; Farben<br \/>\nFarben springen ins Gesicht, schreien deine Seele. Formen springen ins Gesicht, schreien deine Seele. Symbole springen schreiend, langsam zerplatzt. Das Innere kehrt. \u00c4u\u00dferes aus dem Wasser wird die Steine schlagen, schmerzend, wimmernd.<\/li>\n<li>10.06.1987 &#8211; Bild<br \/>\nHabe auf R\u00b4s Tisch ein Bild gefunden, das eigentlich vollkommen kitschig ist. Es stellt einen Kletterer am \u00dcberhang dar, der sich mit einer Hand festh\u00e4lt, mit der anderen in den Magnesiabeutel greift. Nur einer seiner F\u00fc\u00dfe ber\u00fchrt die Wand \/ den Fels, der andere h\u00e4ngt abgwinkelt herunter. Das Ganze um 90\u00b0 Grad verdreht, s\u00e4h aus wie ein geb\u00fcckt Laufender. Man sieht nur die schwarze Fl\u00e4che und die Umrisse des Climbers vor der untergehenden Sonne. Obwohl, oder gerade weil das Bild so kitschig wirkt, \u00fcbt es einen gro\u00dfen Reiz auf mich aus, es auf verschiedene Art darzustellen.<\/li>\n<li>09.06.1987 &#8211; Buch<br \/>\nIch hatte nicht damit gerechnet, da\u00df so ein Buch so schnell voll ist. Naja, vielleicht h\u00e4lt dieses ja l\u00e4nger. Aber es, das Buch, auch wenn es voll ist, kann immer wieder gebraucht werden\/ Das Bl\u00e4ttchen, nur wenn es voll ist, kann nur einmal geraucht werden.Bis vor ein paar tagen waren berechnete bzw. durch Messen entstandene Proportionierungen f\u00fcr mich ohne Interesse. durch die Idee zu einem Plakat, in einen Tropfen den &#8222;Kanon der Proportionen&#8220; von Leonardo da Vinci zu zeichnen, bin ich darauf gekommen, da\u00df es ratsam sein k\u00f6nnte, die verschiedenen Proportionstheorien, vor allem die von Leonardo da vinci, Albrecht D\u00fcrer, Zeising und Moessel, le Corbusier zu verstehen und in die Praxis umsetzen zu k\u00f6nnen. Da ich zur zeit nur umfangreichere Informationen zu Zeising\/Moessel und le Corbusier besitze, will ich mit diesem anfangen. Ich habe viel Zeit, und so hoffe ich, in der n\u00e4chsten Zeit auch andere Theorien und Praktiken kennen zu lernen und festzuhalten.<\/li>\n<li>07.06.1987 &#8211; Gesicht<br \/>\nNase, mund und Augen bringe ich nicht zustande. W\u00e4hrend anderen alles in die Wiege gelegt scheint, mu\u00df ich um jede Form k\u00e4mpfen und sie abarbeiten.<\/li>\n<li>06.06.1987 &#8211; Linie<br \/>\nSchon dadurch, dass man nur eine Linie nachzeichnet wird die Gleichf\u00f6rmigkeit \/ Langeweile zerst\u00f6rt, da die Linie nie vollkommen gerade, gleichf\u00f6rmig sein kann.<\/li>\n<li>05.06.1987 &#8211; Stein<br \/>\nDer Stein ist auch Leben &#8211; eine andere Lebensform. Gerade weil der Mensch lebt, kann er das nicht begreifen. Der Stein ist unsterblich &#8211; erl\u00e4\u00dft sich unbegrenzt bearbeiten \/Natur &#8211; Mensch.<\/li>\n<li>04.06.1987 &#8211; Farben und Zeichen<br \/>\nDunkle Farben mit wei\u00dfen Glanzstellen, mu\u00df ich sagen, haben f\u00fcr mich einen sanften Eindruck auf meine Verfassung, vielleicht auf meine Seele. Bilder als Derivate, bilder als Abk\u00f6mmlinge und sogar Einfl\u00fcsse auf mein Ich. Das Zeichen macht auf jeden Menschen einen anderen Eindruck. Wahrscheinlich wird sich die Mehrheit der Leute, die ein Zeichen sehen, keine Gedanken dar\u00fcber machen. Sie k\u00f6nnen ein Zeichen nicht bewu\u00dft wahrnehmen. Obwohl einige von diesen im Unterbewusstsein die Bedeutung (auf die eigene Person bezogen) verstehen und beeinflu\u00dft werden.<\/li>\n<li>03.06.1987 &#8211; Zeichen<br \/>\nLeider regnet es huete schon wieder, das bedeutet: mal wieder kein Klettern. Aber ich mu\u00df sowieso Englisch machen.<br \/>\nVisuelle Zeichen setzen. J. besch\u00e4ftigt sich zur Zeit damit, durch Reduktion alles \u00dcberfl\u00fcssigen visuelle Zeichen, die einem etwas bedeuten, Zeichen, die eine eigene Aussage haben, zu erzeugen, zu setzen, daraus Bilder zu entwickeln. Er meinte k\u00fcrzlich: &#8222;Zur Zeit scheinen wir beide an einen Punkt gekommen zu sein, an dem unsere Bilder dunkel, vielleicht sogar schwarz werden. Bilder, die auf den ersten Blick chaotisch wirken, jedoch eine beabsichtigte und erst bei l\u00e4ngerer Besch\u00e4ftigung wahrnehnbare Struktur enthalten. eine sozusagen Ordnung im Chaos.&#8220;<\/li>\n<li>02.06.1987 &#8211; alte H\u00e4user<br \/>\nHaben in alten H\u00e4usern nach Brauchbarem gesucht. Die werden bald abgerissen. Ein Stuhl von Tornet, zwei Mei\u00dfel &#8211; als jemand die Bullen rufen wollte, sind wir abgehauen.<\/li>\n<li>02.06.1987 &#8211; Klettern<br \/>\nVorfreude aufs Klettern &#8211; Freude \u00fcber die Felsen &#8211; Regen &#8211; \u00c4rger? &#8211; Wut? &#8211; sogar Hass? &#8211; Nein &#8211; vielleicht Entt\u00e4uschung &#8211; Aber: Vorfreude aufs n\u00e4chste Klettern<\/li>\n<li>15.05.1987 &#8211; Buch<br \/>\nEin Buch? &#8211; Wieso nicht! &#8211; Wer macht es? &#8211; Wir! &#8211; Wer wir? &#8211; Die \u00dcblichen. &#8211; Ach so!<\/li>\n<li>14.05.1987 &#8211; Beginnen<br \/>\nEs ist schwierig, ein Buch Heft, sogar eine Seite zu beginnen. Zu beschreiben, bemalen. Denn man hat einen inneren Schauder. Das Wei\u00dfe, Makellose des Blattes wird zerst\u00f6rt, beschmutzt. Der einzige Trost f\u00fcr das Blatt, die Seite ist, nun vielleicht an idellem Wert zugenommen zu haben.<\/li>\n<li>28.03.1987\u00a0 &#8211; Dejavu<br \/>\nIch ging das Treppenhaus der Schule herunter und wusste pl\u00f6tzlich, dass ich diese Situation schon einmal erlebt hatte. Gestern hatte Herr Hewener sechs meiner Bilder aufgeh\u00e4ngt. Nach der Sowiarbeit kam Bettina L. zu mir und sagte, ich k\u00f6nne ja toll malen. Ich war erst ganz schockiert, da ich wusste, was Bettina meinen \u00f6nnte. Sie sagte mir, dass sie eben jenbe sechs Bilder gesehen habe. Am selben Abend muss sie Steffi W. und der Corova getroffen und von meinen Bildern und ihrer Meinung dazu erz\u00e4hlt haben.<br \/>\nHeute in der zweiten gro\u00dfen Pause schaute ich mir die Bilder an. Pl\u00f6tzlich \u00fcberkam mich ein unbeschreibliches Gef\u00fchl, \u00e4hnlich als wenn einem leicht schwindelig ist und man meint, frei im Raum zu schweben. Ich sah alles noch, nahm aber nichts wahr. Ich wusste in diesem Moment, dass ich das ,was folgen sollte , schon einmal erlebt hatte. Und zwar genau so. Ich bin jedoch nicht in der Lage zu sagen, ob ich dieses Erlebnis in meiner inneren Welt, das hei\u00dft im Traum oder real erlebt hatte. Ich ging also im sicheren Gef\u00fchl des wissens die Treppe weiter hinab, da geschah das vorausgesehene. Steffi schlug mir auf beide Schultern und erz\u00e4hlte von Bettina. Unger\u00fchrt bin ich weiter gegangen, setzte mich auf das blaue Gel\u00e4nder des Forums und wartete darauf, dass Claudia S. k\u00e4me und mir sagen w\u00fcrde, wie gut doch die Bilder seinen, vor allem das, und sie sagte das wirklich, mit der Maske.<\/li>\n<li>31.01.1987 &#8211; Hunger<br \/>\nOh, du ewiger Hunger in meinen Eingeweiden. Geier kreisen um mich, wollen fressen, was da ist. fata morgana als Hoffnung, Leben als Qual. Der ist unser Bruder, als Zeichen des Heils. hunger zu lesen gr\u00e4ngt sich auf. Die Weisheit zu erlernen ist unm\u00f6glich? Durst nach Kunst, Kunst und Literatur als Ma\u00dfstab f\u00fcr Kultur, um von den Geiern zerhackt zu werden. Ekel \u00fcberkommt den Menschen w\u00fcrde er den Geisern vertrauen, w\u00e4re die Welt ein Chaos ohne Wiederkehr. Der Hunger w\u00fcrde verderben. Der Verstand wird das Gef\u00fchl nie beseitigen lassen.<\/li>\n<li>20.01.1987 &#8211; Worte<br \/>\nDann ein Wort, eine Zahl, Form. Die Kommunikation wird perfektioniert. \u00dcber chemische, akustische visuelle Reize zu elektrischen Impulsen. &#8211; f\u00fcr den Menschen nicht empfangbar. Das Verstehen braucht Technik. \u00dcber elektrische Empf\u00e4nger geht die Meldung, um dann von Menschen verstanden zu werden.<\/li>\n<li>10.12.1986 &#8211; Sinn<br \/>\ner fragte nach dem Sinn des Lebens &#8211; die Antwort war einfach im wort, schwierig im sinn. Der Sinn des Lebens ist das Leben. Lerne das Leben und du lernst den Sinn des Lebens.<\/li>\n<li>28.11.1986 &#8211; Bilder<br \/>\nDort das Bild sich selbst zerfleischend. Die Katze wei\u00df wie die Nacht. Dort sich in innerer Liebe &#8211; sofort beim kleinsten Laut. Doch &#8211; die graue Frau sieht nicht das Elend in seiner sch\u00f6nsten Form. Selbst das Gl\u00fcck weint, denen der Tod ins Gesicht schreit.<\/li>\n<li>26.11.1986 &#8211; Migr\u00e4ne<br \/>\nDrang zu zerren, Qual. Explosionen, Schmerzen, W\u00e4rme, K\u00e4lte<\/li>\n<li>20.11.1986 &#8211; Stella<br \/>\nIch soll malen, Gef\u00fchle. Dabei denke ich. Ich soll malen, den inneren Zustand. Vielleicht m\u00fcsste ich Stella mal wieder schrieben. Ich soll. Soll ich?<\/li>\n<li>15.11.1986 &#8211; Augen<br \/>\nAugen, blau, braun, grau, gr\u00fcn. Suchen, sehen, schauen. Finden? Ereignisse im Licht. Rampenlicht, Kerzenschein. Farben, Formen. Gesichter, Gestalten. Verschwommen. Nebel, Dunst, Zigarettenrauch&#8230; Und doch blind. Realit\u00e4t sieht nur der Blinde. Gef\u00fchle. Dann&#8230; Stop<\/li>\n<li>10.11.1986 &#8211; Zeit<br \/>\nZeit?\/ Nein, Zeit habe ich eigentlich nicht.\/ Man nimmt sich Zeit, gut, aber&#8230; Jeder hat sein Hobby, daf\u00fcr geht die Zeit drauf.\/ Der Mensch?\/ Auch!\/ Zeit? \/ -Vielleicht morgen.\/ Morgen?\/ -Ich wei\u00df nicht!\/ Ich habe Zeit, immer.\/ Du bist auch nicht normal.<\/li>\n<li>07.11.1986 &#8211; Sehen<br \/>\nAugen, blau braun<br \/>\ngrau, gr\u00fcn<br \/>\nschauen, sehen<br \/>\nsuchen<br \/>\nfinden?<br \/>\nEreignisse im Licht.<br \/>\nRampenlicht, Kerzenschein.<br \/>\nFarben, Formen<br \/>\nGesichter, Gestalten<br \/>\nVerschwommen<br \/>\nNebel, Dunst, Zigaretten, RAUCH<br \/>\n&#8230;<br \/>\nund odch blind<br \/>\nRealit\u00e4t sieht nur der Blinde<br \/>\nGef\u00fchle<br \/>\nDann&#8230;<br \/>\nStop<\/li>\n<li>01.11.1986- Zeit<br \/>\nZeit? \u00b4\/Nein, Zeit hab ich eigentlich nicht\/ Man nimmt sich Zeit, gut\/ aber &#8230;\/ Jeder hat sein Hobby daf\u00fcr geht die Zeit drauf\/ Der Mensch?\/ Auch !\/ Ort?\/ Vielleicht morgen! \/ Morgen ? \/ Ich wei\u00df nicht \/ Ich habe Zeit \/ immer \/ Du bist auch nicht normal\/ Zeit?<\/li>\n<li>12.10.1986 &#8211; Schmerz<br \/>\nSchmerz, oh s\u00fc\u00dfe Qual. Das Gesicht, im Wind grau. Dein Ausdruck, vom Gl\u00fcck verzerrt. Dieses Liebeslied wird in Moll gesungen, selbst das Wei\u00df wird laut.<\/li>\n<li>08.11.1986 &#8211; teilen<br \/>\nWieso soll er teilen? &#8211; seinen Naturell entsprechend lieber raffen. Was ist? Hass! Liebe? Und dann irgendwann ist es vorbei. Wer rafft hat, hat gerafft. Wer?<\/li>\n<li>23.03.1986 &#8211; Wiedersehen<br \/>\nEine Woche war er weg! In Berlin. Er hatte, wie ich hier, eine sch\u00f6ne Zeit &#8211; aber ich hab ihn vermi\u00dft. Gestern kam er wieder. Ich war froh. Heute habe ich ihn wiedergesehen. Ich glaube, wir haben uns beide drauf gefreut!<\/li>\n<li>22.03.1986 &#8211; Freunde<br \/>\nWo sind Freunde?<\/li>\n<li>21.03.1986 &#8211; Angst<br \/>\nHabe Angst ins Licht zu treten, die Menschen k\u00f6nnten sehen, da\u00df ich weine, dann m\u00fc\u00dfte ich mich sch\u00e4men.<\/li>\n<li>18.03.1986 &#8211; Augen<br \/>\nsie sitzen da und starren. Sie haben leere Augen.<\/li>\n<li>17.03.1986 &#8211; Fastenzeit<br \/>\nIn den Letzten Wochen war die Zeit sch\u00f6n f\u00fcr mich &#8211; trotz der Fastenzeit, trotz der Abstinenz, trotz der Verbote. Die Welt war schlicht und einfach sch\u00f6n f\u00fcr mich. Habe gelacht, nicht geweint, habe gespielt, nicht ge\u00f6det, geredet, nicht geschwiegen. Jetzt kommen neue Zw\u00e4nge. Fr\u00fch aufstehen, Kirche, vorbereiten. Wenn es freiwillig w\u00e4re, w\u00e4r es anders, aber so?<\/li>\n<li>09.03.1986 &#8211; 40 Jahre<br \/>\nMan hat vergessen, wie es war &#8211; vor 40 Jahren, vergessen, da\u00df uns geholfen wurde, da\u00df wir Hunger hatten. Aber man erinnert sich gerne an die gute alte Zeit.<\/li>\n<li>27.02.1986 &#8211; Zeiten<br \/>\nLeben in einer Welt voller Gewalt, voller Grausamkeit, Hass, Ungerechtigkeit, Verzweiflung, des Hungers und des Krieges. vielleicht sollten wir mal was dagegen tun. Es k\u00f6nnte ja sein, dass die Welt besser wird.<\/li>\n<li>01.01.1986 &#8211; Zukunft<br \/>\nNur eine Frage habe ich: Wie wohl die Zukunft wird?<\/li>\n<li>25.12.1985 &#8211; Buch<br \/>\nSie hat mir ein Buch \u00fcber Beuys geschenkt, ich muss lernen zu verstehen. Will Sachen von ihm sehen. H\u00e4tte auch gerne diese Energie. Wenn man seine Augen sieht, scheint der Schmerz der Welt darin zu liegen.<\/li>\n<li>25.11.1985 &#8211; Bilder<br \/>\nDann er\u00f6ffnen sich Welten, wenn ich seine Bilder sehen kann und dar\u00fcber sprechen. Max Ernst ist der Gr\u00f6\u00dfte.<\/li>\n<li>15.10.1985 &#8211; Wege<br \/>\nIch kauf mir jetzt n Auto und fahr auf den Mond<\/p>\n<p>So bunt sie auch angezogen sind<br \/>\nsie wirken grau und matt<br \/>\nihre Gesichter sind blass<br \/>\ndie Gesichtsz\u00fcge gehen langsam in dieser \u00d6de des Lebens verloren<br \/>\nsie erstarren zu einer Masse<br \/>\nekelhaft und schleimig<br \/>\nsie sitzen bald in allen erstrebenswerten Positionen und herrschen<br \/>\n\u00dcberma\u00df &#8211; ekelhafte und schleimige Masse<\/li>\n<li>29.09.1985 &#8211; albern<br \/>\nNat\u00fcrlich ist alles albern, was ich schreibe. Heute alle Geschichten verbrannt.<\/li>\n<li>20.09.1985 &#8211; zwei<br \/>\nHabe da zwei kennen gelernt, kannte sie vorher schon, aber das war anders. F\u00fchle mich unendlich wohl. Wieviel Gl\u00fcck darf man haben?<\/li>\n<li>20.02.1984 &#8211; lmaa<br \/>\nDie anderen k\u00f6nnen mich alle mal, habe echt keine Lust mehr darauf, die anderen zu sehen. Nie wieder.<\/li>\n<li>10.02.1984 &#8211; Orwell<br \/>\n1984 gerade gelesen. Die Welt ist schrecklich. Hoffentlich werden wir nicht so \u00fcberwacht und veralbert.<\/li>\n<li>04.02.1984 &#8211; alles<br \/>\nEs ist doch unglaublich, aber ich habe jetzt mehr gesehen, als viele andere.<\/li>\n<li>03.02.1984 &#8211; Zufall<br \/>\nEigentlich ist es doch ein unglaublicher Zufall, dass es mich gibt.<\/li>\n<li>12.12.1983 &#8211; Warum<br \/>\nWenn ich mich umschaue, die anderen sehen einfach gut aus, nur ich nicht.<\/li>\n<li>25.10.1983 &#8211; Schule<br \/>\nDas ist doch alles v\u00f6lliger Bl\u00f6dsinn, warum k\u00f6nnen die uns nicht das beibringen, was wirklich wichtig ist?<\/li>\n<li>23.09.1983 &#8211; Freund<br \/>\nWar bei ihm und habe da ein M\u00e4dchen kennen gelernt, aber die hat mich wohl nicht gemocht. Er sagte hinterher, es w\u00e4re nicht so gut, wenn ich zu ihm komme. Toller Freund.<\/li>\n<li>16.08.1983 &#8211; B\u00fccher<br \/>\nWenn keine B\u00fccher da sind, wei\u00df ich nicht, was ich tun soll, einer meiner Freunde hat sturmfrei. vielleicht Tischtennis.<\/li>\n<li>30.07.1983 &#8211; Cure<br \/>\nHabe bei meinem Bruder eine Platte entdeckt, ich werde da traurig und gl\u00fccklich gleichzeitig. Die Band hei\u00dft Cure, h\u00f6re sie schon den ganzen Tag.<\/li>\n<li>29.07.1983 &#8211; Herr der Ringe<br \/>\nDas ist Wahnsinn, habe mir eine ganze Box mit Platten von Mikeoldfield ausgeliehen, passt super dazu. Auf das Bett legen und lesen.<\/li>\n<li>20.07.1983 &#8211; Freundin<br \/>\nAlle haben eine Freundin, nur ich nicht, lese lieber. H\u00f6re gerade Mike Oldfield, Tubular Bells. Das kann man mitfliegen. Dazu die Fantasyromane von Andreas.<\/li>\n<li>27.06.1983 &#8211; Hesse<br \/>\nDer ist echt weise. Das Glasperlenspiel gelesen, eigentlich total langweilig, aber irgendwie hat es mich gepackt. Wo liegt denn schon Sinn.<\/li>\n<li>08.06.1983 &#8211; Pickel<br \/>\nDie nennen mich Knickpickel, das ist gemein.<\/li>\n<li>31.05.1983 &#8211; Steppenwolf<br \/>\nDas ist Wahnsinn, was stellt der mit mir an?<\/li>\n<li>15.05.1983 &#8211; Heinrich<br \/>\nGegen Heinrich ist Thomas Mann richtig \u00f6de. Der Untertan ist fantastisch.<\/li>\n<li>07.05.1983 &#8211; Tristan<br \/>\nTristan ist toll, Emilia Galotti ist langweilig, ich mag es mehr, wenn erz\u00e4hlt wird.<\/li>\n<li>05.05.1983 &#8211; Tristan<br \/>\nHabe bei Papa im Schrank alte Reclamhefte gefunden, die kannte ich noch nicht. Thomas Mann, Tristan, mal gespannt.<\/li>\n<li>01.05.1983 &#8211; B\u00fccher<br \/>\nDas Buch, muss es noch mal lesen, so viele Geschichten, so viele Wahrheiten und so viel Schreckliches. Und viele Sachen kann ich nicht verstehen. Wenn wir wirklich einen solchen Gott haben, dann sehe ich schwarz f\u00fcr mich.<\/li>\n<li>20.04.1983 &#8211; Lesen<br \/>\nIch will nur noch lesen. Alle B\u00fccher.<\/li>\n<li>1981\u00a0 &#8211; Jugenddisco<br \/>\nDie Lichter zucken, die Musik auch, die anderen kennen die Lieder, ich nicht.<\/li>\n<li>1980 &#8211; Schule<br \/>\nAlle anderen haben hier ihre Freunde, es ist schwer f\u00fcr mich. Ich werde nur geduldet.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>20.01.1990 &#8211; \u00dcberstunden Wegen all der \u00dcberstunden kann ich jetzt ans Aufh\u00f6ren denken, nur noch ein paar Tage, dann muss ich wirklich anfangen die Zukunft zu planen. 09.12.1989 &#8211; Leben Das Leben wird sich jetzt ver\u00e4ndern, grundlegend. 01.11.1988 &#8211; Streiten &hellip; <a href=\"http:\/\/www.herr-nipp.de\/?page_id=706\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":1150,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-706","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/706","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=706"}],"version-history":[{"count":46,"href":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/706\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6569,"href":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/706\/revisions\/6569"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1150"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.herr-nipp.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=706"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}